THW nach Sieg mit langer Pause - Update

Foto: Uwe Serreck

1.Bundesliga
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Mit einem klaren 32:19 (17:11)-Erfolg gegen den TVB 1898 Stuttgart hat der THW Kiel seine weiße Heimweste gewahrt und im neunten Spiel vor 10285 Zuschauern den neunten Sieg geholt. Die Partie gegen die Süddeutschen brauchte allerdings einige Zeit, um auf Touren zu kommen.

Mitte des ersten Durchgangs ergriffen die Kieler dann die Initiative, hatten im zweifachen Torschützen Andreas Wolff (s. Foto) einen starken Rückhalt (17 Paraden) und setzten sich bereits zur Pause vorentscheidend ab. Beste Torschützen waren Rune Dahmke, Nikola Bilyk und Hendrik Pekeler, die wie Stuttgarts erfolgreichster Werfer Dominik Weiß je vier Tore erzielten.

Die Begegnung mit dem Tabellenelften begann im wahrsten Wortsinn schleppend. Erst behinderte die Sprengung einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg im angrenzenden Stadtteil Gaarden und das durch zahlreiche Sperrungen hervorgerufene Verkehrschaos in der Landeshauptstadt die Anreise von vielen THW-Fans, dann muckte nach nur sechs gespielten Sekunden die Hallen-Uhr auf dem Videowürfel. Die Wartezeit bis zum erfolgreichen Neustart der Technik vertrieben sich die Zuschauer mit der "Winke-Cam", und als auch Steffen Weinhold und Marko Vujin auf der Kieler Bank freundlich in die Kamera winkten, brandete Riesen-Jubel auf. Wenig später ging es dann allerdings auf dem Parkett zur Sache: Stuttgarts Trainer Jürgen Schweickardt setzte gegen die starke Kieler Deckung auf von Beginn an auf einen siebten Feldspieler, und der THW Kiel hatte zunächst Probleme. Schnell lagen die Zebras 0:2 zurück, glichen dann durch Nikola Bilyk und einen Gewaltwurf von Domagoj Duvnjak aus. Allerdings benötigten sie elf Minuten, um mit dem von Ekberg verwandelten Siebenmeter erstmals in Führung zu gehen.

Nach dem neuerlichen Ausgleich der Gäste übernahm der THW dann aber das Kommando: Harald Reinkind jagte den Ball zum 7:6 ins Netz, Dahmke angelte sich einen TVB-Pass und bediente Pekeler, der ins verwaiste Stuttgarter Tor zum 8:6 einnetzte, ehe Wolff nach einer seiner zahlreichen Paraden Dahmke schickte, der zum 9:6 traf. Doch auch nach Dahmkes 10:7 waren die Gäste weiterhin im Spiel - was vor allem an Jogi Bitter lag: Insgesamt drei Strafwürfe und einige Bälle von der rechten Außenbahn parierte der seit Wochen in bestechender Form haltende Keeper der Gäste, die sich beim 9:10 wieder herangepirscht hatten. Dann aber hatten sich die Schwarz-Weißen auf den siebten Feldspieler eingestellt, ackerten in der Abwehr und bestraften das taktische Mittel der Gäste: Wolff traf nach einem Fehlpass der Stuttgarter an den Kreis zum 12:9 und legte wenig später mit Hilfe des Innenpfostens das 13:9 nach. Ole Rahmel, frühzeitig für Ekberg gekommen, verfehlte allerdings den leeren TVB-Kasten klar. Dahmkes artistischer Fang und das 14:9 sorgten für klare Verhältnisse, bis zum Wechsel baute der THW - durch ein tolles Duvnjak-Anspiel auf Rahmel - die Führung sogar noch auf 17:11 aus. Es lief, auch wenn der THW einiges an klaren Chancen liegengelassen hatte.

