Mit Rumpftruppe zum Sieg!

2.Bundesliga
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Wer hatte das unmittelbar vor dem Anpfiff beim Blick auf unser Aufgebot gedacht...? Zum Anpfiff fehlten gleich 6 (!) Stammkräfte (Redwitz, Schliedermann, Luther, Ragnarsson, Niemeyer, Heinemann), nach 13 Minuten musste auch der für Abwehr und Angriff so wichtige Routinier Duje Miljak passen, doch das Eisenacher Rumpfteam kämpfte wie die Löwen, feierte vor über 1.600 begeisterten Zuschauern einen 25:24 (11:9)-Erfolg über den in Bestbesetzung angereisten Tabellen-Zweiten SG BBM Bietigheim!

Keeper Stanislaw Gorobtschuk, im Vorjahr im Kasten der Gäste, parierte 18 Bälle (darunter 3 Siebenmeter). Routinier Nicolai Hansen war in der Abwehr der Turm in der Schlacht, fehlten ihm mit Marcel Niemeyer und Duje Miljak seine sonstigen Innenblock-Kollegen. An seiner Seite rackerte der 14 Jahre jüngere Hannes Iffert mit ganz viel Herzblut. „Fantastisch, wie Nicolai Hansen den Laden hinten zusammenhielt“, strahlte Eisenachs Cheftrommler Manolo (Volker Staer). Als „Sahnehäubchen“ ließ sich der nach der Saison den ThSV Eisenach verlassende Nicolai Hansen in der 60. Minute am Kreis nicht stoppen, sorgte mit dem 25:23 für die vollkommene Eisenacher Glückseeligkeit. Der Treffer von Valentin Schmidt zum 25:23-Endstand ging im grenzenlosen Jubel des Eisenacher Teams und seines Anhangs unterVon einem „verdienten Sieg" sprach auch Hartmut Meyerhoffer, der Trainer der SG BBM Bietigheim.

Er hatte für sein Team 20 Fehlwürfe notiert, zollte ThSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk ein dickes Lob. „Den Grundstein haben wir in der Abwehr gelegt“, betonte Christoph Jauernik. Nur vier technische Fehler im zweiten Abschnitt wertete er ausgesprochen positiv. Die Variante mit Linkshänder Tomas Urban als spielgestaltenden Rückraumspieler ging auch auf. Willy Weyhrauch ließ sich von einem ersten Fehlwurf nicht entmutigen, zirkelte hernach 4 Bälle (zumeist auf Zuspiel von Matthias Gerlich) von Rechtsaußen ins Netz. Im Hochgefühl des Sieges betonte Christoph Jauernik, dass eine solche Leistung mit einem Rumpfkader nicht beliebig zu wiederholen sei. Wahrscheinlich fällt nun auch noch Duje Miljak aus. „Nach einem Ausfallschritt habe ich mir einen Faserriss im Oberschenkel zugezogen“, berichtete der Rückraum-Recke.

„Das waren ja beste Eisenacher Tugenden wie in alten Zeiten, unbändiger Kampfgeist, kein Aufstecken trotz uns nicht wohlgesonnener Schiedsrichter“, schwärmte Ex-Kapitän Michael Dubiel. Als einstiger Abwehrchef hatte er natürlich besonders die Defensive im Blick. „Ein enorm wichtiger Sieg, auch für unsere Moral. Wir wollten unsere Negativserie unbedingt stoppen. Jeder im Rumpfteam brachte 110 Prozent auf die Platte. Jeder hat alles aus sich herausgekitzelt“, strahlte Eisenachs Rückraum-Shooter Matthias Gerlich (insgesamt 7 Treffer), auf den wieder ganz viel Last in punkto Torgefahr aus der zweiten Reihe lag, zugleich einen wichtigen Siebenmeter zum 23:19 (53.) verwandelte. Es wurde noch ein Herzschlagfinale! Die Gäste nahmen Eisenachs Protagonisten Tomas Urban und Matthias Gerlich in Sonderbewachung. Der ohnehin heißen Fight kam zum Kochen. Dem Anschlusstreffer der Gäste (23:22, 56.) ließ Linksaußen Adrian Wöhler mit einem „Wahnsinnstreffer“ aus dem Rückraum das 24:22 folgen (57.). Paco Barthe hämmerte mit seinem 7. Treffer zum erneuten Anschlusstreffer ein (24:23, 58.). Den Thüringern, mit einer „Jugendbrigade“ auf dem Parkett, unterlief unter Druck ein Zuspielfehler. Der folgende Angriffszug endete im 9. Siebenmeterpfiff für den Aufstiegsanwärter. Christian Schäfer, wohl auch beeindruckt von der Leistung seines Ex-Teamkollegen im Eisenacher Tor, donnerte das Leder über den Kasten (59.). Nur nicht überhastet abschließen, hieß die Eisenacher Devise. Der Lohn für eine grandiose Leistung wollte geerntet werden. Nicolai Hansen wurde an der Kreismitte angespielt. Der 34-Jährige behauptet sich mit purer Willenskraft und traf zur Spielentscheidung.

