HSG Wetzlar unterliegt im Hessenderby deutlich!

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Das Hessenderby in der DKB Handball-Bundesliga war diesmal eine deutliche Angelegenheit - und zwar zugunsten der MT Melsungen. Die favorisierten Gäste ließen der HSG Wetzlar in der Rittal Arena am Donnerstagabend keine Chance und siegte am Ende auch in der Höhe verdient mit 34:26.

Während die Spieler des Europapokal-Asprinaten aus Nordhessen nach dem Abpfiff mit ihren mitgereisten Fans jubeln konnten, blieben die Gastgeber einigermaßen ratlos ob ihrer Leistung zurück.

„Worüber reden wir? Man kann gegen Melsungen mit acht Toren verlieren. Die Frage ist nur immer wie?“, brachte es HSG-Geschäftsführer Björn Seipp in der Pressekonferenz auf den Punkt. „Wir haben gegen das körperliche Spiel der MT in der zweiten Halbzeit überhaupt kein Mittel mehr gefunden. Unsere Mannschaft hat gekämpft, keine Frage. Aber die Bereitschaft, in der Abwehr kompromisslos dagegenzuhalten, hat gefehlt. Wenn Du nach der Pause gefühlt zehn Rückraumtore aus acht Metern ohne Körperkontakt bekommst, dann sagt das alles.“

„Wir waren nicht in der Lage, Melsungen in Bedrängnis zu bringen oder so zu fordern, dass sie vielleicht anfangen nachzudenken“, erklärte Wetzlars Coach Kai Wandschneider. „In der Anfangsphase haben wir noch gut gedeckt und auch für viele Unterbrechungen sorgen können, aber wir haben uns eigentlich über das gesamte Spiel hinweg sehr schwer mit der defensiven 6:0-Deckung der Melsunger getan. Unser Spiel lief im Angriff sehr über die Mitte und einige Spieler haben dann viel zu viel quer gespielt und die Verantwortung weitergegeben, als konsequent auf Abschluss zu gehen.“

Dagegen war die Melsunger Spieler, allen voran die Müller-Brüder sowie die bärenstarken Julius Kühn und Domagoj Pavlovic, von Beginn an auf Betriebstemperatur. Hinten räumte Philipp Müller Wetzlars Spielmacher Filip Mirkulovski gepflegt aus dem Weg, vorne zog Michael Müller regelmäßig zwei Abwehrspieler auf sich und verschaffte so Kühn und Pavlovic die nötigen Räume für krachende Rückraumtore.

Ein Siebenmeter für die Gastgeber in der siebten Minute entstand aus einem Gerangel zwischen Mirkulovski und Philipp Müller. Maximilian Holst verwandelte sicher zum 3:3. Doch es sollte das letzte Unentschieden aus Wetzlarer Sicht sein. Denn fortan bestimmten die Gäste das Spiel. Neuzugang Domagoj Pavlovic zog im MT-Angriff geschickt die Fäden. Mal spielte er die HSG-Abwehr mit Michael Müller aus, mal zeigte er seine ganze individuelle Klasse und markierte schon in der ersten Halbzeit sechs Treffer. Die MT war schlichtweg in allen Belangen besser.

Wetzlar agierte im Angriff viel zu statisch und zögerlich, brachte die Gästeabwehr so viel zu selten aus ihrer Stabilität. „Wir haben aus dem Rückraum zu wenig Torgefahr ausgestrahlt und somit weder Lücken am Kreis entstehen lassen, noch auf die Außen abräumen können“, analysierte Kai Wandschneider nach dem Spiel. „Melsungen hat somit wenig Probleme gehabt uns zu verteidigen.“ Und so war das 8:9 von Ferraz das letzte Mal, dass Wetzlar in Schlagdistanz zum finanzstarken hessischen Nachbarn war. Melsungen verschaffte sich zur Pause bereits einen deutlichen 16:11-Vorsprung. Dementsprechend war die Körpersprache der Spieler beider Mannschaften beim Gang in die Kabinen.

Die zweite Hälfte fing für die Gastgeber dann gleich schlecht an. Endlich gelang es in Überzahl, den Ball auf die Außenposition zu transportieren, doch Kristian Björnsen zog am Tor vorbei. »Das ist auch so ein Zeichen, dass der eine oder andere Spieler mehr mit sich selbst beschäftigt ist. Der muss einfach drin sein«, bemängelte Wandschneider. Dafür machte danach Torhüter Till Klimpke mit zwei sauberen Treffern ins leere Tor auf sich aufmerksam, als die MT in Unterzahl den Keeper herausnahm. Neun parierte Bälle verbuchte der 20-jährige, der aufgrund der Verletzung von Tibor Ivanisevic im Wetzlarer Tor anfing, am Ende auf seinem Konto. „Till hat das gut gemacht. Wir sind der festen Überzeugung, dass er es schaffen wird.“ In die gleiche Kerbe schlug Björn Seipp: „Till war bei vielen Treffern einfach machtlos. Da muss die Abwehr dem Torhüter mehr helfen.“

Doch damit war es in der zweiten Halbzeit aus Wetzlarer Sicht nichts. Die Torfabrik aus Nordhessen arbeitete munter weiter, und so war es auch Nationalspieler Finn Lemke, der vorwiegend in der Abwehr zum Einsatz kommt, vergönnt, sich mit zwei Toren auszuzeichnen. Immerhin rafften sich die Wetzlarer nach dem 16:26 von Melsungens Michael Allendorf noch einmal auf und betrieben ein wenig Ergebniskorrektur. Der einseitige Handballabend endete mit einem 34:28- Sieg für die routinierteren Gäste.

„Wir sind in einer schwierigen Situation“, gestand Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff, ehe er hinterherschob: „Aber wir werden weiter angreifen.“

HSG Wetzlar: Klimpke (2), Cvetkovski; Hermann (2), Kneer, Björnsen (2), Ferraz (1), Mirkulovski, Schreiber, Torbrügge, Weissgerber (2), Frend Öfors, Holst (8/6), Forsell Schefvert (2), Rubin (1), Lindskog (2), Cavor (4).

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic; Maric (2), Kühn (8), Lemke (2), Reichmann (8/5), Ignatow, Kunkel (2), Mikkelsen (2), Danner, Philipp Müller, Schneider, Allendorf (2/1), Birkefeldt (1), Michael Müller (1), Pavlovic (6).

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider(Magdeburg/Irxleben).

Zuschauer: 4.018.

Zeitstrafen: 2:8 Minuten

Siebenmeter: 7/6 – 6/6.

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