Löwen beißen sich durch Kampfspiel zum Sieg

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Es war ein Schlüsselspiel auf dem Weg zur Titelverteidigung – und die Rhein-Neckar Löwen haben es gemeistert. Beim Gastspiel am Donnerstag-abend gegen unbequem und beherzt kämpfende Hannoveraner zeigte die Truppe von Nikolaj Jacobsen einmal mehr, dass sie jeden Fight annimmt.

Nach 60 harten Minuten stand es 26:23 (14:13) für den Deutschen Meister, der bis zehn Minuten vor Schluss um den Sieg zittern musste. Bester Schütze für die Gelbhemden war Andy Schmid (s. Foto) mit acht Toren. Bei der TSV Hannover-Burgdorf traf Fabian Böhm ebenfalls achtmal.

„Ich weiß nicht, ob der Sieg verdient ist. Hannover hat das gut und clever gemacht, das Tempo gut herausgenommen. Wir hatten eigentlich einen sehr schlechten Tag – und gewinnen trotzdem bei einem so guten Gegner. Das haben wir vor allem auch einem starken Andreas Palicka zu verdanken. Auch das zeichnet eine gute Mannschaft aus“, sagte Löwen-Trainer Jacobsen beim Bezahlsender Sky und ergänzte: „Dieser Sieg war sehr wichtig für uns, auch weil wir jetzt 14 Tage frei haben.“ Andy Schmid sah es ähnlich wie sein Trainer: „Wir waren nicht gut, haben viel zu viele Fehler gemacht. Vielleicht waren wir ja zu ungeduldig, weil wir wussten, dass wir heute einen Riesenschritt machen konnten.“ Mit Blick auf die Konkurrenz sagte Schmid gegenüber Sky, er sei „heute schon ein bisschen Kiel-Fan“ gewesen: Durch den Sieg des THW Kiel über die Füchse Berlin (25:20) steigt der Vorsprung in der Tabelle auf vier Minuspunkte und die SG Flensburg-Handewitt an. Die Füchse fallen auf Rang drei und fünf Minuspunkte Rückstand auf die Löwen zurück.

Beide Teams brauchen eine Weile, bis sie ins Spiel finden. Drei Minuten dauert es, dann setzt Fabian Böhm mit dem 1:0 und einem echten Rückraum-Pfund ein erstes Achtungszeichen für die Gastgeber. Im Gegenzug meldet sich Mads Mensah zu Wort: Der Däne setzt sich stark im Eins-gegen-eins durch, erzielt den Ausgleich. Die beiden Schützen Böhm und Mensah werden der ersten Halbzeit ihren Stempel aufdrücken, der Hannoveraner mit vier, der Mannheimer gar mit sechs Treffern. So erzielt der Löwen-Halblinke sechs der ersten sieben Tore für den Deutschen Meister, ist anfangs überhaupt nicht zu halten und hält seine Mannschaft in der schwierigen ersten Viertelstunde voll im Spiel.

Schwer machen sich die Löwen das Leben vor allem selbst. Sie spielen sich zwar reihenweise Großchancen heraus, nutzen diese aber nur spärlich. Auch Hannovers Schlussmann Malte Semisch machen die Gelbhemden unnötig stark. Auf der anderen Seite braucht Andreas Palicka lange, um erstmals die Hände an den Ball zu bekommen. Dann aber ist die Parade umso mehr wert: Nach Palickas starkem Einsatz erzielt Andy Schmid die erste Gäste-Führung (5:6, 14.). Die zweite Palicka-Parade nutzt Mensah zum 5:7 – doch jetzt hält auch Hannover dagegen. Schnell erzielten die Recken den 7:7-Ausgleich und lassen sich auch für den Rest des ersten Durchgangs nicht mehr abschütteln.