Die Vorzeichen hätte nicht ungünstiger stehen können, fielen nun auch noch – neben Marcel Schliedermann, Daniel Luther und Olafur Bjarki Ragnarsson - Jan-Steffen Redwitz, Marcel Niemeyer und Nick Heinemann verletzungsbedingt aus. Die Rumpftruppe glühte jedoch vor Leidenschaft. Das merkte auch sofort die Anhängerschaft, stellte die Phonstärke auf hohe Frequenz. ThSV-Keeper Stanislaw Goobtschuk sendete an seine Vorderleute und alle auf den Rängen klare Signale. Doch dann der nächste herbe Dämpfer, mit dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Duje Miljak, beim Stand von 4:4 (13.). Der junge Jonas Richardt, gerade von einer langwierigen Schulterverletzung zurück, kam im rechten Rückraum, agierte zunächst ohne Fortune. Der Rückraum mit Matthias Gerlich, Tomas Urban und Jonas Richardt strukturierte das Angriffsspiel, in der Defensive gelangen 5 (!) Ballgewinne, die Adrian Wöhler (3) sowie Dirk Holzner und Willy Weyhrauch (je 1) zum 9:8 nach Gegenstößen(25.). „Wir kassierten im ersten Abschnitt einfach zu viele Gegenstotore“, konstatierte Hartmut Mayerhoffer, der den Aufstiegswillen noch einmal bekräftigte. Dann kaufte ThSV-Schlussmann Stanislaw Gorobtschuk Bietigheims Siebenmeter-Spezialisten Christian Schäfer einen Strafwurf ab. Toms Lielais, im Rückraum gekommen, netzte zum 10:8 ein (28.). Mit ganz viel Power besorgte Matthias Gerlich die 11:9-Pausenführung
Verdienter Lohn nach Herzschlagfinale

Reicht die Kraft des kleinen Kaders? Diese Frage bewegte alle zur Halbzeitpause. Kurz nach Wiederanpfiff verhängten die Spielleiter Marcus Hurst und Mirko Krag die zweite Zeitstrafe gegen Eisenachs Shooter Matthias Gerlich, dem damit das frühzeitige Aus drohte. In Ermanglung personeller Alternativen musste Matthias Gerlich aber in der Abwehr weiter ran, sogar in vorgezogener Position. Eisenachs Abwehrarbeit schmeckte den Gästen überhaupt nicht. Willy Weyhrauch versenkte von Rechtsaußen zum 14:10 (36.). Kurz darauf brachte Valentin Schmidt einen Siebenmeter nicht am Eisenacher Schlussmann vorbei (38.). Paco Barthe, nach einem ungeahndeten Foul bei Eisenachs Anhängerschaft in Misskredit gefallen und bei Ballbesitz mit gellenden Pfiffen bedacht, ging immer wieder beherzt in den Zweikampf, schloss resolut ab, markierte 7 Feldtore. Doch die Hausherren hielten die Gäste auf Distanz, gestatteten ihnen letztendlich im zweiten Abschnitt kein einziges Mal den Ausgleichstreffer. Beim 18:17 schnupperten sie daran, doch Matthias Gerlich antwortete im Doppelpack zum 20:17 (48.). Er verwandelte auch nach Regelwidrigkeit an Tomas Urban den zweiten dem ThSV Eisenach zugesprochenen Siebenmeter (9 für die Gäste!) zum 23.!9 (53.). Doch es wurde noch hochdramatisch...!

 

ThSV Eisenach: Gorobtschuk (1.-60./ 18 Paraden – 23 Gegentore), Brand (bei 1 Siebenmeter/ 0 Paraden – 1 Gegentor); Iffert, Bogatzki, Wöhler (5), Gerlich (7/1), Miljak (1), Hansen (1), Urban (4/1), Richardt, Holzner (1), Kaufmann, Lielais (2), Weyhrauch (4)

SG BBM Bietigheim: Ebner (1.-48./ 10 Paraden – 20-Gegentore), Edvardsson (ab 48./ 2 Paraden – 5 Gegentore); Haller (2/1), Rentschler, Dahlhaus (1), Schäfer (7/4), Schmidt (1), Gerdas (3), Barthe (7), Asmuth (1), Scholz, Döll, Emrich (2), Emmanuel

Siebenmeter: ThSV Eisenach 2/2 (Urban verwandelt gegen Ebner, Gerlich verwandelt gegen Edvardsson)

SG BBM Bietigheim 9/5 (Schäfer verwandelt 3 x gegen Gorobtsachuk und 1 x gegen Brand, scheitert 1 x an Gorobtschuk und wirft 1 x gegen Gorobtschuk über das Tor, Haller verwandelt 1 x gegen Gorobtschuk und scheitert 1 x an Gorobtschuk, Schmidt scheitert 1 x an Gorobtschuk)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 6 x 2 Min. (Gerlich 3 x 2 Min. und Rot 56., Iffert, Hansen, Urban je 2 Min.

SG BBM Bietigheim 3 x 2 Min. (Haller, Barthe, Asmuth je 2 Min.)

Schiedsrichter: Hurst/ Krag

Zuschauer: 1.612

Spielfilm: 4:4 (14.), 10:8 (28.), 14:10 (36.), 18:17 (46.), 23:19 (53.), 23:22 (56.), 24:23 (58.), 25:23 (60.), 25:24 (60.)

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