Die zweite Halbzeit begann im Vergleich zur ersten wild: Marko Vujin, der von den Fans bejubelt seine ersten Bundesliga-Minuten in einem Heimspiel der aktuellen Saison absolvierte, traf Bitter mit einem Siebenmeter unglücklich seitlich am Kopf. Mit einer sofortigen Geste in Richtung des Schiedsrichter-Gespanns verhinderte der Stuttgarter Torhüter eine Strafe für den Kieler Schützen. Kurz darauf warf Duvnjak weit am leeren TVB-Tor vorbei, auf der anderen Seite parierte Wolff. Vier Minuten dauerte es, bis der Torbann endlich gebrochen war: Magnus Landin, Strafwurf-Schütze Nummer drei der Zebras an diesem Abend, versenkte den Ball zum 18:11, was die Gäste postwendend zum 13:18 konterten. Unglücklich prallte Duvnjak dann mit Bitter zusammen, der mit Schmerzen, unter "Jogi"-Rufen und viel Applaus vom Feld humpelte. Dann spielte nur noch der THW Kiel: Duvnjaks Doppelpack eröffnete eine elfminütige gegentorlose Phase, die die Entscheidung brachte. Wolff entnervte Weiß, Dahmke traf, Duvnjak schickte Pekeler zum 22:13, Wolff wurde zum Alptraum für Weiß und Baumgarten, Vujin erzielte per Siebenmeter sein erstes Heimtor. Dann klaute Dahmke wieder einen Ball, was Pekeler mit dem Gegenstoß zum 24:13 belohnte. Und als Miha Zarabec dann einen 100-km/h-Strich von Halbrechts aus dem Arm zauberte, hatte die Kieler mit einem 8:0-Lauf längst die Weichen auf einen deutlichen Erfolg gestellt.

Das änderte sich bis zum Schluss nicht mehr, auch wenn Gislason längst die große Kader-Rochade angestoßen und sich selbst auf die Bank gesetzt hatte. Fortan stand Assistenz-Trainer Filip Jicha an der Seitenlinie und dirgierte den THW Kiel zu einem 13-Tore-Sieg im 13. erfolgreichen Spiel in Folge, in dem Andreas Wolff mit noch ein lautes Ausrufezeichen setzte: Er hielt erst gegen Weiß, dann auch den Abpraller von Pfattheicher, um sich dann den erneuten Schlagwurf von Weiß zu greifen - diese Serie riss die Fans aus den Sitzen, La Ola kreiste um das weite Rund. Der THW Kiel hatte nach dem Stotter-Start ordentlich Tempo aufgenommen und am Ende einen auch in der Höhe verdienten Sieg eingefahren - in einem Spiel, in dem es neben einigen Merkwürdigkeiten auch tollen Handball zu sehen gab.

Für die "Zebras" war das vorletzte Heimspiel des Jahres der Start in eine lange Pause: Am Wochenende reisen Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Andreas Wolff zu einem Kurzlehrgang der Nationalmannschaft, der am Mittwoch seinen Höhepunkt mit einem Testspiel gegen Polen hat. Alle anderen Zebras bekamen von Trainer Alfred Gislason ein paar freie Tage zum Durchschnaufen spendiert, ehe der Dezember rund um Weihnachten noch einmal richtig Fahrt aufnimmt: Am 22. Dezember (20:30 live bei Sky) geht es bei der SG BBM Bietigheim um zwei wichtige Punkte. "Das ist vielleicht sogar das schwerere der beiden Partien", mutmaßt Niclas Ekberg. Denn nach der Bescherung an Heiligabend wartet zum Jahresausklang ein echter Kracher auf Kiel: In der seit Monaten ausverkauften Sparkassen-Arena empfangen die Zebras am 27. Dezember die Rhein-Neckar Löwen zum absoluten Top-Spiel. Der Dezember hat es also noch in sich, Kiel!


