19-Paraden-Hexer Konstantin Poltrum über erstes Erfolgserlebnis

Foto: Peter Pisa

2.Bundesliga
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Mit 30:25 (12:11) gewann die HSG Konstanz zum ersten Mal in dieser Saison gegen den ThSV Eisenach. Die Erleichterung und Freude danach waren riesengroß, in der stimmungsvollen Schänzlehölle gab es kein Halten mehr nach dem Erfolg, der Konstanz auf Tabellenplatz 14 emporklettern ließ.

Großen Anteil am Coup gegen den Ex-Erstligisten hatte Torhüter Konstantin Poltrum (siehe Foto). Mit 19 Paraden, darunter zwei Siebenmeter, und 43 Prozent gehaltenen Würfen wurde er zum Hexer, Eisenacher Albtraum und Matchwinner. Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas erzählt der 23-Jährige Schlussmann, der 2015 vom TV Hüttenberg an Bodensee kam und in Konstanz Biologie und Mathematik auf Lehramt studiert, von seiner Erleichterung, den Grundlagen für seine sensationelle Leistung und fordert nach dem Befreiungsschlag Ruhe und bedingungslosen Einsatz.

Konsti, wie groß ist die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg?

Ich hatte schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Nun sind die Erleichterung und Freude riesig. Wir haben auch nach den letzten Negativerlebnissen nur auf uns gesehen und gehofft, heute ein gutes Spiel zu machen und uns zu belohnen. Wir haben den Gegner nie richtig zur Entfaltung kommen lassen – das sind wir, darauf können wir aufbauen.

Was war der Schlüssel zum Sieg ausgerechnet gegen einen Gegner, der große Ambitionen hat?

Unser Kollektiv, der bedingungslose Kampf, in dem wir Gegenspieler, die selbst aus elf Metern treffen – wie Matthias Gerlich – richtig rannehmen. Ich würde mir wünschen, dass wir nun daraus lernen und cleverer werden. Es hätte auch gegen Eisenach nach der Fünf-Tore-Führung nicht so eng sein müssen, wo der Gegner nochmals zum Ausgleich kommt. Und natürlich war die Abwehr entscheidend, wir sind nunmal eine Mannschaft, die über die Abwehr und den Verbund kommt – dann sind auch die Torhüter im Spiel.

Wie ist es gelungen, diesen Geist der HSG heute wiederzubeleben?

Jeder Einzelne ist noch einen Schritt mehr gegangen, hat stets den Körperkontakt mit dem Gegner gesucht. Wenn wir nicht immer dahin kommen, wird es schwer. Mit einer guten Abwehr kommen wir im Angriff nicht unter Druck. Die Abwehr ist und wird unser Prunkstück sein, so wie schon in den letzten Jahren. Dafür müssen wir konstant alles investieren. Aber auch unser Tempo im Angriff hat mir sehr gefallen, so war es ein schweres Spiel für Eisenach, das wir verdient gewonnen haben.

Nach der deprimierenden Niederlage in Saarlouis am Freitag: Wie ist dies so schnell aus den Köpfen herausbekommen worden?

Paul Kaletsch hat es direkt nach dem Spiel so schön gesagt: Wir können den Kopf nun in den Sand stecken oder aufstehen, uns zusammenreißen und als Team zusammenstehen. Es wird in der zweiten Liga immer schwierige Phasen geben und es kann immer passieren, dass ein paar Spiele hintereinander schief gehen – das geht nicht nur uns so. Man muss sich immer bewusst machen, wie stark besetzt diese Liga ist, wie verrückt sie auch ist und dass man in solchen Phasen unbedingt Ruhe bewahren muss. Wir haben es in den eigenen Händen, wie wir das gestalten und müssen jedes Mal die Bereitschaft mitbringen, uns immer wieder aufs Neue reinzubeißen. Schlechte Tage gibt es trotzdem, damit muss man umgehen. Wir sind uns des Privilegs, in dieser Liga spielen zu dürfen, bewusst und stolz darauf, dafür übernehmen wir alle noch eine Aufgabe mehr und gehen einen Schritt mehr.

Ist der Sieg gegen Eisenach der Knotenlöser?

Er kann es sein. Allerdings geht es kaum schwerer als das, was uns nun bevorsteht. In Aue haben wir zweimal auf identische Art und Weise verloren – das darf dieses Mal nicht wieder so sein. Wenn wir die Einstellung des Eisenach-Spiels transportieren, ist selbst dort etwas möglich. Danach kommt der verlustpunktfreie Tabellenzweite Nordhorn-Lingen.

19 Paraden, 43 Prozent abgewehrte Würfe. Gegen Eisenach wurdest Du zum Hexer und Matchwinner. Warum?

Es ist immer ein Geben und Nehmen zwischen Abwehr und Torwart. Man ist aufeinander angewiesen und muss füreinander arbeiten. Wenn etwa die Abwehr zu Beginn immer einen Schritt mehr macht, findet und kommt der Torhüter ins Spiel und hilft plötzlich seinen Vorderleuten. Ich weiß, was ich kann, aber zu solchen Werten muss alles passen. Da landen dann Würfe einfach mitten auf deinem Körper. Solche guten Tage muss man sich allerdings erarbeiten und erfordern eine gute Vorbereitung. Ich weiß, was die Schützen unter Druck machen und kann mir über diese Situationen Sicherheit holen.

Seid Ihr nun in dieser Saison angekommen? Und wie blickst Du jetzt nach dem erhofften Befreiungsschlag in die Zukunft?

Ich verfolge die Liga nun schon seit Jahren und muss sagen: die 2. Bundesliga ist eine Wundertüte. 38 Spiele sind zu absolvieren und man kann eigentlich immer etwas holen. Man muss auf sich selbst sehen und wo man seine Punkte holen kann. Wir können es mit unserer Qualität selbst entscheiden. Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir immer ein Wörtchen um den Klassenerhalt mitreden.

Fragen: Andreas Joas

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