Kitzelige, gefährliche Aufgabe für Konstanz

Foto: Peter Pisa

3.Liga Süd
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Bis auf Tabellenplatz zwei ist die HSG Konstanz mit vier Siegen in Folge inzwischen geklettert und konnte den Rückstand auf Rang eins mit einem fulminanten 34:25-Erfolg beim bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter Heilbronn-Horkheim auf nur noch zwei Zähler verkürzen. Nun wartet am Sonntag, 17 Uhr, in der Schänzle-Sporthalle eine ganz andere Aufgabe, aber eine „kitzelige“, wie Cheftrainer Daniel Eblen vor dem Duell mit der TSG Haßloch betont.

Nervenkitzel hatte Eblen indes selbst am vergangenen Wochenende, ohne bei der Mannschaft zu sein. Während in Horkheim bereits früh die Konstanzer Party steigen und die HSG mit einer Topleistung überzeugen konnte, wartete er daheim vergebens darauf, dass die sich ankündigende Geburt seiner Tochter vollzog. Doch die beruhigte sich wieder und wird wohl erst in den nächsten Tagen das Licht der Welt erblicken. So saß er daheim – und musste von seiner Frau beruhigt werden. Denn während Eblens Gattin sich über den Liveticker mit den aktuellen Zwischenständen versorgte, traute sich der HSG-Coach lange nicht. „Erst zehn Minuten vor Schluss“, lachte er. „Aber ich habe mich natürlich riesig gefreut.“

Beim Videostudium hätte er sich gleich eine Tüte Popcorn aufmachen können angesichts der beeindrucken Vorstellung seiner Mannschaft. Hat er natürlich nicht, denn die Abwehrleistung und das Rückzugsverhalten waren dem Trainer Genuss genug. „Das war richtig gut“, lobte der 44-Jährige und stellte erfreut fest: „Wir haben zudem ganz wenige Fehler begangen. Das hat uns zu Saisonbeginn noch Probleme bereitet und war nun viel besser.“ Verbunden ist damit die Hoffnung, dass dies so bleibt. Dafür werde weiter hart gearbeitet.

„Wir sind uns bewusst, dass solche Spiele nicht alltäglich sind“, ordnet er den hohen Erfolg ganz bewusst als außergewöhnliches Ereignis ein. Wobei allerdings in den letzten Wochen auch eine beachtliche Entwicklung im Spiel der HSG Konstanz zu beobachten ist. Nach einem kleinen Stotterstart und noch vielen kleinen Abstimmungsproblemen hat die junge Mannschaft vom Bodensee nun richtig Fahrt aufgenommen und zueinander gefunden. „Dass man sich dies unter der Woche und in den Spielen hart erarbeiten muss, wissen wir“, sagt Eblen und verbindet damit zugleich eine Warnung und einen Auftrag an seine Schützlinge. Man stehe gerade in puncto Selbstvertrauen nun deutlich besser als zu Rundenbeginn da, doch „das ist immer ein schmaler Grat. Es ist völlig egal, gegen wen wir in dieser Liga spielen. Wenn nur ein bis zwei Prozent fehlen, reicht es nicht.“

Für eine Verdeutlichung, wie eng es tatsächlich in der 3. Liga Süd zugeht, gibt es aktuell kein besseres Beispiel als das der TSG Haßloch. Die letzte Saison schloss der letzte deutsche Feldhandballmeister von 1975 noch als Tabellenvierter ab, nun stehen erst zwei Siegen bereits sechs Niederlagen gegenüber. Allerdings: Fünf davon nur mit einem oder zwei Toren. Wie sich dies anfühlt, kann die HSG Konstanz mit fünf eigenen Ein-Tor-Niederlagen in der letzten Spielzeit nur zu gut nachempfinden. Eblen: „Haßloch verfügt über einen sehr variablen Angriff und spielt eine sehr aggressive Abwehr in ganz unterschiedlichen Formationen.“ Die Pfälzer seien ein Team, das versucht, das Tempo zu kontrollieren. „Hier müssen wir auf giftige Nadelstiche aufpassen“, sagt er mit Blick auf das sehr erfahrene Personal in Form des lettischen Nationalspielers Elvijs Borodovskis, dem EHF-Cup erfahrenen Slowenen Ales Muhovec sowie Kreisläufer Stefan Job und Rückraum-Shooter Kevin Seelos. Oft versuchen die TSG-Akteure geduldig auf Fehler in der Abwehr des Gegners zu warten und diese zu provozieren. „Das ist eine ganz andere Aufgabe als zuletzt in Horkheim“, erklärt Eblen. „Aber eine gefährliche. Das ist eine gute Mannschaft, die hochmotiviert zu uns kommen wird.“

Damit dieser Spieltag für den Konstanzer Übungsleiter etwas weniger nervenaufreibend als der letzte verläuft, hofft er darauf, dass sich seine Spieler im Zwiespalt zwischen hohem Tempo und geringer Fehlerquote wieder so hervorragend präsentieren wie im Topspiel. Doch gerade in diesem Punkt hat sich die HSG sehr positiv entwickelt, wenn auch Rückschlage nicht ausgeschlossen sind, wie Eblen ergänzt. „Ein bisschen Risiko ist immer dabei. Wir müssen das Gleichgewicht finden.“ Dann sollten die Handball-Fans vom Bodensee und aus dem Hegau wieder viel Spaß an ihrer bestens aufgelegten Mannschaft haben. Und Eblen ohne Baldriantee auskommen

 

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Letzte Aktualisierung: 18.11.2018 15:10:55
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