Nur ein Wunder rettet ThSV vor dem Sturz in die Drittklassigkeit

Foto: sportfotoeisenach

2.Bundesliga
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Die 12. Heimniederlage im 17. Heimspiel besiegelte wohl den Abstieg des ThSV Eisenach. Gegen die bereits als Absteiger feststehende Eintracht aus Hildesheim, ohne fünf verletzte Stammkräfte angereist, unterlagen die Wartburgstädter mit 30:31 (14:16). Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt - bei noch zwei ausstehenden Spielen – 4 Punkte.

Selbst das geringfügig bessere Torverhältnis einbezogen, nur ein Wunder kann die in ihrer jahrzehntelangen Geschichte immer zweit- oder erstklassig spielenden Eisenacher vor dem Sturz in die Drittklassigkeit retten.

„Wie zuletzt auch in Hagen und in Dessau haben wir in entscheidenden Phasen leichtfertig unsere Chancen ausgelassen“, konstatierte ein niedergeschlagener Eisenach Coach Arne Kühr. Knackpunkt war wohl die 55. Spielminute, als die Gastgeber beim Stand von 29:28 - nach gefühlten 4 Minuten Ballbesitz für die Gäste - zwei Großchancen (Gerlich, Weyhrauch) nicht nutzen konnten. Ein in Angriff und Abwehr bärenstarker Ibai Meoki (s. Foto) konnte es allein nicht richten. Alexander Saul, Eisenachs Goalgetter der letzten Partien, hatte nach 24 Minuten seinen 5. Treffer eingelocht, doch es folgte nur noch einer. Mit dem Comeback von Ex-Kapitän Benjamin Trautvetter hatte Arne Kühr mit Beginn der zweiten Halbzeit seine letzte Karte ausgespielt. Der 32-Jährige sorgte sofort für helle Aufregung am Kreis der Gäste, holte kurz hintereinander drei Siebenmeter heraus und netzte.

Dass Eintracht Hildesheim nicht nur Savvas Savvas, ist, machte die zweite Halbzeit deutlich, als Eisenachs löchrige Abwehr ein um das andere Mal über den Kreis ausmanövriert wurde, Nikolas Zzoufras einnetzte. Im ersten Abschnitt ließ die Eisenacher Defensive Savvas Saavvas, den Top-Torjäger der Liga, gleich 9 Bälle einnetzen. Seinen bis dato 266 Treffern fügte der 20-jährige Grieche in Eisenach noch 12 hinzu, wofür er lediglich 15 Versuche benötigte. (Nächste Saison geht für Erstligist GWD Minden auf Torejagd.) Erst als sich Ibai Meoki ihn in persönlicher Obhut nahm, wurde der Rück-raumspieler ausgebremst. Eisenachs Abwehr fand zu keiner Geschlossenheit. Das Torhüterduo Gorobtschuk/Redwitz vermochte nur 8 von 39 Bällen zu entschärfen. “Wir schöpften unsere Möglichkeiten nahezu optimal aus“, konstatierte Gerald Oberbeck, der Coach von Eintracht Hildesheim, seit 1981 (!) Trainer, oft – wie aktuell – in Doppelfunktion auch als Manager.

„Hildesheim konnte frei aufspielen. Wir brachten das Kreisläuferspiel nicht unter Kontrolle, uns unterliefen zu viele individuelle Fehler. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, bilanzierte Arne Kühr. Symptomatisch die Schlusssekunden: Matthias Gerlich, der zuvor alle fünf den Eisenachern zugesprochenen Siebenmeter verwandelt hatte, scheiterte beim Stand von 30:31 an Eintracht-Keeper Jakub Lefan. Er meisterte damit einen Ball mehr wie das Eisenacher Torwartduo. Einzelne Schuldzuweisungen ließ ThSV-Coach Arne Kühr nicht zu. „Wir haben als Team verloren, 16 Spieler und die Betreuer“, fügte der 40-Jährige hinzu. Die 1.449 Zuschauer, die trotz Sonnenschein am Pfingstsamstag, Jugendweihefeiern in Eisenach und gleichzeitigem DFB-Pokalfinale im TV in die Werner-Aßmann-Halle gekommen waren, feuerten unaufhörlich ihre Mannschaft an. Lähmendes Entsetzen machte sich nach dem Abpfiff auf den Rängen breit. Mancher konnte – oder wollte – noch nicht die Tragweite dieses Abends verinnerlichen. Die Spieler kauerten auf dem Hallenparkett, versuchten ihr Gesicht zu vergraben. Der ThSV Eisenach (wahrscheinlich) in der nächsten Saison in der

Mit einem Heimsieg hätte das Pflänzchen Hoffnung neue Nahrung erhalten. Der Wilhelmshavener HV und der EHV Aue sollten weiterhin den heißen Atem spüren. Der Auftakt verlief hoffnungsvoll. Alexander Saul traf zum 3:1 (3.) und 5:3 (7.). Daniel Luther, mit guten Offensivaktionen zum Auftakt, traf zum 6:4 (8.) und auch 7:6 (12.). Mancher Beobachter konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, die Klasse eines Savvas Savvas hätte sich nicht bis nach Eisenacher herumgesprochen. Der Grieche düpierte Eisenachs Abwehr aus allen Rückraumpositionen, traf zum 7:8 (14.). Egal welche Abwehrformation, Savaas Savvas entwischte und zog erfolgreich ab oder legte zum Kreis ab (10:12, 24.). Arne Kühr griff erneut zur grünen Karte. Ibai Meoki nahm sich nun Savvas Savvas an. Nun brachten sich andere Hildesheimer ins Gespräch. Fin Backs schloss per Gegenstoß zum 11:14 ab (25.).

