TV Grosswallstadt ist Meister 3.Liga Ost !

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

3.Liga Ost
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Zum ersten Mal seit fast drei Jahrzehnten hat der TV Großwallstadt nach seinem 23:22-Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des HC Erlangen wieder eine Meisterschaft in Elsenfeld gefeiert. Schon im Mai 1990 war in der Untermainhalle, die damals noch nach dem Leichtathleten Rudolf Harbig benannt war, der Jubel groß.

Die Situation war freilich damals eine andere. Nach dem Gewinn der Play off-Runde und der Erringung der siebten und bisher letzten deutschen Meisterschaft fiel das Team der Kovacs‘, Roths und Hönniges auseinander und entging im Folgejahr dem Abstieg nur um Haaresbreite. Diesmal scheint die Zukunft womöglich dem TVG zu gehören, und der Traditionsverein zumindest ein Stück weit zurück auf der nationalen Handballkarte. Seit Sonntag stehen Meisterschaft und Aufstiegsrecht endgültig fest.

Dem zuvor gegangen war allerdings im Spitzenspiel Tabellenerster gegen Zweiter ein hartes Stück Arbeit. Der mittelfränkische Gast, der aufgrund der Regularien gar nicht aufsteigen darf, war ganz offensichtlich keinesfalls angereist, nur um dem TVG artig zum Titelgewinn zu gratulieren. Dass Co-Trainer Helmut Hofmann dies nach einer wahrlich mit Haken und Ösen geführten Begegnung dennoch tat, gehört wohl zu einer der angenehmen Seiten, die die Sportart Handball für gewöhnlich auszeichnen. „Dem TV Großwallstadt, Spielern, Trainern und Offiziellen herzlichen Glückwunsch zum verdienten Aufstieg. Die Mannschaft hat die Liga beherrscht“, fand er nach Abpfiff ziemlich versöhnliche Worte.

Auf dem Feld wurde mitunter mit weitaus härteren Bandagen zu Werke gegangen. So war es in der Anfangsphase bei den Hausherren, vor trotz exzellentem Wetter sehr gut besuchter Halle, immer wieder Michael Spatz, der an den Siebenmeterstrich ging. Der Linkshänder hatte diesmal wieder im rechten Rückraum begonnen. Durch den bereits dritten verwandelten Strafwurf brachte er den TVG nach zehn Minuten mit 5:4 in Führung. Der HCE ließ sich trotz mitreißender Stimmung in der Halle allerdings nicht von seinem Kurs abbringen und zog Mitte der Halbzeit sogar selbst in Führung. Zumindest einen Punkt brauchte Großwallstadt unter dem Strich, um sich bereits vorzeitig zum Meister zu küren. Dieses Unterfangen schien noch schwieriger zu werden, als die beiden Unparteiischen Mario Stark infolge eines Foulspiels in der 24. Minute disqualifizierten. Bis dahin war der Rückraumspieler treibende Kraft im Spiel seiner Mannschaft. Erlangen zog nun sogar mit 10:12 in Front, der TVG konnte nur aufschließen.

Dennoch war angesichts eines 13:14-Halbzeitstandes auch im zweiten Abschnitt noch für jede Menge Spannung gesorgt. „Ich habe mich nicht umsonst heiser gebrüllt“, bekannte Großwallstadts Trainer Manfred Hofmann nach der Partie, „schon die ganze Woche habe ich schließlich damit gerechnet, dass uns Erlangen alles abverlangen wird. Es war dann ja auch ein enges und dramatisches Spiel, zwar mit technischen Abstrichen, aber kämpferisch eines der besten, die ich gesehen habe.“ In diesem ging der Gast mit 14:16 durch Maximilian Lux nach 37 Minuten ein letztes Mal mit zwei Toren Unterschied in Führung, danach drehten sich die Kräfteverhältnisse ganz allmählich. Wobei der TVG immer noch auf dem ausgesprochen schmalen Grat zwischen Meisterschaft und Aufstieg oder weiterem Warten wandelte.

Erst fünf Tore in Folge ohne Gegentreffer, schienen die Weichen mehr und mehr in Richtung Sieg zu stellen: Zunächst glich Michael Spatz mit einem seiner acht Tore auf 17:17 aus, dann erhöhten zwei weitere Tore des Linkshänders sowie Treffer von Tom und Lars Spieß bis auf 21:17. Die Halle stand nun endgültig Kopf und nötigte nicht nur TVG-Kreisläufer Jan Blank ein dickes Lob ab: „Danke, dass ihr alle da ward!“ Zunächst sollte aber die Partie, die der 25-Jährige als hart und zerfahren beschreibt, noch knapp zehn Minuten andauern. Dabei gelang es dem HCE tatsächlich noch einmal bis zur 57. Minute auf 21:21 auszugleichen, der Ausgang des Spiels war nun abermals offen. Florian Eisenträger warf die Gastgeber wieder in Front, und auf der Gegenseite war Artūrs Kuģis zur Stelle. Lars Spieß entschied dann, 90 Sekunden vor Spielschluss, mit einem von der Abwehr abgefälschten Wurf zum 23:21 die Partie endgültig zugunsten Großwallstadts. Der letzte Treffer des HCE zum 23:22 hatte nur noch statistischen Wert. Überglückliche Anhänger, Spieler und Verantwortliche lagen sich nach dem Schlusspfiff in den Armen. Fünf Spieltage vor Rundenschluss ist Großwallstadt bereits am Ziel seiner Träume angekommen.

Bis tief in die Nacht wurde ausgelassen gefeiert. Dabei war die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich, so dass an dieser Stelle auf Einzelheiten auch verzichtet werden soll. Allenfalls muss noch erwähnt werden, dass der Mannschaftsgeist, der die Sieben auszeichnet und in dieser Prägung im Lager des TVG in höheren Klassen schon seit vielen Jahren nicht mehr beobachtet werden konnte, auch beim Feiern alle miteinschloss. Wobei ein letztes Dankeschön vor allem dem Hausmeister gelten muss, der die Spieler mit einer stoischen Ruhe, die wohl selbst TVG-Trainer Manfred Hofmann hätte durchaus sehr beeindrucken können, gewähren ließ, so dass sie ihre Meisterfeier in vollen Zügen genießen konnten.

Nach einem Tag Pause beginnt dann allerdings für den frischgekürten Titelträger schon wieder die Vorbereitung auf die nächste Paarung. Zu dieser erwartet am Sonntag Northeim den TVG in Göttingen.

TV Großwallstadt – HC Erlangen II 23:22 (13:14)

TV Großwallstadt: Koppmeier, Kuģis; Spatz 8/5, Geck 1, Franke, Eisenträger 3, Blank, Schnellbacher, Corak 1, Stark 3, T. Spieß 3, Winkler, L. Spieß 4, Göpfert.

HC Erlangen II: Walzik, Haßferter; Bayer 1, Neuß, Poser, Lux 8/4, Wagner 2, Walz, Gräsl 3, Schletterer 1, Hayn, Halota, Müller 4, Wenzel 3.

Zuschauer: 1889 in der Untermainhalle in Elsenfeld.

Schiedsrichter: Marchlewitz/Stadtmüller.

Siebenmeter: 7/5:5/4 (Spatz und Eisenträger vergaben – Lux scheiterte).

Zeitstrafen: 6:12 Minuten (Eisenträger, Corak, L. Spieß – Neuß, Wagner je zweimal, Bayer, Gräsl).

Rote Karte: Mario Stark (TVG, 24.) infolge eines Foulspiels.

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