DKB Handball-Bundesliga, 16. Spieltag, 06.12.18: THW Kiel - TVB 1898 Stuttgart: 32:19 (17:11)

THW Kiel: N. Landin (2 Siebenmeter, 1/1 Parade), Wolff (1.-60., 17 Paraden, 2 Tore); Duvnjak (3), Reinkind (3), M. Landin (1), Kristjansson (1), Weinhold (n.e.), Wiencek (3), Ekberg (1/1), Rahmel (2), Dahmke (4), Zarabec (1), Vujin (3/2), Bilyk (4), Pekeler (4), Nilsson (4); Trainer: Gislason

TVB 1898 Stuttgart: Bitter (1.-37, 8/3 Paraden), Maier (37.-60., 4 Paraden); Schimmelbauer (2), Häfner (1), Weiß (4), Schagen, M. Schweickhardt (2/2), Späth (2), Markotic (2), Baumgarten, Röthlisberger (2), von Deschwanden, Pfattheicher (4/2); Trainer: J. Schweickhardt

 Schiedsrichter: Julian Köppl / Denis Regner
Strafzeiten: THW: 1 (Pekeler (52.)) / TVB: 5 (2x Markotic (10., 25.), Pfattheicher (15.), Häfner (36.), M. Schweickhardt (54.))
Siebenmeter: THW: 8/4 (Bitter hält Ekberg (20.), Vujin (32.) und M. Landin (36.), Ekberg an die Latte (23.) / TVB: 5/4 (Landin hält M. Schweickhardt (18.))

Spielfilm: 0:2 (2.), 2:2 (6.), 3:3, 4:5 (10.), 6:5 (11.), 7:6 (13.), 9:6 (14.), 10:7, 10:9 (19.), 14:9 (26.), 14:10, 16:10 (29.), 17:11; 18:11 (34.), 18:13 (35.), 25:13 (46.), 27:14, 27:16 (50.), 28;17, 30:17 (53.), 31:18 (56.), 32:19.
Zuschauer: 10.285 (ausverkauft) (Sparkassen-Arena, Kiel)

THW-Trainer Alfred Gislason: Ich bin recht zufrieden heute. Wir sind schwer in die Partie gekommen, was aber nicht an unserer Abwehr oder dem Torwart lag, sondern an Jogi Bitter: Wir sind so häufig an ihm gescheitert. Vor allem die rechte Seite hat viel gegen ihn liegen lassen. Dadurch wurden wir im Abschluss nervös. Ich hoffe, dass Jogi nichts Schlimmes passiert ist. Er hat derzeit eine überragende Form. Unsere Abwehr war gut, Andi hat sehr gut gehalten, der Angriff war normal ordentlich. Ich bin froh über die zwei Punkte.

TBV-Trainer Jürgen Schweikhardt: Es war uns von Anfang an klar, dass das hier ein aussichtsloser Kampf werden würde. Aber wir haben alles versucht, haben von Beginn an den siebten Feldspieler gebracht. Das hat die ersten zehn Minuten sehr gut funktioniert, weitere 10 Minuten war das in Ordnung, und dann laufen wir in einen Tempogegenstoß nach dem anderen. In der zweiten Halbzeit erspielen wir uns Chancen, lassen dann aber gegen Andreas Wolff viel liegen. Und so wird es dann ein standesgemäßes Ergebnis, auch wenn wir dieses gerne freundlicher gestaltet hätten. Ich hoffe nur, dass Jogi nichts passiert ist. Wir haben am Sonntag ein Spiel, bei dem wir im Gegensatz zu heute eine realistische Chance auf Punkte haben.

Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter THW Kiel: Es war heute ein Geduldsspiel, vor allem für die Abwehr, die das sehr gut gemacht hat, obwohl es ihr durch den siebten Feldspieler nicht leicht gemacht wurde. Wir haben heute die zwei Punkte geholt, das war das Ziel. Und deshalb bin ich froh.

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14.12.2018 19:30
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14.12.2018 20:00
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Letzte Aktualisierung: 14.12.2018 14:19:27
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