Maximilian Schwarz wirft Konstanz mit acht Toren zum Sieg

Foto: Peter Pisa

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Sechs Spieler verletzt, darunter Topscorer Paul Kaletsch, und Mathias Riedel angeschlagen in der Offensive kaum einsetzbar. Die Chance für Maximilian Schwarz (24 / siehe Foto), auf dessen Schultern somit viel Verantwortung lastete.

Der lange verletzte Neuzugang, der von den Rhein-Neckar Löwen 2 im Sommer an den Bodensee gekommen war, nutzte sie eindrucksvoll. Mit acht Toren bei acht Versuchen wurde er zum besten Feldtorschützen der Partie und zum Matchwinner beim furiosen 31:30-Sieg vor über 1350 enthusiastischen Fans gegen den zuvor sieben Spiele ungeschlagenen TUSEM Essen.

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas verrät er, wie es zu seiner guten Leistung kam, wie die HSG sechs wichtige Ausfälle kompensieren konnte und wie befreiend das zweite Erfolgserlebnis hintereinander war.

Zweiter Sieg in Folge, weg vom Tabellenende, bomben Spiel gemacht. Max, wie fühlt es sich an nach zwei weiteren Big Points gegen Essen?
Sehr gut. Letztes Heimspiel in diesem Jahr – und dann so ein Abschluss mit solch einer tollen Kulisse und einer sehr guten Mannschaftleistung. Auch in der Deckung fand ich uns ganz gut, vielleicht ein bisschen zu viel Eins-gegen-Eins verloren, aber da war der Gegner auch sehr gut. Im Verbund haben wir gut gedeckt, dazu schnell nach vorne gespielt und auch einfache Tore gemacht. Das hat uns heute den Sieg eingebracht.

Acht Tore bei acht Versuchen: Was gab es heute bei Dir zum Frühstück?
(lacht) Heute morgen gab es Haferflocken, heute Mittag haben wir uns in unserer Handball-WG gemeinsam Bolognese gekocht. Ich weiß nicht, ob das ausschlaggebend war. Wir haben einfach als Mannschaft, für einander gespielt. Das ich dann solch einen Tag habe, kommt dann auch mal vor. Nächstes Mal ist es vielleicht jemand anderes, aber das brauchen wir. Heute war es ein gutes Spiel von der ganzen Mannschaft. Jeder, der reingekommen ist, hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir das Ding holen.

Worauf führst Du es zurück, dass Ihr nach vier Niederlagen mit einem Tor heute gegen Essen, die nach sieben Spielen ohne Niederlage mit einem riesengroßen Selbstvertrauen angereist sind, gewonnen habt?
Wir hatten heute den unbedingten Willen, waren viel selbstbewusster. Das Spiel in Dresden war natürlich gut für das Selbstvertrauen. Dann haben wir gut trainiert und das abgerufen, was wir können. Jeder hat das gemacht, was er soll, was er kann. Jeder, der reingekommen ist, hat sich perfekt in das Gesamtgefügte einbracht. Dann kommt vielleicht noch der eine oder andere glückliche Wurf hinzu, das muss man sich erarbeiten und haben wir nach viel Pech zuvor getan. Dies hat sich nun ausgezahlt.

In der Schlussphase: Gab es da den Gedanken „bitte nicht schon wieder mit einem Tor verlieren“?
Da denkt man schon kurz daran, wenn man ein Gegentor bekommt. Ich habe aber gemerkt, dass wir alle einen guten Tag haben und etwas in der Luft liegt. Gerade mit der Halle, die war da. Das macht viel aus, gerade in der entscheidenden Phase wird man nach vorne gespusht, der Gegner wird unter Druck gesetzt. Ich habe immer an unseren Sieg geglaubt. In den ersten Saisonspielen hätten wir das Spiel vielleicht verloren, weil wir zu hektisch waren. Jetzt sind wir etwas abgezockter und überlegter, da sieht man schon eine Entwicklung in der sehr jungen Mannschaft, die wir sind.

Nach zuvor sechs Niederlagen in Folge nun zwei Siege hintereinander. Da fällt sicher einiges ab. Ist der Knoten jetzt richtig geplatzt?
Das hoffe ich sehr, man kann es aber nie sagen. Man hat zuletzt immer eine Steigerung gesehen und gegen Essen eine Mannschaft, die zusammensteht, die für einander kämpft, bei der auch das Selbstvertrauen wieder da ist. Wenn wir weiter so hart trainieren, bin ich zuversichtlich, dass das so bleibt, auch gegen Dessau. Wenn wir so spielen wie gegen TUSEM, ist gegen jeden Gegner etwas drin. Wir haben unsere Stärken ausgespielt, den Ball schnell gemacht. Wir sind eine junge, dynamische Mannschaft und haben den Gegner gut in der Abwehr laufen lassen – und uns so leichtere Würfe erarbeitet.

Wie fängt man als Team den Ausfall von so wichtigen Spielern wie Paul Kaletsch – drittbester Torschütze der 2. Bundesliga – auf? Und wie bist Du mit dem Druck, dass somit viel von Dir abhängt, umgegangen?
Solch eine Verletzung ist natürlich zunächst ein Schock für das Team. Aber man sagt ja, dass man dann als Mannschaft noch mehr zusammenrücken muss. Das haben wir gemacht. Jeder hat noch ein bisschen mehr aus sich herausgeholt und einen Schritt mehr gemacht, um den Ausfall von Paul und den anderen fünf Verletzten zu kompensieren. Für mich war es heute eine riesen Chance. Ich hatte bislang nicht so viele Einsatzzeiten. Ich wusste, das wird gegen Essen mehr. Es hat mich riesig gefreut, dass ich mich zeigen kann und die Chance bekomme. Dass es dann so gut funktioniert, ist dann perfekt. So blöd es klingt: Wir sind es mittlerweile ja schon fast gewohnt, dass immer noch jemand verletzt ist.

So ließ sich der dritte Advent entspannt genießen.
Das tut auf jeden Fall gut. Wir sind jetzt wieder richtig gut dabei, nach den zwei Siegen in Folge. Die waren wichtig. Hätten wir da nicht gewonnen, wäre es richtig eng geworden. Jetzt ist das rettende Ufer in direkter Sicht- und Reichweite. Wenn wir jetzt noch einmal nachlegen könnten, würde die unglückliche Hinrunde perfekt ausklingen. Dann ist nach dem wichtigen Sieg gegen Essen alles drin für die Rückrunde, für die wir uns in der Pause gut wappnen können.

Fragen: Andreas Joas

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