Ganz Volmetal im Glücksrausch

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3.Liga West
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So inbrünstig wurde „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ an dieser Stelle noch nie intoniert. Schon bei der Vorstellung der Teams durch Hallensprecher Helmut Schulz am frühen Morgen schrien die „Green Devils“, die Fans des TuS Volmetal, das hier ungewohnte Motto heraus, nach der Schlusssirene schwenkten sie dazu glückselig ihre grün-weißen Fahnen.

Im Finale um den Klassenerhalt in der 3. Handball-Liga galten die Spieler von Trainer Michael Wolf in der Sporthalle Volmetal offiziell als Gäste, Kontrahent SG Pforzheim/Eutingen war quasi das „Heimteam“. Der angezeigte Endstand von 23:25 (7:11) auf der Anzeigetafel – in anderen Fällen Grund für Frust der Anhänger – bedeutete deshalb den Klassenerhalt der „Taler“. „Wie wir da zwei Tage gegengehalten haben, war ganz großes Kino“, befand TuS-Handballchef André Blümel nach dem Happy-end der Relegationsrunde. Und gab um zwölf Uhr mittags die Richtung vor: „Jetzt wird den ganzen Tag im Volmetal gefeiert.“

Gewöhnungsbedürftig waren an diesem Morgen in Dahl nicht nur Anwurfzeit und Spielstand-Anzeige. Auch die offene 3-2-1-Deckung der Pforzheimer bereitete den Volmetaler große Probleme, einen offensiven Rhythmus zu finden. Um acht Uhr früh hatte Coach Wolf zwölf Stunden nach dem 28:26-Auftaktsieg gegen Altjührden eigens zu einer Extra-Trainingseinheit gebeten, um Angriffssysteme gegen die aus dem Liga-Alltag ungewohnte Deckungsvariante zu üben. „Wir waren nicht gut genug dagegen positioniert“, bekannte er später, „erst im Laufe des Spiels hat sich das gebessert.“ So gelangen den Gastgebern in Halbzeit eins nur sechs Feldtore, fünfmal – viermal davon Kevin Herzog (s. Foto) – trafen sie gegen die von Beginn an sehr robust einsteigenden Pforzheimer vom Siebenmeterpunkt. Dass sie nach dem 3:3 (11. Minute) dennoch beständig in Führung lagen, hatten sie ihrer guten Abwehrarbeit und dem starken Manuel Treude im Tor zu verdanken, der mit seinem Treffer zum 11:7 in das von Keeper Mile Matijevic verlassene SG-Tor auch den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte.

Der schöne Vorsprung war indes schnell wieder verspielt, zum 14:14 glich Pforzheims Dominik Seganfreddo aus (42.). In Rückstand gerieten die Volmetaler vor der immer lauter werdenden Kulisse von 400 Besuchern aber nicht, dafür sorgte jetzt neben Treude maßgeblich Luca Sackmann. Der 21-jährige Linkshänder, der nach der Saison zu Ligarivale SG Schalksmühle/Halver wechselt, riss immer wieder Lücken in die Gäste-Abwehr, erzielte nach dem Wechsel vier ganz wichtige seiner sechs Treffer. „Die richtigen Tore zum richtigen Zeitpunkt“, freute sich Sackmann später über seinen gelungenen TuS-Ausstand, „Pforzheims Deckung kam mir zugute, da ist viel Platz für mich entstanden.“

Zittern mussten die Volmetaler und ihr Anhang dennoch – trotz mehrerer Dreitore-Vorsprünge – bis 40 Sekunden vor Schluss. Die Gäste hatten durch Max Lupus gerade wieder den Anschluss zum 23:22 geschafft, als Silas Kaufmann von SG-Akteur Tobias Müller rüde von den Beinen geholt wurde. Und Kevin Herzog behielt auch bei seinem sechsten Siebenmeter die Nerven, verwandelte zum vorentscheidenden 24:22. Als Pforzheims Sandro Münch im Gegenzug nur den Pfosten traf, war dies der Auftakt für ausgelassenen Volmetaler Jubel über den Klassenerhalt, in dem die letzten beiden (unbedeutenden) Treffer auf beiden Seiten untergingen. „Jetzt spielen wir auch ein drittes Jahr 3. Liga und das mit kleinsten Etat“, freute sich Blümel und fügte mit Blick auf die Szenen in und vor der Halle hinzu: „Wieviel Herzblut in diesem Verein steckt, ist unglaublich. Einfach nur geil.“

TuS Volmetal: Treude, Quick; Timon Schliepkorte (2), Frederik Kowalski (2/1), Kaufmann (1), Kirsch (2), Dommermuth (1), Sackmann (6), Dominik Domaschk (3), Dennis Domaschk (n.e.), Brockhaus, Kersebaum (n.e), Herzog (7/6), Eckervogt (2).

Mi­cha­el Wolf (Trai­ner Vol­me­tal): "Wir sind alle fix und fer­tig, aber wir hat­ten den ach­ten Mann auf der Tri­bü­ne, das war sen­sa­tio­nell. Jetzt kön­nen wir fei­ern, nur noch glück­lich sein – und im nächs­ten Jahr wie­der in der Bun­des­li­ga spie­len. Ein Hand­ball-Le­cker­bis­sen war heute nicht zu er­war­ten. In der De­ckung haben wir gut ge­stan­den, nur die Num­mer elf hat­ten wir nicht auf dem Schirm. Aber wir haben Pforz­heim müde ge­lau­fen, und jetzt gehen alle auf dem Zahn­fleisch."

Kevin Her­zog (Spie­ler Vol­me­tal): "Gegen eine sol­che De­ckung haben wir noch nie ge­spielt, dar­auf konn­ten wir uns nicht ein­stel­len. So war es eine reine Ab­wehr­schlacht, aber wir hat­ten mega Rück­halt un­se­rer Fans. Für Luca war das ein gei­ler Ab­schluss, seine Tore waren ganz wich­tig."

Luca Sack­mann (Spie­ler Vol­me­tal): "Es freut mich rie­sig für die ,Taler’, dass sie auch nächs­tes Jahr 3. Liga spie­len. Und ich mit Schalk­s­müh­le zwei­mal auf sie tref­fen."

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