Wetzlar fordert Favoriten aus Flensburg alles ab!

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Bundesliga-Archiv
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Restlos ausverkaufte Rittal Arena, wenn einer der Meisterschaftsanwärter kommt: Im vorweihnachtlichen Duell empfing die HSG Wetzlar die SG Flensburg-Handewitt. Dabei sollte die Mannschaft von Kai Wandschneider eine Reaktion auf ihre 26:28-Niederlage in Lemgo zeigen.

Auch die SG Flensburg-Handewitt verlor ihr letztes Spiel, ausgerechnet gegen den THW Kiel mit 27:35, und stand mit Blick auf die enge Situation an der Spitze unter Druck. Nach einer starken ersten Halbzeit und der daraus resultierenden 11:9-Führung erhöhte der Gastgeber den Druck auf die Nordlichter, die hielten aber Stand und so mussten sich die Mittelhessen am Ende mit 19:24 geschlagen geben.

Die Krankheitswelle, die die HSG Wetzlar in der vergangenen Woche geschwächt hatte, ebbte so langsam ab. Jannik Kohlbacher und Joao Ferraz konnten in den Übungseinheiten wieder mehr belastet werden, während Filip Mirkulovski geschwächt von einer Magen-Darm-Grippe drohte auszufallen. Maik Muchalla auf Seiten der SG Flensburg-Handewitt stand hingegen der gesamte Kader zur Verfügung. Jim Gottfridsson, den der Coach im Derby gegen den THW Kiel noch geschont hatte, sammelte in den letzten Tagen viel Spielpraxis. Einem Einsatz von Jacob Heinl, zumindest in der Abwehr, stand auch nichts im Weg. Im Januar soll der Kreisläufer seine Schulter-Beschwerden komplett auskurieren können.

Eine erste Ermahnung vom Schieds- und Kampfgericht handelte sich SG-Trainer Maik Machulla ein - nach dem ersten torlosen Angriff seiner Mannschaft direkt zu Beginn der Partie. Grund für Unmut gab es für den SG-Trainer durchaus, denn Benjamin Buric (s. Foto) im Tor der HSG Wetzlar war von Minute eins an absolut wach. Holger Glandorf scheiterte gleich zu Beginn aus neun Metern am Torhüter der Hausherren.

Die unaufgeregte Abwehrreihe der HSG Wetzlar spielte stark auf, während die Flensburger zwar viel Zeit bekamen um ihre Angriffe gut auszuspielen, doch sie scheiterten immer wieder an der aggressiv stehenden Abwehr. Das erste Tor der Partie erzielte dann aber doch der Favorit: Henrik Toft Hansen wurde am Kreis freigespielt und ließ Buric mit dem Wurf ins linke obere Eck keine Chance. Fünf Minuten waren zu diesem Zeitpunkt vergangen, die Partie nahm Fahrt auf: Denn den ersten Treffer der HSG Wetzlar erzielte der durch seine Magen-Darm-Grippe leicht geschwächte Filip Mirkulovski direkt im Gegensatz.

Und Wetzlar übernahm die Führung: Kristian Björnsen setzte sich nach einer Parade von Buric gegen Thomas Mogensen durch, erneut nach einer Parade von Buric traf auch Max Holst zum 3:1. Der furiose Start der hart zupackenden Wetzlarer Abwehr setzte das Angriffsspiel der Flensburger unter Druck und zwang sie immer wieder ins passive Spiel. Dazu agierte Buric im Tor der HSG auf einem sehr hohen Niveau, einen Freiwurf von Glandorf über die Mauer lenkte er noch an die Latte. Joao Ferraz traf nach zehn Minuten zum 4:1.

Die Zuschauer in der mit 4.421 restlos ausverkauften Rittal Arena bekamen in den ersten 15 Minuten zwar eine Tor arme, dafür aber taktisch und kämpferisch durchaus sehenswerte Leistung der HSG Wetzlar präsentiert. Die individuelle Stärke von Holger Glandorf sorgte dafür, dass die Flensburger in der 15. Minute zum 5:3 verkürzen konnten. Doch das Abschlussglück schien in der ersten Halbzeit auf Seiten der HSG Wetzlar, Ferraz "verstolperte" beispielsweise seinen Angriff an der Abwehr der Flensburger vorbei in das Tor von Matthias Andersson zum 6:3.

