Bergners dreifacher Sprung ins Glück

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Für Tom Bergner verlief die Spielzeit 2017/18 wie im Traum: Erst vor der Saison war der mittlerweile 18-Jährige von der SG Schalksmühle-Halver zu den Handballern des VfL Eintracht Hagen gewechselt. Dort schaffte er mit der A-Jugend von Jugendkoordinator Axel Meyrich und dessen Trainer-Partner Ralf Heinemann gleich im ersten Anlauf – und damit ein Jahr eher als geplant – den Sprung in die A-Jugend-Bundesliga.

Dies war umso erstaunlicher, da die Grün-Gelben beinahe ausschließlich mit Spielern des jüngeren Jahrgangs an den Start gingen. Damit aber nicht genug: Schon früh in der Saison integrierte Cheftrainer Niels Pfannenschmidt den gebürtigen Lüdenscheider und dessen Mannschaftskollegen Steffen Vogt und Giuseppe Mossuto in den Trainingsbetrieb der Zweitliga-Mannschaft. Nach der schweren Knieverletzung von Julian Renninger folgte für Bergner der Sprung ins kalte Wasser – ebenfalls vorzeitig.

Im Gespräch mit Pressesprecher Sebastian Mühleis schildert der Kreisläufer seine Eindrücke einer für ihn sehr bewegten Saison, an deren Ende die erneute Qualifikation für die Jugend-Bundesliga stand.

Tom, schon in der Vorbereitung hat Niels Dich, Giuseppe und Steffen als absolute Leistungsträger der A-Jugend in den Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft integriert. Wie verliefen die ersten Einheiten für Dich?

Tom Bergner: Am Anfang war ich tierisch nervös, konnte keine Sekunde ruhig stehen bleiben. Das Training selbst war imponierend. Der Sprung von der A-Jugend zur 2. Bundesliga ist schon enorm. Das ist ein ganz anderes Training. Aber es hat tierisch Spaß gemacht. Vor allem war es beeindruckend, auf welche Details Niels eingeht. Ich freue mich daher auch schon wahnsinnig auf die neue Saison.

Nach der Verletzung von Julian ging für Dich alles sehr schnell. Wie hast Du reagiert, als Niels Dir mitgeteilt hat, dass Du fortan festes Kadermitglied der ersten Mannschaft bist?

Bergner: Erst einmal tat es mir total leid für Juli, das war wirklich schlimm. Als ich Montagmorgens die Nachricht von Niels erhalten habe, war ich trotzdem überglücklich, habe wirklich Freudensprünge gemacht und mich riesig darauf gefreut. Dass ich auch noch Einsatzzeiten bekommen habe, war natürlich überragend. Ich habe dann einfach versucht, so gut wie möglich zu helfen.

Mal ganz ehrlich: Wie nervös warst Du vor Deinen ersten Einsatzminuten auf einer Skala von 1 bis 10?

Bergner: Als Niels gesagt hat, „Du kommst jetzt rein“, lag mein Puls bestimmt bei 180 und ich war aufgeregt ohne Ende. Tilman (Anm. d. Red.: Pröhl) kam aber direkt zu mir und hat gesagt „mach einfach das, was Du im Training machst“. Das hat sehr geholfen. Auf der Platte war dann alles wie immer: Ich habe einfach versucht das Beste zu machen und habe alles gegeben.

Also 11?

Bergner (lacht): Mindestens.

 Beim Wilhelmshavener HV hast Du dann Dein erstes Tor erzielt...

Bergner: Wegen der hohen Niederlage hatte es zwar einen faden Beigeschmack, aber es war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich habe insgesamt knapp 15 Minuten gespielt, ein Tor geworfen. Es war einfach überragend. Ich habe erst am nächsten Tag realisiert, dass ich mein erstes Tor in der zweiten Liga gemacht habe.

 Da dürfen sicherlich gerne noch ein paar Tore zukommen, oder?

 Bergner (lacht): Liebend gerne.

Bist Du von Freunden oder in der Schule darauf angesprochen worden, dass Du jetzt in der 2. Bundesliga spielst – und ein Tor geworfen hast?

Bergner: Überwiegend haben mich erst einmal Leute aus dem Handballbereich angesprochen, etwa alte Mannschaftskollegen. Dann auch Kameraden in der Schule. Das war zwar schön, aber ganz ehrlich: Da lege ich keinen Wert drauf. Ich möchte nur etwas zum Erfolg der Mannschaft beitragen. Da ist es unerheblich, ob jemand sagt, dass es toll ist, oder nicht.

Kommen wir zur A-Jugend. Ihr seid mit zwei Niederlagen in die Qualifikation gestartet. Hand aufs Herz: Wie sehr habt Ihr gezittert, dass Ihr die Bundesliga-Qualifikation verpassen könntet – und wie wichtig war es für Dich und Deine Mannschaft, dass Ihr es letztlich doch souverän geschafft habt?

Bergner: Mir persönlich war es extrem wichtig. Ich wollte unbedingt wieder in die Bundesliga kommen, genau wie alle meine Mannschaftskollegen. Meiner Ansicht nach haben wir auch eine stärkere Mannschaft als vergangene Saison. Warum der erste Turniertag so schlecht gelaufen ist, können wir uns selbst nicht erklären. Wir haben uns oft gefragt: Was war da los? Die Trainingswoche vor dem Turnier war nämlich super. Alle Spieler waren voll fokussiert. Nach der ersten Niederlage waren wir wirklich am Boden zerstört, nach der zweiten war das Zittern daher dann erst ein mal groß. Das wir am Ende Tabellenzweiter werden, hätte ich nach dem ersten Tag nicht unterschrieben. Entscheidend war der Sieg gegen den BHC. Dieser Erfolg hat uns so großes Selbstvertrauen gegeben, dass wir wieder unser Spiel gespielt haben.

 

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Letzte Aktualisierung: 20.10.2018 23:14:39
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