Großwallstadt wie ein Schweizer Uhrwerk

Foto: Stefan Luksch

3.Liga-Archiv
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Von wegen Fastenzeit: Der TV Großwallstadt präsentiert sich nach wie vor in blendender Verfassung und besiegt, insbesondere nach einer sehr überzeugenden ersten Halbzeit, vor fast 2000 Zuschauern in Elsenfeld die HSG Rodgau Nieder-Roden mit 26:19 (16:10).

Weil gleichzeitig die beiden schärfsten Widersacher des Tabellenführers Großwallstadt der HC Erlangen II (zuhause 22:23 gegen Bernburg) und die SG Leutershausen (auswärts 23:24 gegen Großsachsen) verlieren, haben die Hofmann-Schützlinge schon mindestens neun Minuspunkte Vorsprung auf die übrigen 15 Mannschaften der dritten Liga Ost.

Nur nach dem allerersten Tor, einem Tempogegenstoß von Michael Weidinger, lag der Gast in Führung, danach übernahm der Hausherr das Kommando. Auch ein Verdienst von Dino Corak, der sich, in der Abwehr ohnehin feste Größe, jüngst auch immer mehr zum Torschützen mausert, und diesmal nach noch nicht ganz vier Minuten bereits dreimal getroffen hatte. So lag Großwallstadt rasch 4:2 vorne und sollte den gegnerischen Ligavierten in der Folge zu keinem Zeitpunkt mehr aufkommen lassen. „Ich habe mich die ganze Woche auf das Spiel gefreut“, bekannte TVG-Trainer Manfred Hofmann hernach, „und hatte ein tolles Spiel versprochen. Das war es dann auch!“ Der Hausherr warf das ganze aus zuvor 13 Siegen in Folge gewonnene Selbstvertrauen in die Waagschale und nötigte nicht nur Gästecoach Jan Redmann ein Kompliment ab: „Der TVG war von A bis Z besser: taktisch, spielerisch und auch abgebrühter.“ Der von den Zuschauern zu Recht gefeierte Hausherr nutzte dies, um beim 10:6 durch einen Unterarmwurf von Mario Stark erstmals auf vier Tore Unterschied zu erhöhen und hatte nach einem Tempogegenstoße des in den letzten Wochen auffällig agierenden André Göpfert sogar auf 12:6 aufgestockt. Auch zur Pause sollten sechs Tore zwischen beiden stehen. Erste 30 Minuten, nach denen man dem Primus ein pauschales Lob zollen muss. Gegen einen TVG in dieser Form tut sich in der dritten Liga jeder Kontrahent schwer.

„Das Spiel ist einfach von Anfang an gelaufen“, hatte TVG-Kreisläufer Dino Corak nach der Begegnung eine simpel erscheinende Erklärung bei der Hand. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass er gemeinsam mit Schlussmann Artūrs Kuģis daran ganz erheblichen Anteil hatte. Der Nationaltorwart hatte im ersten Durchgang bereits unter anderem drei Siebenmeter abgewehrt und übertraf diesmal seine beiden ebenfalls recht namhaften Kontrahenten Marco Rhein und Sandro Friedrich deutlich. Wobei man dem Gast sicherlich zubilligen muss, dass mit Abwehrchef Philipp Keller und Felix Hain zwei wertvolle Akteure nicht zur Verfügung standen. Nicht vergessen werden darf aber auch, dass dem TVG Florian Eisenträger, Lars Spieß und Luis Franke wegen Blessuren fehlten. Großwallstadt ist mittlerweile in seiner Entwicklung soweit, dass es sich – im Gegenteil übrigens zum Hinspiel – durch solche Rahmenfaktoren nicht mehr aus der Bahn werfen lässt. Hinzu kam, so analysierte der ehemalige Trainer der TVG-Junioren Jan Redmann, „dass wir heute eine richtig schlechte und der TVG eine sehr gute Leistung geboten haben.“ Der Spitzenreiter lief präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und schien im zweiten Durchgang zwischenzeitlich drauf und dran, die Differenz zwischen beiden zweistellig werden zu lassen. Soweit kam es nicht, dafür wurden aber alle Großwallstädter Feldspieler eingesetzt und gewannen absolut verdient.

Der Tabellenführer ist am kommenden Wochenende spielfrei, ehe dann die Auswärtspartie bei der SG Bruchköbel sowie am 11. März 2018 das Heimspiel gegen Coburg II auf dem Spielplan stehen werden.

TV Großwallstadt – HSG Rodgau Nieder-Roden 26:19 (16:10)

TV Großwallstadt: Koppmeier, Zecher, Kuģis; Spatz 6/3, Geck 1, Blank, Raab, Schnellbacher 2, Corak 8, Stark 4, T. Spieß 1, T. Keck, Winkler, Göpfert 4.

HSG Rodgau Nieder-Roden: Friedrich, Rhein; Weber 2/1, Henkel, Schmid, von der Au, Kohlstrung, Stenger 3, Weidinger 3, Hoddersen 2, Schopper 2, Müller 3, Kaiser 4/3.

Zuschauer: 1972 in der Untermainhalle in Elsenfeld.

Schiedsrichter: Beck/Braun.

Siebenmeter: 4/3:7/4 (Spatz vergab – Kaiser scheiterte zweimal, Kohlstrung einmal).

Zeitstrafen: 10:6 Minuten (T. Spieß zweimal, Corak, Stark Winkler – Weber, von der Au, Stenger).

 

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