Im Gegenteil: Nun müssen sich die Löwen strecken, um nicht abgehängt werden. Beim 13:11 drohen die starken Hannoveraner wegzuziehen. Andy Schmid hat etwas dagegen. Die Treffer zum 13:12, 13:13 und dem Halbzeitstand von 13:14 gehen alle auf das Konto des Spielmachers und Kapitäns, der in der kniffligsten Phase von Halbzeit eins die Verantwortung übernimmt. Schmid und Mensah erzielen zusammen 11 der 14 Löwen-Tore in Durchgang eins. Klar ist aber auch, dass diese Partie den Mannheimern wie erwartet alles abverlangt. Es wird auf beiden Seiten hart und konzentriert gearbeitet, wobei auch immer Zeit für Raffinessen bleibt – und das auf beiden Seiten. So zeigt sich Hannovers Mittelmann Morten Olsen in bester Spiellaune, unter anderem sein Anspiel an den Kreis zu Brozovic vor dem 5:4 ist ein echtes Sahnestück. Auf der anderen Seite bedient Harald Reinkind, früh gekommen für den glücklosen Alex Petersson, mit feinem Händchen den clever eingelaufenen Gudjon Valur Sigurdsson an der Sechs-Meter-Linie. Zur Halbzeitpause hält das Spitzenspiel alles, was es versprach – und Andreas Palicka mit der Siebenmeter-Parade gegen Mortensen die Löwen-Führung fest.

Nach der Pause erwischen die Löwen den besseren Start. Palicka ist wie kurz vor dem Pausenpfiff gleich da, pariert zweimal in Folge, darunter eine spektakuläre Fußabwehr gegen Kastening. Als dann noch Brozovic zwei Minuten runter muss und Reinkind auf 14:17 aus TSV-Sicht stellt, hat der Meister die Möglichkeit davonzuziehen. Wie schon mehrmals in Halbzeit eins gibt Hannover alles, dies zu verhindern. Mit großem Kampfeswillen, einem weiter starken Malte Semisch im Tor und einem unglaublich spielfreudigen Olsen auf der Mitte arbeiten sich die Niedersachsen heran, gleichen zum 17:17 aus. Erst Hendrik Pekeler mit dem 17:18 stoppt den Lauf Hannovers. Bis zum 21:21 neun Minuten vor Schluss wogt die Partie hin und her, dann geht wieder einmal Andy Schmid voran. Er trifft zum 21:22, Sigurdsson und wieder Schmid legen zum 21:24 nach (55.). Hannover-Burgdorf lässt in dieser Phase zu viele Chancen liegen, womöglich geht den ersatzgeschwächten Recken auch die Kraft aus. Die Löwen wiederum machen es ruhig und clever und dürfen sich am Ende insbesondere bei einem in den entscheidenden Momenten superstarken Andreas Palicka bedanken.

TSV Hannover-Burgdorf – Rhein-Neckar Löwen 23:26 (13:14)

Hannover: Semisch, Ziemer – Mortensen (6/3), Pevnov (1), Häfner (1), Böhm (8), Olsen (2), Brozovic (3), Christophersen, Kastening (2/1), Lehnhoff, Donker, Feiser, Thiele, Krone

Löwen: Palicka, Appelgren – Tollbring, Sigurdsson (4/1), Groetzki (2), Radivojevic, Schmid (8), Pekeler (2), Bliznac, Petersson, Reinkind (1), Mensah (7), Taleski, Baena, Ekdahl Du Rietz (2)

Trainer: Carlos Ortega / Iker Romero – Nikolaj Jacobsen

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig

Zeitstrafen: 3 – 1

Strafminuten: Brozovic (4), Böhm (2) – Ekdahl Du Rietz (2)

Siebenmeter: 1/2 – 4/5

Hannover: Palicka hält Siebenmeter von Mortensen

Löwen: Semisch hält Siebenmeter von Sigurdsson

Spielfilm: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 4:2, 4:3, 4:4, 5:4, 5:7, 7:7, 7:8, 8:9, 10:10, 11:10, 13:11, 13:14 (HZ), 14:14, 14:17, 17:17, 17:19, 19:19, 19:21, 20:21, 21:22, 21:24, 21:25, 23:25, 23:26 (EN)

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