Fabian Maier-Hasselmann nach bitterem Last-Second-Knockout

(Foto: Peter Pisa)

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Groß war die Enttäuschung direkt nach dem unglücklich in letzter Sekunde durch einen abgefälschten Wurf verlorenen Big-Point-Match (29:30) nach langer, teilweise auf fünf Tore angewachsener Führung gegen den VfL Eintracht Hagen bei der HSG Konstanz.

Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann (26/s. Foto), der vor seinem Wechsel an den Bodensee vor zwei Jahren in Bregenz, Erlangen und Friedberg gespielt hatte, verliert dennoch nicht seinen Optimismus und Kampfeswillen. Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas verrät der 1,82 Meter große gebürtige Münchener seine Gefühlslage, erklärt seine ungebrochene Zuversicht und blickt auf die nächsten schweren Wochen voraus.

Fabi, wie geht es einem nach solch einem Genickschlag, wenn man so lange führt und der Knockout Sekunden vor Schluss auch noch aus einem abgefälschten und erst dadurch unhaltbaren Wurf resultiert?

Beschissen, einfach total beschissen. Wir hatten einige Male die Möglichkeit, den Sack zuzumachen, haben eigentlich ein ganz gutes Spiel gezeigt und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das ist wahnsinnig frustrierend, nach der vierten Niederlage mit einem Tor. Da verliere ich auswärts lieber mit zehn Toren, als daheim ein Spiel, das wir auf jeden Fall gewinnen hatten können, wenn nicht sogar müssen.

Was hat dieses enge Duell entschieden?

Wir haben viele freie Chancen ausgelassen, komplett durch die Bank. Da können wir ein paarmal schon den Deckel draufmachen. Bereits vor der Halbzeit beim 14:9 oder auch in der Schlussviertelstunde beim 24:21, aber auch in anderen Phasen, wo die Möglichkeiten da waren, auf sechs, sieben Tore wegzugehen – aber das schaffen wir nicht. Da kommen auch noch Lattentreffer dazu, es ist hier einiges zusammengekommen.

Und die letzte Aktion, wie hast Du die erlebt?

Symptomatisch für dieses Spiel ist für mich der letzte Wurf von Hagen. In dieser Situation eine super Abwehr, Sören Kress muss aus einem richtig schlechten Winkel im Rückraum werfen, bleibt dann noch im Block hängen und deshalb trudelt der Ball in das lange Eck. Konsti hat keine Chance mehr zu reagieren. Das ist einfach maximal unglücklich. Vieles richtig gemacht und dann kullert der Ball doch noch rein. Am Ende ist es einfach bitter und tut weh. Das nützt jetzt alles nichts, wir haben wieder keine zwei Punkte, die müssen wir jetzt woanders holen.

Die vierte Niederlage mit einem Tor. Woher kommt das?

Es sind Nuancen, die bei einer Niederlage mit ein, zwei Toren fehlen. In der letzten Saison haben wir doch oft deutlich verloren, aber immer wieder wichtige Punkte geholt. Jetzt sind wir immer dran, kämpfen bis zum Ende und stehen dafür oft ganz knapp mit nichts da – erklären kann ich mir das nicht wirklich. Ich hoffe einfach, dass, wenn wir weiter konzentriert arbeiten, das Glück zurückkehrt und wir diese Spiele gewinnen.

Was bedeutet die Niederlage gegen Hagen im Big-Point-Match?

Wir wollen über den Strich kommen, das ist nach wie vor das Ziel. Wir müssen Gas geben und die Punkte holen, ohne auf die Tabelle oder die anderen Mannschaften zu sehen. Wir sind häufig nahe dran, es ist nicht so, dass wir chancenlos sind. Wir hätten die Punkte gegen Hagen bei diesem Spielverlauf holen müssen, keine Frage. Das ist sehr bitter und tut sehr weh. Wir sind aber weit davon entfernt, aufzugeben. Die Saison ist mit 22 ausstehenden Spielen noch lang. Es sind sechs Punkte Rückstand, nicht mehr und nicht weniger. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass wir oft ganz nahe dran sind, sieht man wie eng das Ganze ist. Wir arbeiten weiter hart daran, dass das Glück zurückkommt und es jetzt bald klappt.

Woraus speist sich Deine Hoffnung?

Man merkt natürlich, dass wir schon viele Rückschläge und bittere Momente einstecken mussten. Trotzdem ist unser Wille ungebrochen. Wir haben viele Leute, die vorangehen, viele Leute die kämpfen und eine gute Struktur im Team. Die Niederlage war am Sonntag frustrierend, aber seit Montag ist der Kopf wieder oben und tun wir alles, um uns gut auf Dresden vorzubereiten und schauen, dass wir es dort besser machen.

Wie siehst Du nach dem vergangenen emotionalen Wochenende diese nächste Aufgabe beim starken HC Elbflorenz Dresden?

Diese Punkte dort musst du wahrscheinlich nicht holen, aber die gegen Hagen hätten wir holen müssen. Deshalb wollen wir den Fehler natürlich ausbügeln. Ich glaube es macht wenig mehr Spaß, als bei einem solch finanzkräftigen Club mit hochkarätiger Profimannschaft, einem Mäzen und brandneuer Halle auswärts Punkte zu holen. Das ist das geilste Gefühl, was man haben kann. Jetzt kommen ja nach und nach die Verletzten zurück, das darf man auch nicht vergessen. Unser Verletzungspech ist ja nicht mehr feierlich. Ich bin deshalb nach wie vor optimistisch.

Fragen: Andreas Joas

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