Der Klassenerhalt wäre für uns wie der Gewinn der Champions League

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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2013 gewann Jogi Bitter mit dem HSV Handball die Champions League (siehe Foto) und spielte jahrelang um die Deutsche Meisterschaft - aktuell kämpft der ehemalige Nationaltorhüter mit dem TVB 1898 Stuttgart um den Klassenerhalt. Neben der sportlichen Karriere hat er aber auch auf einem anderen Gebiet große Expertise vorzuweisen.

Im Interview spricht Bitter über die Unterschiede zwischen Meisterschafts- und Abstiegskampf und gibt Tipps für die richtige Spieltagsernährung.

Du hast mit dem TVB 1898 Stuttgart am letzten Spieltag einen wichtigen Auswärtssieg gegen den direkten Konkurrenten vom Bergischen HC eingefahren. Gibt dieses Ergebnis Rückenwind für die restliche Saison?

Jogi Bitter: Wir haben die zwei Punkte unglaublich dringend gebraucht. Auswärts so hoch zu gewinnen ist nicht selbstverständlich. Aus diesem Ergebnis sollten wir viel Selbstvertrauen ziehen können.

War es auch wichtig für den Kopf, durch den Sieg die Abstiegsplätze erst einmal verlassen zu haben?

Jogi Bitter: Ich schaue nicht jede Woche auf die Tabelle, aber natürlich war es ein Wermutstropfen trotz des tollen Sieges über Leipzig während der WM-Pause da unten stehen zu müssen. Wichtig ist aber, was Anfang Juni ist und bis dahin haben wir noch alles in der eigenen Hand.

Vor deinem Engagement in Stuttgart hast du mit dem HSV Handball um die Deutsche Meisterschaft und Champions League anstatt gegen den Abstieg gespielt. Wie hast du dich mental darauf eingestellt?

Jogi Bitter: Das war schon eine Umstellung, da ganz andere Dinge wichtig werden. In Hamburg war es zum Beispiel selbstverständlich, dass man gegen den BHC gewinnt. Jetzt ist es schön, sich auch wirklich über solch einen Sieg freuen zu können. Die Anspruchshaltung ist in Stuttgart eine andere. Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen, wissen aber auch, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen können. Am Ende der Saison würden wir uns über den Klassenerhalt genauso freuen wie in Hamburg über den Gewinn der Champions League.

Was ist schwerer, in jedes Spiel als Favorit zu gehen, oder zu wissen, nicht jedes Spiel gewinnen zu können?

Jogi Bitter: Es ist schon befreiend, wenn man auch mal eine Woche trainiert und weiß, am Wochenende spielt man in Kiel. Da ist die Chance zu gewinnen normalerweise bei ungefähr 1 Prozent. Das nimmt eins Stück weit den ultimativen Druck. In Hamburg mussten wir jedes Spiel gewinnen. Hier haben wir auch mal die Möglichkeit positiv zu überraschen.

Etwas überraschend ist auch, dass du neben dem Sport noch einer weiteren Tätigkeit nachgehst. Du bist seit einigen Jahren auch als Fitness- und Ernährungsexperte aktiv. Wie kam es dazu?

Jogi Bitter: Ich habe Sport studiert und in der Zeit meiner Verletzung auch einige Fortbildungen gemacht und mir so immer mehr Fachwissen zugelegt. Bisher mache ich das nur sporadisch, zum Beispiel im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich denke aber, ich bin gut darin und kann es mir auch langfristig vorstellen. Es ist wichtig, sich rechtzeitig ein weiteres Standbein zu schaffen.

Was macht dabei den besonderen Reiz für dich aus?

Jogi Bitter: Ich finde es beeindruckend, wie schnell man mit den richtigen Tipps Erfolge bei Fitness und Ernährung erzielen kann. Ich habe Freude daran, wenn Leute durch meine Hilfe besser werden. Oft reichen schon einfache Umstellungen, um erhebliche Effekte zu erzielen.

Fitness und Ernährung sind besonders für Leistungssportler wichtig. Kommen da auch deine Teamkollegen mit Fragen zu dir?

Jogi Bitter: Klar diskutiert man regelmäßig über Trainingsformen oder unterhält sich über die Ernährung. Und für den ein oder anderen ist auch immer mal wieder eine Überraschung dabei.

Du hast dich intensiv mit dem Thema beschäftigt und sammelst viele Erfahrungen. Hast du selbst dadurch auch etwas verändert?

Jogi Bitter: Auf jeden Fall. Ich habe zum Beispiel meine Spieltagsernährung komplett umgestellt. Früher habe ich vor einem Spiel sehr kohlenhydratreich gegessen. Doch statt zum Beispiel auf Nudeln setzte ich heute auf Gemüse und Eiweiß. Gemüse hat zwar auch Kohlenhydrate, diese wirken aber viel langfristiger.

Apropos langfristig: Was ist für den TVB 1898 Stuttgart bis zum Ende der Saison noch möglich? Was stimmt dich positiv, dass ihr die Klasse halten werdet?

Jogi Bitter: Das Spiel gegen den BHC lief schon viel besser als erwartet. Das Trainerteam hat uns nach der WM-Pause auf den Punkt fit bekommen. Wir haben jetzt zwölf Punkte und bis zum Ende der Saison sollten es möglichst noch einmal genau so viele werden. Wenn wir so weiterspielen bin ich guter Dinge, dass wir das und den Klassenerhalt schaffen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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