Paukenschlag in Hagen: Trainer Hepp schmeißt hin

(Foto: Marcel Schweppe)

3.Liga-Archiv
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Bewertung: 1 / 5

Stern aktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Einen echten Paukenschlag erlebten die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen am heutigen Montag. Beim Abendtraining trat Trainer Lars Hepp nur noch vor die Mannschaft, um sich von ihr zu verabschieden.

Die jüngste Negativserie mit nicht einkalkulierten Punktverlusten bei der Bundesliga-Reserve des TSV GWD Minden als auch vor heimischer Kulisse gegen den TSV Bayer Dormagen bedeutete die letzten Tropfen, die das Fass für den Übungsleiter nach vier Jahren auf der Hagener Kommandobrücke zum Überlaufen brachten. In einem mehrstündigen Gespräch mit Vereinspräsident Detlef Spruth verständigte sich Hepp darauf, seine ursprünglich bis zum 30. Juni 2018 datierte Tätigkeit vorzeitig zu beenden.

Hepp war vor etwas mehr als vier Jahren vom damaligen Tabellenführer TuS Wermelskirchen, der aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückzog, zur Eintracht gewechselt – und hatte diese mit neuer taktischer wie strategischer Ausrichtung sowie einer Spielerinfusion aus einer damals prekären Situation gerettet. Schnell formte der 38-Jährige ein Erfolgsteam, in dem seine Handschrift eindeutig zu erkennen war – und dem in der Vorsaison, wenn auch über den Umweg Relegation, nach 15 Jahren Abstinenz die Rückkehr in die 2. Bundesliga glückte. Dort bekam der steile Erfolgsweg trotz aller Stützen seitens der Vereinsoberen erste Risse – auch weil die zuvor klar erkennbare Handschrift im nun mit Profis angereicherten Kader (gepaart mit der höheren Qualität der Gegner) etwas verwischte, zudem der Klassenerhalt denkbar knapp misslang (es fehlten fünf Treffer zum Liga-Verbleib). Doch Spruth entschied sich während der Zweitliga-Saison trotz des drohenden Abstiegs, der am Ende auch Realität wurde, und lauter werdender Kritik an dem Trainer festzuhalten. Mit dieser Philosophie schien der Präsident zunächst goldrichtig zu liegen: Dem personell erneut stark veränderten VfL, als Aufstiegskandidat Nummer eins gehandelt, gelangen ab Saisonbeginn in der 3. Liga West 13 Siege in Folge. Doch spätestens mit der selbst verschuldeten Niederlage beim aktuellen Tabellen-Dritten Longericher SC begann Hepps Stuhl wieder gewaltig zu wackeln, der mehr als unnötige Punktverlust in der Enervie Arena gegen den mittlerweile enteilten Spitzenreiter Neusser HV tat sein übriges.

Was folgten waren Ankündigungen der Spieler, nun 15 Siege folgen zu lassen, um sich so den Spitzenplatz wiederzuholen. Allerdings erwies sich die Mannschaft nicht als krisenfest, hinzu kamen Verletzungen und weitere Ausfälle. Dies führte zu der aktuellen Situation, in der dem zuvor so erfolgreichen Übungsleiter nur noch die Option blieb, die Reißleine zu ziehen. „Ich möchte mich beim VfL Eintracht Hagen und meinen Spielern für vier tolle Jahre bedanken. Bedauerlicherweise ist es nicht so zu Ende gegangen, wie wir es uns alle erhofft haben, aber da kamen leider zu viele Faktoren zusammen“, resümierte ein enttäuschter Hepp.

„Ich bedauere diesen Schritt ebenfalls sehr. Wir hatten mit Lars eine sehr gute, angenehme und vor allem erfolgreiche Zeit. Er ist seit Anfang 2013 bei uns, da bauen sich auch menschliche Kontakte auf und aus. Daher begrüße ich es sehr, dass Lars dem Verein entgegengekommen ist und den Weg frei macht, da er die Mannschaft mit seiner Philosophie nicht mehr erreicht hat. Da muss man den Hut vor ziehen“, rekapitulierte Spruth, ehe er unterstrich, dass der Verein durchaus willens war, weiter mit dem Trainer zu arbeiten: „Wir hatten gehofft, dass wir trotz des Abstiegs den Weg erfolgreich weiter zusammen gehen können. Allerdings mussten wir aufpassen, nicht von den Ereignissen überrollt zu werden. Daher sind wir umso dankbarer, dass wir fruchtbare Gespräche in einer guten Atmosphäre geführt haben. Wir gehen ganz eindeutig im Guten auseinander.“

Da Hepps Co-Trainer Rainer Hantusch auf einem Lehrgang weilt übernahm U23-Trainer Hans-Peter Müller kurzerhand das Training. Wer am Samstag beim Stadtduell mit dem TuS Volmetal auf der Bank der Grün-Gelben sitzen wird, ließen die Verantwortlichen noch offen. Die besten Karten dürfte zunächst aber sicherlich Hantusch haben, für den Müller dann bei der Reserve in der Oberliga einspringen würde.

Ergebnisdienst 3.Liga

20.10.2017 20:00
3.Liga West, 09.Spieltag
  
Ahlener SG - VfL Gummersbach II 0 : 0
  
HSG Bergische Panther - Longericher SC Köln 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 20.10.2017 01:48:49
Legende: ungespielt laufend gespielt