Konstanz Michael Stotz vor dem Spitzenspiel

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Am Samstag, 20 Uhr, kommt es zum absoluten Schlagerspiel der 3. Liga Süd: Der mit sieben Siegen in den ersten sieben Spielen mit neuem Vereinsrekord gestartete TSB Heilbronn-Horkheim empfängt als Tabellenführer die zuletzt dreimal in Folge siegreiche HSG Konstanz, die aktuell auf Rang zwei notiert ist. Die Gäste werden wie schon in Kornwestheim mit einem großen Fanbus anreisen.

Dass dies nicht nur für Freude auf Heilbronner Seite und für ein Konfetti-Verbot sorgt, was die HSG derzeit so stark macht und Michel Stotz (siehe Foto) vom Spiel erwartet, hat HSG-Pressesprecher Andreas Joas erfragt und zum „Konfetti-Skandal“ von Horkheim nachgehakt.

Michel Stotz kam im Sommer vom TV Neuhausen in die größte Stadt am Bodensee. Der 19-jährige gebürtige Reutlinger studiert an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz Informatik und wohnt in einer HSG-Handball-Wohngemeinschaft. Der 1,93 Meter große Kreisläufer ist der jüngste Spieler im festen Drittliga-Kader.

Michel, zuletzt gab es ein spielfreies Wochenende, das für die HSG nicht besser hätte laufen können: Konstanz bleibt auf Platz zwei der 3. Liga.
Wir konnten uns alle erholen und kurz durchatmen, das war gut. Danach sind wir umso fokussierter in das Training gestartet. Über die fast alle für uns gelaufenen Ergebnisse war ich teilweise sehr überrascht. Der Spieltag hat uns in tabellarischer Sicht natürlich in die Karten gespielt. Jetzt kommt es zu einem echten Topspiel.

Bist Du zufrieden mit 10:4 Punkten und dem anfangs etwas holprigen Saisonstart?
Wir kommen immer besser in Fahrt, sind aber noch lange nicht dort, wo wir sein wollen und auch müssen, um oben mitzuspielen. Die drei Siege in Folge waren jedoch eine Bestätigung für uns in der Hinsicht, dass wir zwar noch nicht über 60 Minuten, aber große und immer größer werdende Teile des Spiels zeigen konnten, was wirklich in uns steckt. Mit der Punktausbeute können wir insgesamt schon zufrieden sein, mit einigen Spielen allerdings nicht. Wir haben, selbst verschuldet, Punkte liegen gelassen.

Wo waren zu Saisonbeginn die Probleme und was macht Euch zuletzt so erfolgreich?
Gegen Pfullingen haben wir uns im Angriff extrem schwer getan. In der Abwehr hat, natürlich auch bedingt durch die neue Aufstellung, die Abstimmung noch nicht hundertprozentig gepasst. Nun kommt es uns zugute, dass Simon Tölke und Maximilian Wolf immer besser mit den Blockspielern harmonieren und uns viele wichtige Bälle halten.

Gilt das auch für Dich: Bist du nun richtig angekommen, nach zuletzt starken Leistungen und vier Toren gegen Zweibrücken?
Es ist mir schnell gelungen, mich im neuen Umfeld und der Mannschaft einzuleben. Das Team hat es den Neuzugängen sehr leicht gemacht. Jetzt habe ich auch mein Informatikstudium aufgenommen. Als neuer Spieler ist es als Kreisläufer zunächst nicht so leicht, die Abstimmung mit dem Rückraum zu finden. Das läuft nun immer besser und ich bin guter Dinge, dass dies so weitergeht.

Jetzt steht das Duell Erster gegen Zweiter bevor. Mehr Topspiel geht nicht.
Ich spreche hier nicht nur für mich: Jeder freut sich riesig darauf – und jeder will unbedingt gewinnen. Wir wissen, dass dies gerade auswärts nicht leicht wird. Aber wir können wieder wie schon in Kornwestheim auf unsere überragenden und zahlreichen HSG-Fans bauen. Es kribbelt schon ein wenig, wir sind alle heiß.

Heilbronn steht mit 14:0 Punkten und sieben Siegen in Folge an der Spitze – Vereinsrekord. Was sind die Stärken des TSB und was erwartest Du für ein Spiel?
Heilbronn verfügt über einen durchweg guten Kader, in dem jeder ein Spiel entscheiden kann. Wir müssen uns auf alles gefasst machen. Der TSB setzt auf einen aggressiven, schnellen Handball. Da müssen wir uns dagegenstellen. Das heißt, es muss sofort klar sein, dass wir den Sieg zu 100 Prozent wollen und mit diesen Emotionen spielen. In gleichem Maße heißt es kühlen Kopf vor dem Tor zu bewahren und die Chancen zu nutzen. Und wir müssen Fehler und leichte Gegentore vermeiden, um uns das Leben nicht selbst schwer zu machen.

Begleitet wird die HSG erneut von einem Fanbus. Allerdings gab es vom TSB das unter Durchsuchung beim Einlass und polizeilicher Verfolgung angedrohte Konfetti-Verbot. Wie wichtig ist die Unterstützung durch die Fans und wie empfindest Du den „Konfetti-Skandal“?
Die Fans sind in jedem Spiel extrem wichtig. Es macht einfach Spaß auf dem Spielfeld zu stehen, wenn so viele Anhänger mitfiebern und dich anpeitschen. Das kann in engen Spielen mitentscheidend sein. Über das Konfetti-Verbot musste ich erst etwas schmunzeln und wusste nicht, wie Ernst das gemeint ist. Ich sehe das nicht so kritisch, es geht schließlich um keine Sachbeschädigungen. Das gehört im Sport dazu und sind mega geile Aktionen und Emotionen. Jedes Mal überlegen sich unsere Fans etwas Neues. In den Videos und auf den Bildern aus Kornwestheim sieht man, was für coole Sachen dabei herauskommen.

Fragen: Andreas Joas