Wetzlar will Bock umstoßen

Bild: HSG Trainer Kai Wandschneider will den "Bock umstoßen"

1.Bundesliga
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Vier Mal haben sich die HSG Wetzlar und der ambitionierte SC DHfK Leipzig bisher in einem Pflichtspiel gegenüber gestanden und vier Mal kam der Sieger nicht aus Mittelhessen (3 Niederlagen, 1 Unentschieden).

Das soll sich, wenn es nach den Domstädtern geht, am Samstagabend ändern. Dann empfangen die Grün-Weißen das Team von Neu-Bundestrainer Christian Prokop in der Rittal Arena Wetzlar. „Wir wollen den Heimvorteil nutzen und den Bock endlich umstoßen", so HSG-Trainer Kai Wandschneider vor dem Duell der Tabellennachbarn, das ab 19 Uhr von den erfahrenen Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski geleitet wird. Die Spielaufsicht hat Ralf Damian.

Die wieder einmal über 4.000 Zuschauer erwartet ein in vielerlei Hinsicht hochspannendes Aufeinandertreffen. Zum einen stehen sich zwei Teams gegenüber, die vor der Saison zunächst einmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollten und nunmehr als Tabellensechster und -siebter als die Überraschungsmannschaften der DKB Handball-Bundesliga gelten. „Leipzig spielt eine tolle Saison", zollte Kai Wandschneider den Messestädtern Respekt. „Da wir aber, was die Tiefe des Kaders angeht, nicht die Möglichkeiten haben, die Leipzig hat, würde ich unsere bisherigen Leistungen als die doch größere Überraschung ansehen." Mit 30:22 Punkten sind beide Teams nach rund Dreiviertel der Saison nicht nur punktgleich, sondern auch die Torausbeute und -differenz sind annähernd identisch.

Überraschungsteams der Liga punkt- und annähernd torgleich!

„Leipzig ist eine Mannschaft, die unheimlich schwer zu besiegen ist, da sie sehr variabel spielen und zur Not mit dem siebten Feldspieler agieren, was uns letztlich im DHB-Pokal-Achtelfinale in dieser Saison das Genick gebrochen hat", weiß Wandschneider. „Diesmal sind wir aber vorbereitet! Meine Jungs haben unter der Woche gut trainiert und sind heiß auf das Duell um Platz sechs. Wichtig wird sein, dass wir eine kompakte und aggressive Deckung stellen und richtig gute Torhüterleistung haben. Letzteres war in den beiden Niederlagen in der laufenden Saison gegen Leipzig nämlich leider nicht so."

Für Wetzlar gelte es, das eigene Spiel konzentriert durchzuziehen und sich nicht an dem hohen Tempo der Gäste zu orientieren. „Leipzig hat mehr Wechselmöglichkeiten und geht deshalb über 60 Minuten ein enormes Tempo. Deshalb muss jeder meiner Spieler wissen, dass das Rückzugsverhalten passen muss, um erfolgreich sein zu können", so der 57-jährige, der aktuell noch um den Einsatz von Neu-Nationalspieler Philipp Weber bangt.

Kai Wandschneider: „Wenn Philipp Weber spielt, erwarte ich eine Topleistung, denn er ist uns bis zum letzten Spieltag sehr viel schuldig!"

Webers persönliche Geschichte sowie die von Mannschaftskamerad Philipp Pöter verleihen dem Spiel weitere Würze. Beide waren im Sommer vom SC DHfK Leipzig nach Wetzlar gewechselt. Während Pöters Leidensgeschichte, in Leipzig noch mit schwerer Fußverletzung und in Wetzlar dann mit ärztlichem Leistungssportverbot, mittlerweile ausgestanden ist, wird Namensvetter Weber durch seine feststehende, vorzeitige Rückkehr nach Leipzig im Sommer am Samstag sicherlich unter der Beobachtung der Fans in der Rittal Arena stehen. „Philipp ist eine wichtige Person für das Spiel", weiß natürlich auch Kai Wandschneider. „Sein Einsatz wird sich sicherlich erst kurz vor dem Anpfiff entscheiden. Wenn er spielen kann, dann erwarte ich eine Topleistung von ‚Flippi', denn aufgrund unserer Arbeit mit ihm und der bekannten Umstände ist er uns bis zum letzten Spieltag sehr viel schuldig", macht der Coach seine Forderung unmissverständlich klar.

Wegen einer Schambeinreizung musste der Torjäger seit Dienstag mit dem Training pausieren. „Ich möchte natürlich unbedingt spielen", so Weber. „Es ist ein besonderes Spiel, das muss man einfach sagen. Es geht um zwei Punkte, Platz sechs und darum, die Negativserie gegen Leipzig zu beenden. Leipzig ist zwar mein neuer Arbeitgeber, aber sobald die Partie losgeht, ist da für mich Feindschaft", erklärt der Torjäger in der Wetzlarer Neuen Zeitung vom heutigen Tag. Auch Spielmacher Philipp Pöter machte bereits in den sozialen Netzwerken unmissverständlich klar: „Es waren zwei großartige Jahre in Leipzig, aber am Samstag will ich mit der HSG Wetzlar den sechsten Platz."

Somit bietet das Duell Wetzlar gegen Leipzig im Vorfeld ein breites Spektrum an Diskussionsstoff für die Fans. Am Ende ist es jedoch ein ganz normales Bundesliga-Spiel zwischen zwei Teams, die auf das bisher Erreichte durchaus stolz sein können. „Stolz ja, aber noch nicht zufrieden. Wir wollen am Samstag unbedingt gewinnen. Ich glaube allerdings, dass es eine ganz enge Kiste wird", so Kai Wandschneider. „Umso mehr sind auch unsere Zuschauer gefordert, über 60 Minuten Vollgas zu geben."

Für die Partie gibt es noch Stehplatzkarten an der Abendkasse, die bereits um 17.30 Uhr öffnet.

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