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(HG Köthen)

Gute Laune trotz einiger Baustellen im Kader der HG

Eingestellt vor 41 Tage(n), 14 Stunden und 52 Minuten
28.07.10 • von Marcus Bräuer

Noch etwas außer Atem, aber mit guter Laune ging Heinz Prokop ans Telefon. "Ich komme gerade vom Einkaufen und habe eben noch alles verstaut", erzählt der Trainer des Handball-Drittligisten HG 85 Köthen. Die gute Laune mag den einen oder anderen erstaunen. Denn die seit dem 12. Juli andauernde Vorbereitung auf die 3. Liga verläuft bei der HG bisher alles andere als optimal. Da wäre der Rückraum, der im Vergleich zum Vorjahr auf allen drei Positionen verändert wurde. Da wären mit Martin Lux und Robert Wagner, zwei Leistungsträger, die sich nach ihren Schulteroperationen noch im Aufbautraining befinden. Und da wäre die Torwartposition, die nach dem Abgang von Steffen Oppenheimer mit Nick Weber nur einfach besetzt ist.

Neue Spieler gut integriert

Es ist nicht zu bestreiten, dass bei der HG noch einige Baustellen offen sind. Doch Heinz Prokop bleibt positiv. Der Übungsleiter ist mit der bisherigen Vorbereitung sehr zufrieden: "Alle Spieler bemühen sich und ziehen sehr gut mit." Das Team wurde mit sehr jungen, hoffnungsvollen Talenten des SC Magdeburg bestückt. Marco Hüls, Leif Brandt und Nick Weber haben sich gut integriert. Ihre Bereitschaft, an die Grenzen zu gehen ist vorbildlich. "Die jungen Spieler wollen besonders auf sich aufmerksam machen", erkennt Prokop. Und die Arrivierten werden durch die jugendliche Konkurrenz angestachelt.

So sind es nicht nur die jungen, die bei den Übungen voran gehen und Bestzeiten laufen. Ralf Stojan, Jahrgang 1976, ist immer in der Spitzengruppe dabei. Seine Erfahrung soll der jüngsten Köthener Mannschaft, die je in eine Saison gestartet ist, helfen. Stojans Trainingsleistungen freuen daher Heinz Prokop: "Ich bin sehr zufrieden mit Ralf. Er scheint sich seiner Bedeutung und Verantwortung für die Mannschaft bewusst zu sein."

Trotz der großen Belastungen blieben alle Spieler bis auf den einen oder anderen Krampf von Verletzungen verschont. Und auch Martin Lux und Robert Wagner trainieren nach ihren Schulteroperationen wieder täglich mit der Mannschaft. Doch während Lux alle Übungen uneingeschränkt absolvieren kann, muss Wagner noch kürzer treten. "Es wird bei ihm noch länger dauern, bis er seine Schulter wieder voll belasten kann", so Prokop. Wagner wird die ersten Testspiele definitiv verpassen. Und auch Martin Lux wird nur eingeschränkt eingesetzt werden, um Überlastungen zu vermeiden.

Zum ersten Mal Ball in der Hand

Der Test gegen den DRHV 06 am Mittwochabend wird aber ohne Lux stattfinden. Das Aufeinandertreffen der beiden Kooperationspartner ist ein reines Trainingsspiel und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Die Jungs haben in zweieinhalb Wochen dann erstmals den Ball in der Hand - da wird noch einiges schiefgehen", begründet der Trainer die Maßnahme. Auch wenn die Partie nur geringen Wert hat, wird Heinz Prokop genau hinschauen, wie sich die Spieler der neu formierten Mannschaft aufeinander einstellen. Vor allem über die Neuzugänge, die allesamt erst 20 Jahre oder jünger sind, will er sich einen Überblick verschaffen.

Steffen Fischer, der beim DRHV unter Vertrag steht und für die HG eine Doppelstartberechtigung besitzt, wird für beide Mannschaften jeweils eine Halbzeit spielen. Vor der Partie wird es das erste Training mit Ball geben. Sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr sollen einige taktische Formen angerissen werden.

Erstmals wird dann auch Matthias Musche dabei sein. Der A-Jugendliche des SC Magdeburg hatte verlängerten Urlaub und wird auch in den kommenden Wochen nur die handballspezifischen Trainingseinheiten in Köthen absolvieren. Das Grundlagentraining führt er in Magdeburg durch. Komplett ist der HG-Kader dennoch nicht.

Die Verpflichtung eines zweiten Torhüters stellt sich kompliziert dar. Mit Sebastian Loske ist sich Köthen einig. Da der aber noch beim HSV Naumburg-Stößen unter Vertrag steht, wird die HG wohl Ablöse zahlen müssen. Zudem eröffnet der überraschende Wunsch Roman Bruchnos, trotz mündlicher Vereinbarung, in der nächsten Saison in Köthen zu spielen, und nun nach Staßfurt wechseln zu wollen, Heinz Prokop ein Problem, mit dem er nicht rechnete. Doch auch wenn bei der HG derzeit nicht alles nach Plan verläuft, bleibt man besonnen. "Noch haben wir sieben Wochen bis zum ersten Pflichtspiel", sagt Prokop. Genug Zeit also, um einen neuen Torwart zu integrieren und einen wechselwilligen halbrechten Rückraumspieler zum Bleiben zu überzeugen.

Foto: Kreisläufer René Uelsmann und der Rest des Teams mussten sich in den vergangenen Wochen ordentlich quälen. (FOTO: HERBERT HÖSLER)


Quelle: Mitteldeutsche Zeitung


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