Kai Wandschneider stellte in dieser Phase der Partie die Deckung etwas offensiver, aber nicht weniger aggressiv. Dennoch konnte Flensburg aus dem Rückraum durch Holger Glandorf auf 7:5 verkürzen. Simon Jeppsson setzte nach und traf zum 7:6. Die Anfangseuphorie schien verflogen, die erste Angriffswelle der HSG Wetzlar scheiterte immer häufiger an Matthias Andersson. So auch Kristian Björnsen in der 20. Minute, doch Jannik Kohlbacher setzte nach und markierte den Treffer zur erneuten zwei-Tor-Führung und dem 8:6.

Augenblicke später im Gegenangriff der Flensburger bekam Lasse Svan nach Diskussionen eine Zeitstrafe, die erste der Partie. Doch die HSG Wetzlar konnte diese Überzahlsituation in der 21. Minute nicht nutzen, scheiterte zwei Mal an Andersson. Wieder zurück auf der Platte verkürzte Svan wieder auf 8:7 (23. Minute). Diese erste Halbzeit blieb eng. Zwar konnte Wetzlar immer wieder in Führung gehen, doch die Flensburger ließen sich nicht abschütteln. Simon Jeppsson traf zum 11:9-Halbzeitstand, den letzten Angriff der ersten Halbzeit brachte Björnsen drei Sekunden nach Ablauf der Zeit zwar noch hinter Andersson unter, dieser zählte aber nicht mehr. Es blieb bei der Wetzlarer Zwei-Tore-Führung.

Nachdem die HSG Wetzlar die erste Halbzeit dominierte und die Flensburger immer auf mindestens ein oder zwei Tore Abstand halten konnte, spielten die Fördestädter in der zweiten Halbzeit besser auf. Nach zehn Minuten in der ersten Halbzeit markierte der gerade aufs Feld gekommene Kentin Mahé nach einer Finte gegen Ferraz den Ausgleichstreffer: 13:13 in der 40. Minute. Dadurch zwang er Kai Wandschneider zu einer Auszeit. Während die Abwehrreihe der HSG Wetzlar immer noch stabil stand wurde die Offensive immer wackliger. Der in der Partie erstarkte Matthias Andersson im Tor der SG tat sein Übriges. Die Flensburger setzten die Mittelhessen immer mehr unter Druck, zwangen sie zu leichten Abspielfehlern.

Nach dem ersten Treffer und der ersten Führung der Partie konnte die SG Flensburg-Handewitt sich in der 45. Minute nach einem Siebenmeter durch Rasmus Lauge Schmidt die Führung wieder zurückerobern: 14:13. Kentin Mahé erhöhte sogar noch auf 15:13. Doch Olle Forsell Schefvert brachte seine Mannschaft mit zwei wichtigen Toren wieder heran und verkürzte auf beim 15:14 und dem 16:15. Ausgerechnet Forsell Schefvert, der im Angriff die Akzente setzte, kassierte in der Deckung nun eine Zeitstrafe, er hatte Rasmus Lauge im Gesicht getroffen. Der HSG Wetzlar entglitt das Spiel zusehends, auch weil Flensburg nun konsequent agierte.

Mit einem Energieschub hatten die Flensburger die Führung verteidigt - vor allem Mahé brachte noch mal mehr Qualität ins Spiel der Flensburger. So stand es knapp sechs Minuten vor dem Ende 20:18 für die Gäste. Auch der in der ersten Halbzeit so stark aufspielende Buric bekam in der Schlussphase der Partie keine Hand mehr an den Ball. Der Treffer nach einem Kempa-Trick von Mahé und Lauge in der 57. Minute zum 23:18 besiegelte die endgültige Niederlage der stark aufspielenden HSG Wetzlar. Nachwuchskeeper Till Klimpke wurde von Wandschneider noch eingewechselt, um auch gegen eine Topmannschaft wie die SG Flensburg-Handewitt Spielpraxis zu bekommen. Die Partie war unterdessen entschieden, am Ende hieß es 19:24.

Ergebnisdienst Bundesliga

Es finden keine Begegnungen statt.