 Nach dem Seitenwechsel übernahm Ibai Meoki mit Erfolg das Zepter im Eisenacher Angriff. Er brachte seine Stärken mit ganz viel Leidenschaft ein. Der für den Angriff auf das Parkett kommende Benjamin Trautvetter gab den Gästen etliche Rätsel. Beim 20:20, von Marcel Schliedermann mit purer Willenskraft erzielt, erreichten die Eisenacher den Gleichstand (38.). Seine Schnelligkeit und technische Klasse ausspielend, Ibai Meoki (6 Treffer bei 7 Würfen) traf im Doppelpack zum 22:21 (40.), stibitzte sich das Leder aus den Gästereihen. Adrian Wöhler (4 Tore bei 4 Würfen) verwandelte im Gegenstoß zum 23:21 (41.). Bis auf die kleine Fangruppe aus Hildesheim glaubte nun jeder in der Werner-Aßmann-Halle, die Weichen wären für den ThSV Eisenach gestellt, die Uhr ginge, wir Hallensprecher Jürgen Hausburg meinte, nun richtig. Marcel Schliedermann kassierte eine umstrittene Zeitstrafe, Alexander Aul scheiterte. Die Gäste kamen immer wieder mit Spielzügen zum Kreis zum Torerfolg, sorgten allenthalben für Haareraufen. Aber auch der ThSV Eisenach zeigte, das er über den Kreis erfolgreich sein kann. Alexander Saul bediente Benjamin Trautvetter zum 27:26 (47.). In doppelter Überzahl unterlief den Eisenachern ein technischer Fehler. Dann traf doch Adrian Wöhler zum 29:28, parierte THSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk gleich zweifach. Beim Tempogegenstoß verhaspelten sich die Eisenacher, verloren das Leder . Eintracht Hildesheim reizte den Langmut der Spielleiter beim Zeitspiel kräftig aus. Es folgten beim Stand von 29:28 die folgenschweren ausgelassenen Wurfchancen. Die Gäste glichen aus. Savvas Saavvas schmetterte das Leder ans Holz. Matthias Gerlich traf in Unterzahl zum 30:29 (58.). Nach dem Ausgleichstreffer scheiterte Eisenachs Alexander Saul. Im Gegenzug versenkt Fin Backs im Nachwurf das Leder zum 30:31 (60.). Nach Foul am wieder einmal zu geschmeidigen Ibai Meoko tritt Matthias Gerlich an die Siebenmterlinie und schweitert 20 Sekunden vor UItimo am Eintracht-Keeper Jakub Lefan.

ThSV Eisenach: Gorobtschuk (1.-13., 47.-60., bei 1 Siebenmeter/ 4 Paraden – 13 Gegentore), Redwitz (13.-47./ 4 Paraden – 18 Gegentore)); Iffert, Küstner, Trautvetter (1), Wöhler (4), Meoki (6), Luther (3), Gerlich (6/5), Miljak, Schliedermann (3), Streckhardt, Popa, Niemeyer, Weyhrauch (1), Saul (6)

Eintracht Hildesheim: Lefan (1.-60./ 9 Paraden – 29 Gegentore), Krka (bei 1 Siebenmeter/ 0 Paraden – 1 Gegentor); Brücker, Schieb (1), Ehlers, Nelson (1), Heil (3), Lungela (2), Ignatow (1), Tzoufras (7), Wiebe (1), Dolezel, Weit, Backs (3), Savvas (12/4)

Siebenmeter:
ThSV Eisenach: 6/5 (Gerlich verwandelt 4 x gegen Lefan. 1 x gegen Krka, Gerlich scheitert 1 x an Lefan)
Eintracht Hildesheim: 5/4 – Savvas verwanelt 2 x gegen Gorobtschuk u. 2 x gegen Redwitz, Savvas scheitert 1 x an Gorobtschuk)

Zeitstrafen:
ThSV Eisenach: 3 x 2 Min. (Schliedermann 2 x 2 Min., Meoki 2 Min.)
Eintracht Hildesh: 6 x 2 Min. (Heil u. Dolezel 2 x 2 Min,. Schieb, Ignatov je 2 Min.)

Schiedsrichter: Hurst/Krag

Zuschauer: 1.449

Spielfilm: 6:4 (8.) 11:14 (25.), 14:16 (30.), 18:20 (37.), 23:21 (41.), 29:28 /51.), 30:29 (58.), 30:31 (60.)

Beste Spieler
ThSV Eisenach: Meoki
Eintracht Hildesheim: Tzoufras, Savvas

Foto: Sicherlich die schwärzeste Handball-Stunde für Adrian Wöhler

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