Ohne Trainer und Wiederstein: Konstanz erwartet Pforzheim

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Keine Frage, die Niederlage vor Wochenfrist gegen Pfullingen war ein Rückschlag für die HSG Konstanz. Einer, der wehgetan hat, einer der die HSG-Akteure beschäftigt. Noch näher sei man zusammengerückt, habe vieles offen analysiert und besprochen erzählt Kapitän Tim Jud.

Die Freude auf das direkt folgende nächste Heimspiel am Samstag, 20 Uhr, ist dennoch oder gerade deshalb besonders groß. Die Aufgabe ist es allerdings auch: Der Tabellenvierte TGS Pforzheim befindet sich nach drei Siegen in Folge, darunter zuletzt ein beeindruckendes 36:27 gegen den amtierenden Drittliga-Meister Kornwestheim, auf einer Erfolgs- und Euphoriewelle.

Der Pforzheimer Zeitung verriet TGS-Macher Wolfang Taafel nach diesem dicken Ausrufezeichen, der Aufstieg und die 2. Bundesliga seien durchaus ein Thema in der 125 000-Einwohner Stadt. Dafür hat er dieses Jahr eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Spielertrainer ist seit 2013 mit Andrey Klimovets zudem ein Weltmeister von 2007, der als Spieler unter anderem bei der SG Flensburg-Handewitt, den Rhein-Neckar Löwen, der MT Melsungen und der HSG Wetzlar unter Vertag stand. 101 Länderspiele absolvierte er für Weißrussland und 71 Länderspiele für Deutschland – inklusive Triumph bei der Heim-WM.

Klimovets kann bei der TGS auf eine gute Mischung aus eigenen Talenten und erfahrenen Kräften wie dem bundesligaerfahrenen Sebastian Ullrich, dem Ex-Konstanzer Jonathan Binder, Davor Sruk, Michal Wysokinski, Filip Prsa, dem lettischen Nationalspieler Maris Versakovs und dem mehrmaligen Drittliga-Torschützenkönig Florian Taafel bauen. Mit Marco Kikillus (41 Treffer) steht zudem ein Pforzheimer aktuell auf Platz eins der Liga-Torschützenliste.

Zuletzt war Pforzheim in zwei schweren Spielen gegen Pfullingen und Kornwestheim erfolgreich und strotzt nach starken Leistungen vor Selbstvertrauen. „Das war schon nahe an der Perfektion“, meinte Maris Versakovs nach dem Kantersieg gegen Meister Kornwestheim. „War die Leistung schon meisterlich“, fragte die Pforzheimer Zeitung anschließend. Florian Taafel grinste: „Ich denke, wir können noch viel besser spielen. Und wir machen auch Woche für Woche einen Schritt nach vorne. Aber wir schauen von Spiel zu Spiel. Jetzt freuen wir uns natürlich aufs nächste Spitzenspiel in Konstanz.“ Sein Vater Wolfgang, TGS-Abteilungsleiter, hatte vor der Partie gegen Kornwestheim gesagt: „Wenn wir heute gegen Kornwestheim gewinnen, dann gewinnen wir auch in Konstanz.“

Ganz anders die Lage bei der HSG. Auf Konstanzer Seite werden die Sorgenfalten vor diesem Duell nicht kleiner. Am Donnerstagabend verletzte sich Fabian Wiederstein am Handgelenk. Der durchsetzungsstarke Kreisläufer, zuletzt einer der besten Konstanzer und in der Abwehr und im Angriff ein ganz wichtiger Baustein, wird damit am Wochenende ausfallen. Eine genaue Diagnose steht noch aus, Cheftrainer Daniel Eblen sagt aber: „Wenn wir Pech haben, fällt er längerfristig aus.“ Er selbst wird gegen Pforzheim ebenfalls fehlen, da er gezwungen ist, das ganze Wochenende an einem Lehrgang zu Erneuerung der A-Lizenz in Köln teilzunehmen. Einer beantragten Spielverlegung, etwa auf Freitag, stimmten die Gäste nicht zu. Auf dem Weg der Besserung befinden sich jedoch die zuletzt ebenfalls angeschlagenen Paul Kaletsch und Tom Wolf.

Insgesamt nicht nach Wunsch verlaufen ist der Saisonstart der HSG Konstanz. Am Ausgang eines einzigen Spiels will Daniel Eblen dies jedoch nicht festmachen. „Wir waren von unseren guten Leistungen in der Vorbereitung und im Testspiel gegen die Schweiz zuletzt weit weg“, hält er fest. „Natürlich muss man dann nach den Gründen suchen. Die Jungs haben ja gezeigt, dass sie es viel besser können.“ Eine „Kopfgeschichte“, meint der 44-Jährige – aber keinesfalls eine „Charakterschwäche“. Dafür zeigte sich die HSG trotz aller Mängel zuletzt viel zu kämpferisch und egalisierte mehrmals hohe Rückstände. „Ich denke, wir müssen wieder mit mehr Leichtigkeit Handball spielen und uns nicht den Kopf zerbrechen“, findet Eblen, trotz eigenen Drucks und jenem von außen. Dafür wurde auch mit Mentaltrainer Tarek Amin zusammengearbeitet. Außerdem fordert er in der Abwehr richtig zu verteidigen und „mehr reinzugehen“.

Pforzheim setzt ebenfalls auf eine sehr kompakte Abwehr mit guten Torhütern, hat aber auch im Rückraum herausragendes Personal und spielt mit viel Tempo nach vorne. „darauf müssen wir aufpassen“, warnt Eblen. „Im Rückzug waren wir letzte Woche nicht so parat, das müssen wir besser machen“. Handballerisch habe seine Mannschaft in den ersten Begegnungen nicht das abgerufen, was man sich vorgestellt habe. Zu viele Fehler, die Abwehr noch nicht so beweglich wie in der Vorbereitung und das Thema Abschlüsse, das „auch im Training eine Rolle spielt“, so Eblen. „Es war uns allen bewusst, dass es nicht einfach wird und dass wir Zeit benötigen. Wir haben immer mittel- und langfristig gedacht und wissen, dass eine Menge Arbeit auf uns wartet.“ Arbeit, bei der zuletzt vor allem der Angriff im Fokus stand, die Früchte aufgrund der Chancenverwertung aber nicht geerntet werden konnten. Über die Abwehr soll nun wieder die Stabilität erarbeitet werden, die im Angriff die Sicherheit und den erhofften Befreiungsschlag bringt.

Eintrittskarten können bequem online als Print@Home- sowie Handy-Ticket – auch spontan vor der Halle mit dem Smartphone – gebucht werden. Damit können lange Warteschlangen an der Abendkasse umgangen werden.

Das Spiel im kommentierten Full-HD-Livestream: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

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