Konstanz gewinnt bei Meister Kornwestheim

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Nach dem Sieg gegen Pforzheim konnte sich die HSG Konstanz mit über 70 mitgereisten Fans auch beim amtierenden Drittliga-Meister SV Salamander Kornwestheim mit 26:25 (14:12) durchsetzen und sich mit nun 8:4 Punkten auf Tabellenplatz fünf verbessern. Am Mittwoch, 17 Uhr, wird nun Zweibrücken-Saarpfalz in der Schänzle-Sporthalle erwartet.

Schon mehr als vier Minuten vor dem Ende leuchtete es in Rot auf der Anzeigetafel: 26:25 für die Gäste aus Konstanz. Dramatische vier Minuten später und einige Angriffe auf beiden Seiten später: Immer noch 26:25 – für die HSG Konstanz. Weil die HSG zweimal die Chance zur Entscheidung ausließ und zweimal dem Gegner die Möglichkeit zum schnellen Gegenangriff bot. Weil aber zugleich auch die Abwehr wie schon in der Vorwoche auch dieses Mal dicht hielt. Weil in einer verrückten Schlussminute einmal mehr mit „viel Einsatz und Leidenschaft“, so Trainer Daniel Eblen, gespielt wurde, als es drunter und drüber ging. Und weil der eingewechselte Torwart Maximilian Wolf kurz vor dem Ende den freien Wurf von Linksaußen Fabian Kugel spektakulär abwehrte. Schluss war in einem dramatischen Duell aber immer noch nicht. Drei Sekunden vor dem Ende sicherten sich die Gastgeber noch einmal einen Freiwurf. Shooter Hendrik Schoeneck wurde gesucht, doch Konstanz warf im Block mit Felix Krüger (s. Foto), Tom Wolf, Fabian Wiederstein und Paul Kaletsch alles hinein. Felix Krüger wehrte den Ball ab, den Abpraller schnappte sich der neunfache Torschütze Christopher Tinti – und fand, wohl ohnehin kurz nach der Sirene – erneut seinen Meister in Maximilian Wolf.

Nun gab es kein Halten mehr. Fabian Wiederstein rannte wild jubelnd über das ganze Spielfeld zum prall gefüllten HSG-Fanblock, dann zurück in den Torraum, wo Maximilian Wolf schon in einer Jubeltraube gefeiert wurde. Wenig später begann die Party vor den eigenen enthusiastischen Fans. Maximilian Wolf schwenkte die badische Flagge und stimmte die Humba an, Auswärtssieg-Sprechchöre hallten durch die Sporthalle Ost, die Jubel-La-Ola schwappte durch den Block und schließlich intonierten die vielen Schlachtenbummler vom Bodensee das Lied der Fischerin vom Bodensee. Nach Herzinfarkt-Gefahr absolute Gänsehaut-Gefahr. „Das war der absolute Hammer, was unsere Fans heute hier abgerissen haben“, strahlte Kapitän Tom Wolf nach dem Schlusspfiff. „Das hat uns von Anfang bis Ende getragen. Ohne diese Unterstützung wäre es noch schwieriger geworden als es ohnehin schon war, ein superschweres Spiel. Kornwestheim hat echt stark gespielt.“

Eines, das genauso begonnen hatte, wie es endete: extrem stimmungsvoll. Als die HSG Konstanz einlief, starten die HSG-Fans einen Countdown, ehe sich ein dichter Konfetti-Regen in gelb und blau über die Tribüne legte. Gänsehautmomente für Tom Wolf. „Das beste Auswärtsspiel, das ich bisher in Sachen Stimmung erlebt habe“, sagte er. „Wenn man hier reinläuft und den ganzen Block in gelb und blau sieht – Wahnsinn. Und dann der Konfetti-Regen, da wird einem direkt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.“ Das Lächeln der Konstanzer, es wurde nach siebenhalb gespielten Minuten immer größer. Obwohl die HSG schon in den Anfangsminuten den ersten von zwei Siebenmetern ausließ, besorgte Fabian Maier-Hasselmann das 4:1.

Konstanz war die spielbestimmende Mannschaft, formierte wieder einen sehr gut funktionierenden 6:0-Abwehrriegel und schloss vorne überlegt ab. Hinten Herz, vorne Hirn hatte Daniel Eblen gefordert – und die Marschrote ging auf. Doch nach dem 7:4 (13.) durch den wieder einsetzbaren Fabian Wiederstein fand Meister Kornwestheim immer besser in die Partie hinein und kam in Unterzahl durch ihren bundesligaerfahrenen Top-Torjäger Peter Jungwirth bis auf ein Tor heran. „Wir haben“, befand Eblen, „in der ersten Halbzeit zu wenig aus unserer guten Leistung gemacht.“ Denn die auch von Salamander-Trainer Alexander Schurr beobachtete Konstanzer Überlegenheit in Hälfte eins schlug sich in einem schon hier spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen kaum im Ergebnis nieder. Hätte nicht Simon Tölke einen freien Gegenstoß quasi mit der Halbzeitsirene pariert, die HSG hätte nicht einmal das Zwei-Tore-Polster in die Pause genommen.

Nach dem Seitenwechsel waren es jedoch die Schwaben, die nun am Drücker waren. Eine Vier-Tore-Führung der HSG konterten die Hausherren zum 17:17 (39.). Wie so oft war es Christopher Tinti, der erfolgreich war. Als Peter Jungwirth einen seiner vier Siebenmeter zum 20:19 verwandelte, schien die Partie endgültig zu kippen. Eblen: „In dieser Phase übertragt sich die Energie von der Tribüne auswärts oft auf die Heimmannschaft. Doch durch unsere Fans war sie immer noch auf unserer Seite und hat die Jungs weiter angetrieben. Das war mit einer der Knackpunkte.“ Denn auch wenn Konstanz bis zur 50. Minute in Rückstand lag (22:23), so gingen die Gelb-Blauen wieder mit zwei Toren in Front – ehe Felix Krüger nach überstandener Unterzahl den Ausgleich Kornwestheims mit dem Siegtreffer vier Minuten vor dem Ende beantworte. „Ein tolles Handballspiel, trotz einiger Fehler am Schluss auf beiden Seiten“, fand der HSG-Coach. „Es war extrem spannend und unsere Jungs haben das bei einer richtig starken Truppe, die der SVK hat, toll gemacht. Wir haben viel dafür getan, dass wir in der Schlussphase die Abpraller dieses Mal zu uns bekommen haben, haben uns richtig reingebissen.“

Zeit zum Durchatmen bleibt der HSG Konstanz jedoch keine. Schon am Mittwoch, dem Tag der Deutschen Einheit, empfängt die HSG um 17 Uhr die VT Zweibrücken-Saarpfalz in der Schänzle-Sporthalle zum nächsten Duell.

SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz 25:26 (12:14)

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (3), Tom Wolf (4), Fabian Wiederstein (3), Paul Kaletsch (7/2), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann (3), Joschua Braun (1), Tim Jud (1), Tim Keupp (1), Samuel Wendel (1).

Zuschauer: 600 in der Sporthalle Ost Kornwestheim.

Schiedsrichter: David Homa und Oliver Mehl.

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