Linkshänder verlängert, Abwehrspezialist geht

Foto: Peter Pisa

2.Bundesliga
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Mit einer Serie von 8:2 Punkten nach der EM-Spielpause kämpfte sich die HSG Konstanz zuletzt zurück und ist wieder voll im Rennen um den Klassenerhalt. Es läuft wieder in der größten Stadt am Bodensee. Abseits des Spielfeldes treibt Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz,

die Kaderplanung für die kommende Saison voran und kann nach den Vertragsverlängerungen von Maximilian Wolf, Benjamin Schweda und Fabian Maier-Hasselmann den nächsten Verbleib verkünden. Linkshänder Felix Krüger hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Spielzeiten bis zum 30. Juni 2020 verlängert. Abwehrspezialist Michael Oehler hingegen wird in der nächsten Saison das Trikot der SG BBM Bietigheim tragen, die derzeit auf einem Aufstiegsplatz zur 1. Bundesliga rangiert.

Seit 2013 läuft Felix Krüger für die HSG Konstanz auf, zunächst in der zweiten Mannschaft, mit der er von der Südbadenliga in die Oberliga aufstieg, dann errang er mit der HSG die Süddeutsche Meisterschaft und in der letzten Spielzeit den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. „Flix hat sich immer mehr Spielanteile gesichert“, freut sich Andre Melchert über die sehr positive Entwicklung des jungen Linkshänders und sagt: „Er entwickelt sich stetig weiter, deshalb sind wir froh, dass er hier ist und bei uns bleibt.“ Aus der A-Jugend des TuS Schutterwald mit ein wenig Landes- und Südbadenligaerfahrung bei den Herren an den Bodensee gekommen, ist der 23-Jährige in Konstanz zum Zweitligaspieler gereift. Insbesondere nach der EM-Spielpause im Jahr 2018 zeigt er sich in toller Form und sorgt für viel Druck im rechten Rückraum. Gerade am deutlichen 30:20-Sieg in Eisenach hatte er mit einer starken Vorstellung großen Anteil. Krüger: „Ich konnte hier im Training von Anfang an von gestandenen Drittligaspielern lernen und habe viele Tipps bekommen, das hilft als junger Spieler extrem.“

Mit seinen Leistungen ist der im badischen Wolfach geborene Ex-Alpirsbacher und Schutterwälder „zufrieden“, lacht der 1,98 Meter große und 102 Kilogramm schwere Modellathlet. „Ich bin froh, meine Chancen zu bekommen und dann zeigen zu können, was ich kann.“ Im Sommer wird er sein Sportwissenschaft-Studium an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität abschließen, danach möchte er sich wahrscheinlich im Bereich Wirtschaft mit einem Zweitstudium weiterbilden. „Ich sehe hier die Chance, mich noch weiterzuentwickeln, kann dann zudem weiter hier studieren“, erklärt Krüger seine Gründe für die Vertragsverlängerung um zwei Jahre. „Ich fühle mich im Umfeld des Vereins und am Bodensee sehr wohl und habe mit Matthias Faißt hier auch noch Familie und meine Freundin. Es passt eben alles.“

Was noch fehlt ist der Zweitliga-Klassenerhalt, der ganz oben auf dem Wunschzettel des wuchtigen Shooters steht. „Diese Liga zu halten ist uns allen extrem wichtig“, sagt er und hebt gleichzeitig die Bedeutung eines guten Mannschaftgefüges hervor: „Im Team muss es für mich passen. Ich könnte nie in einer Mannschaft spielen, in der man nur für das Training zusammenkommt und sonst nichts miteinander zu tun hat. Mir sind das familiäre Umfeld und der Zusammenhalt im Verein ganz, ganz wichtig. Das passt richtig gut.“ So fühle er sich nicht nur in Konstanz, für Krüger „eine der schönsten Städte überhaupt“ pudelwohl, sondern betont auch: „Die große Familie HSG ist das, was es ausmacht und warum ich mich so wohl fühle.“

Auch Michael Oehler ist ein Paradebeispiel für den sehr erfolgreichen Konstanzer Weg, mit jungen deutschen Talenten aus tieferen Spielklassen zu arbeiten und sie selbst zu Zweitligaspielern zu entwickeln. 2014 kam der Abwehrspezialist aus der Südbadenliga zur HSG, hatte zwei Jahre zuvor allerdings gar noch in der Reserve des HC Elgersweier in der Bezirksklasse gespielt. „Michi kam aus der fünften Liga und hat sich in der Abwehr super entwickelt“, lobt so auch der Sportliche Leiter der HSG Konstanz. „Im Angriff hat er wegen seiner Schulterprobleme wenig gespielt“, erklärt Melchert. Beeindruckend war vor allem das Comeback des 24-Jährigen nach halbjähriger Verletzungspause nach Schulter- und Fußoperation. Seitdem stabilisiert er auf Anhieb wieder die Konstanzer Deckung. „Ich bin dem Verein sehr dankbar“, blickt er auf die Zeit zurück, als sein Vertrag trotz feststehender Zwangspause verlängert und er beim Kampf für die Rückkehr unterstützt wurde. „Auch der Einstieg bei der U23 hat mir sicher geholfen. Ich habe hier viele Freunde gefunden“, so Oehler. Bei der Chance, nächstes Jahr mit Bietigheim möglicherweise in der 1. Bundesliga spielen zu können, konnte er nach vielen Gesprächen und langer Bedenkzeit trotzdem nicht nein sagen. „Damit würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen“, sagt das 1,92 Meter große und 96 Kilogramm schwere Kraftpaket, das nach seiner Operation sieben Kilo abgenommen hatte.

Nun spricht der gebürtige Gengenbacher von einer „extrem schweren Entscheidung“, die nicht gegen Konstanz, sondern für die große Chance ausgefallen sei. „Ich hatte schon für die Rückrunde Angebote, aber mir liegt das hier alles sehr am Herzen. Das kam für mich nicht in Frage.“ Stattdessen zerreißt er sich in der Konstanzer Deckung, denn vor seinem Abschied hat er ein klares Ziel mit der HSG: „Wer mich spielen sieht, erkennt sicher, dass ich unbedingt die Klasse mit der HSG halten will und alles reinwerfe. Das ist mein eigener Anspruch und bin ich dem Verein und meinen vielen Freunden hier schuldig, ich möchte etwas zurückgeben.“ Zweimal ist er mit der HSG aufgestiegen, einmal mit der zweiten Mannschaft in die Oberliga, einmal in die 2. Liga. Nun träumt er vom Happy End, bevor er in Heilbronn ein Masterstudium beginnen wird: „Alle haben es verdient, auch kommende Saison der 2. Bundesliga anzugehören. Mit der immer überragenden Stimmung in der Schänzlehölle werden wir es schaffen – sich mit einer Klassenerhaltsparty zu verabschieden ist das Ziel.“ Das Erfolgsrezept: „Wir haben Spaß zusammen und damit ist man immer am erfolgreichsten“, lächelt Oehler.

 

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