Achterbahnfahrt der Emotionen

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2.Bundesliga
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Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg hat am Samstagabend einen wichtigen Heimsieg gegen den Tabellensiebten VfL Lübeck-Schwartau feiern können. Beim 25:22 (14:7) überzeugten die Blau-Weiß-Roten gerade in der ersten Halbzeit mit fulminanten Offensivhandball und einer zweikampfstarken Abwehrleistung.

Obwohl der VfL im zweiten Durchgang noch einmal bedrohlich nahe heran kam, behielt die Truppe von Trainer Emir Kurtagic die Nerven und dank zwei Paraden von Nikolai Weber, sowie den späten Treffern von Johannes Klein und Markus Stegefelt, die Oberhand. Mann der Stunde war allerdings Tomas Sklenák: Der 36-Jährige tschechische Routinier spielte vor 1275 Zuschauern im Sportzentrum Hüttenberg groß auf und führte das TVH-Team mit sieben Treffern zum Heimsieg. Mit dem Erfolg rückt der TVH auf den 14. Rang vor und empfängt nun am 30. Oktober den TV Emsdetten.

Der VfL Lübeck-Schwartau war mit einer langen Verletztenliste nach Mittelhessen gereist. Chefcoach Torge Greve musste im Vorfeld der Partie beim Bundesliga-Absteiger auf fünf seiner Stammkräfte verzichten. Pawel Genda (Nasenbeinbruch), Tim Claasen (Bänderverletzung) und Dadi Runarsson (Muskelfaserriss) blieben in der Heimat, genau wie Marcel Möller und Toni Podpolinski. Auf Seiten des TVH fehlten wie zuletzt auch Daniel Wernig und Tim Lauer, für die Merlin Fuß und Simon Belter aus U19 und U23 im Kader standen.

Die Problematik der zahlreichen Ausfälle auf Seiten der Gäste machte sich auch gleich in der ersten Viertelstunde bemerkbar. Hüttenberg verteidigte wie immer zweikampfstark in der eigenen 3:2:1-Deckung. Lübeck-Schwartau fehlten dagegen zunächst die Ideen, sodass sich der TVH beim 5:2 von Moritz Lambrecht in der 12. Minute erstmals klar abzusetzen vermochte.

Im weiteren Verlauf der Begegnung blieb Hüttenberg weiterhin die tonangebende Mannschaft. Gestützt auf die famose Leistung von Tomas Sklenák, der ständig in der Offensive präsent war, brachte Hüttenberg ein ums andere Mal die beiden Halben Markus Stegefelt und Dieudonné Mubenzem in Stellung. Der schwedische Neuzugang erzielte das 11:6 (25.), ehe der ehemalige Prager noch vor der Pause zum 14:7 einwarf.

Soweit lief für die Kurtagic-Sieben alles nach Plan. Hüttenberg spielte mit Biss und hatte auch das oft geforderte „Quäntchen Glück“ auf der eigenen Seite. Einziges Manko blieb die schlechte Siebenmeterverwertung der Blau-Weiß-Roten (Hahn und Zintel scheiterten beide insgesamt drei Mal an Dennis Klockmann).

Doch wer im „Hexenkessel Mittelhessen“ von einer ruhigen zweiten Halbzeit ausgegangen war, der wurde überrascht. Obwohl Sklenák nach dem Seitenwechsel zum 17:10 in das gegnerische Tor traf (36.), war der VfL jetzt wesentlich präsenter und stellte den TVH mit einer 5:1-Deckung vor Probleme. Über das 13:18 und 15:18 von Martin Waschul kämpften sich die Norddeutschen wieder heran. Hüttenberg blieb zwischen der 39. und 45. Minute gänzlich ohne Scorerpunkt, bis Sklenák die Mittelhessen mit einem weiteren Treffer (19:15/46.) durchschnaufen ließ.

In der hart – aber keinesfalls unfair – geführten Partie, stand das Match in den letzten zehn Minuten auf Messers Schneide. Zunächst sah Christian Rompf wegen einer vermeintlichen Unsportlichkeit die rote Karte, ehe Antonio Metzner (mit neun Treffern bester Werfer des Abends) beim 21:22 (55.) den Anschluss herstellte.

Mit dem TV Hüttenberg in doppelter Unterzahl und aufkommendem neuen Mut der Gäste, schien das Spiel zu kippen. Die Offensivreihe der Mittelhessen behielt aber auch jetzt ein weiteres Mal die Nerven. Moritz Lambrecht unterband im „vier gegen sechs“ den Angriffsversuch und Johannes Klein setzte sich in Unterzahl gegen zwei Gegenspieler durch und markierte beim 23:21 einen erneuten Zwei-Tore-Vorsprung. Den Matchball zum Heimsieg verwandelte dann Markus Stegefelt, der mit seinem 24:22 vom Siebenmeterpunkt in der 58. Minute die Vorentscheidung herbeiführte und nach einer doppelten Glanztat von Torhüter Nikolai Weber auch den 25:22-Endstand einwarf.

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg: Schomburg, Weber; Fuß, Belter, Sklenák (7), Lambrecht (2), Rompf (2), Zörb, Fernandes (1), Jóhannsson (1), Stegefelt (4/2), Mubenzem (4), Hahn (2/1), Zintel, Klein (2).

Aufstellung VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz, Klockmann; Glabisch (4/1), Hansen (2), Ranke (1), Waschul (2), Schult, Damm (1), Köhler, Schrader, Kretschmer (3), Bruhn, Antonio Metzner (9).

Zeitstrafen: 16:10 Min. – Siebenmeter: 6/3:1/2. – Zuschauer: 1275. – Schiedsrichter: Timo Hofmann/Thomas Horath.

TVH-Cheftrainer Emir Kurtagic: „Wir haben eine überragende erste Halbzeit abgeliefert, in der wir das in den Griff bekommen haben, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Hälfte habe ich ein sehr hektisches Spiel gesehen – auch bedingt durch die Abwehrumstellung – aber vor allem weil wir zehn klare Chancen liegen lassen. Mit jedem von diesen Fehlwürfen ist unsere Körpersprache nach unten gegangen, während sich der VfL aufgebaut hat. So haben wir das Spiel fast noch aus der Hand gegeben. Aber: Wichtig ist, dass wir jetzt drei Spiele ungeschlagen sind und einen Aufwärtstrend haben. Dafür muss ich meine Mannschaft loben!“

VfL-Trainer Torge Greve:„Glückwunsch an den TV Hüttenberg. Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit aus der Hand gegeben. Der TVH stand zu Beginn sehr gut und aggressiv in der Abwehr. Uns hat heute die Emotionalität und das Herz gefehlt. Im zweiten Durchgang haben wir dann sogar die Chance auf Ausgleich zu stellen – dann wäre das Spiel vielleicht noch einmal anders gelaufen. Aber da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

TVH-Spielmacher Tomas Sklenák: „Eigentlich haben dreißig Minuten richtig gut gespielt, aber dann lassen wir viele gute Chancen liegen und kriegen einfache Gegentore. Ich bin stolz auf die Mannschaft und darauf, dass wir es geschaft haben, 60 Minuten lang durchzukämpfen!“

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