Duell der Rekordmeister: Gummersbach zu Gast

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Sonntag steht für die Zebras das nächste wichtige Spiel in der DKB Handball-Bundesliga an: Der aktuelle Rekordmeister empfängt um 16 Uhr seinen Vorgänger, den VfL Gummersbach. "Ich würde mich riesig freuen, wenn uns unsere Zuschauer genauso lautstark wie am Mittwoch gegen Leipzig unterstützen würden", sagt THW-Kapitän Patrick Wiencek.

"Wir wollen unsere Sieges-Serie in der Liga fortsetzen, dafür brauchen wir aber auch unsere Fans." Sky überträgt live aus der Sparkassen-Arena, noch gibt es Tickets für die Partie an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im THW-Online-Ticketshop und an der Tageskasse, die Sonntag um 14 Uhr öffnet.

Die Abgangswelle spülte gleich acht Spieler des VfL Gummersbach aus dem Kader. Darunter waren mit Nationalspieler Simon Ernst, der zu den Füchsen Berlin wechselte, und Florian von Gruchalla zum (HC Erlangen) sowie Erwin Feuchtmann (Istres Provence Handball) drei Leistungsträger. Sechs neue Akteure bekam Trainer Denis Bahtijarevic dafür hinzu - drei davon rückten aus der eigenen Nachwuchsarbeit in den Profi-Kader. Pierre Busch und Yonatan Dayan kamen aus der eigenen Jugend, Luis Villgrattner wurde aus der eigenen U23 hochgezogen. Mit Drago Vukovic (Füchse Berlin), dem erst 20-jährigen kroatischen Linkshänder Ivan Martinovic (Fivers Magareten/Österreich) und dem iranischen Nationalspieler Pouya Norouzinezhad entschieden sich aber auch drei gestandene Profis für den zwölffachen deutschen Meister.

"Wir brauchen jetzt diese Typen mit Siegermentalität", freute sich Bahtijarevic über die Verpflichtungen. "Viele gute individuelle Spieler bringen dir nichts, wenn du nicht welche hast die das ganze Team mitreißen können." Und das können die drei augenscheinlich. Mittelmann Norouzinezhad, dessen Einsatz in Kiel nach einem Nasenbeinbruch beim Pokal-Aus gegen Göppingen (24:25) fraglich ist, ist mit 51 Treffern erfolgreichster Werfer der Oberbergischen, ihm folgt Martinovic mit 49 Treffern. Und auch der aus über 300 Bundesliga-Spielen gestählte Vukovic trägt seinen Teil dazu bei, dass der VfL stabiler als zuletzt wirkt.

Doch der Altmeister VfL Gummersbach, der in der Vergangenheit zwölf Titel gewann, wartet inzwischen seit 1991 auf eine weitere deutsche Meisterschaft und kämpft weiterhin um das Überleben, sportlich sowie finanziell. Zwei Zitterjahre hat der Bundesliga-Dino, der als einziger Club seit 1966 dem Oberhaus angehört, bereits überstanden. Schon vor dem Saisonstart formulierte der Klub seine Ambitionen so: "Weiterhin ist das oberste Ziel der VfL Handball Gummersbach GmbH die Konsolidierung des Vereins. Dieses Vorhaben soll mit aller Konsequenz fortgesetzt und Kosten sollen eingespart werden." Da die Zuschauerresonanz in der vergangenen Spielzeit weiter zurückging, musste der Etat entsprechend gekürzt werden. Positives Signal: Die Lizenz gab es dennoch ohne Auflagen. "Tradition wirft keine Tore. Und sie kann auch belastend sein", sagt Sebastian Glock. Auf ihn, den kaufmännischen Geschäftsführer, und Sportdirektor Christoph Schindler wartet weiterhin viel Arbeit, denn auch Bahtijarevic stößt ins selbe Horn: "Man kriegt durch frühere Erfolge und einen großen Namen keinen guten Spieler mehr zu dir gelockt. Du brauchst ein Team mit Perspektive. Das, was vor 40 Jahren passiert ist, spielt heute keine Rolle mehr für ein 20-jähriges Talent."

Mit viel Herz ist Trainer Bahtijarević bei der Sache. Am vergangenen Sonntag konnte er endlich wieder mit seiner Mannschaft jubeln: Gegen die SG BBM Bietigheim (28:21) gelang bereits der dritte Heimsieg der Saison. Ein ganz wichtiger dazu, denn durch die zwei Punkte rückte der VfL ins Mittelfeld der Tabelle vor. "Wir hatten zu Beginn eine kleine Schwächephase, aber da sind wir schnell wieder rausgekommen", freute sich Bahtijarevic über den dritten Heimsieg der Spielzeit. Auswärts hingegen warten die Oberbergischen noch immer auf ein Erfolgserlebnis. Wie stark der VfL aber auch in fremder Halle auftrumpfen kann, bewies die Mannschaft bei den Rhein-Neckar Löwen: Dort führte Gummersbach zeitweise mit sechs Treffern, ehe den Blau-Weißen ein wenig die Luft ausging und sie doch noch unterlagen. Ein wichtiges Signal für die Zukunft setzte danach ein erfahrener Spieler: Stanislav Zhukov verlängerte seinen Vertrag vorzeitig. Der 26-jährige Rückraumspieler und Abwehrspezialist war im Sommer 2017 von HC Motor Zaporozhye (Ukraine) zum VfL gewechselt. Dagegen wird Carsten Lichtlein am Sonntag sein letztes Spiel in der Sparkassen-Arena als Torhüter des VfL Gummersbach bestreiten: Er wird den Altmeister im kommenden Sommer verlassen und sich dem Ligakonkurrenten HC Erlangen anschließen. Fest steht außerdem der Wechsel von Moritz Preuss zum SC Magdeburg. Der Kreisläufer freut sich auf das Duell mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler: "Ich habe die vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt, wie sie ihre Aufgaben vorn am Kreis und hinten in der Defensive lösen - Wiencek und Pekeler sind schon ein enormes Abwehrbollwerk."

"Wir haben zuletzt sechs Bundesliga-Spiele in Folge gewonnen", sagt Patrick Wiencek. "Vor der Länderspiel-Pause wollen wir auch deshalb unbedingt noch einmal nachlegen. Aber wir müssen wachsam und konzentriert an die Aufgabe herangehen." Mittelmann Miha Zarabec, zuletzt in bestechender Form, freut sich ebenso auf das Heimspiel: "Ich hoffe auf eine Stimmung wie am Mittwoch gegen Leipzig. Gummersbach ist ein schwerer Gegner, der bisher gegen jede Mannschaft lange im Rennen war. Aber wir sind in richtig guter Form, müssen unseren Job machen und zeigen, was wir in den letzten Partien gezeigt haben." Die Tageskasse öffnet Sonntag wie die Arena um 14 Uhr ihre Türen, dort können auch Karten für das EHF-Pokal-Heimspiel (Sonntag, 18.11. gegen Drammen HK) gekauft werden. Alle in die Halle: Weiter geht's, Kiel!

 

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