Verletzung – Dichtung und Wahrheit

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Gestern hat der THW Kiel das Unmögliche doch noch vollbracht und nach einer Heimspielniederlage in der SAP-Arena gegen die Rhein-Neckar-Löwen gewonnen und die nächste Runde der CL trotz Verletzungssorgen erreicht (zweitewelle berichtete). Es war ein spannendes und interessantes Spiel, wenn mir persönlich auch im Angriffsspiel der Zebras Effektivität und Spielwitz fehlte.

Als Lohn wartet jetzt Barcelona auf die Kieler im Viertelfinale der CL.

Das Thema Verletzungen und ein paar Irritationen in diesem Umfeld haben dann aber dazu geführt, dass dieser Beitrag entstand. Noch am Donnerstagmittag war auf der THW-Seite zu lesen, dass die Mannschaft auf die 3 Routiniers Duvnjak, Toft Hansen und Weinhold verzichten muss. Diese Nachricht kam nicht unerwartet. Völlig erstaunt mußte ich beim Vorbericht zum Spiel dann hören, dass alle 3 Spieler auf dem Spielberichtsbogen standen und auch in der Startformation stehen würden bzw. sich beim Erwärmen auf dem Parkett der SAP-Arena tummelten. Meine Frau, mit der ich gemeinsam das Spiel verfolgte, konnte sich einige spitze Bemerkungen in Richtung „Wunderheilung“ oder „Seligsprechung“ des Ärzteteams mit Recht nicht verkneifen. Auch ich fühlte mich gelinde gesagt etwas veralbert. Dann spielten Duvnjak und Weinhold auch noch relativ lange, während sich Toft Hansen relativ schnell durch sein Foul an Petterson und die folgende rote Karte selbst aus dem Spiel schoss.

Was hat den THW zu dieser Informationspolitik veranlasst? Wollte man die Selbstmotivation der eigenen Spieler stärken, den Gegner incl. Trainer verwirren oder gab es einfach ein Informationsdefizit zwischen Betreuerstab und Pressestelle? Der Grund wird sich nicht mehr eruieren lassen, hat aber schon ein „Geschmäckle“. Es mag legitim sein so vorzugehen und auch im Profihandball durchaus üblich, ist aber kein sauberer Umgang mit den Fans und Zuschauern und hat mit fairer Berichterstattung nicht viel zu tun. Zudem hat es abgesehen von der erfolgreichen Motivation der Zebras nicht viel gebracht, da die Löwen sich recht schnell auf die Spieler eingestellt hatten. In einem sky-Interview vor dem Spiel sagte N. Jakobsen (RNL-Trainer) zu dem Thema, daß er auf so eine Maßnahme durchaus vorbereitet war.

Wir von zweitewelle sind auf Grund knapper Ressourcen und der deutschlandweiten räumlichen Verteilung der Vereine in der 1./2. und 3. Liga nicht in der Lage überall persönliche Kontakte zu pflegen. Dies gelingt partiell und regional nur für die Oberliga und Verbandsliga im Norden. Gerade deshalb ist eine faire und exakte Arbeit mit Pressemitteilungen der Vereine für uns wichtig. Meines Erachtens hat der Leser und Fan, wenn nicht schon ein Recht, dann wenigstens den berechtigten Anspruch auf eine saubere Berichterstattung. Dies möchten wir von zweitewelle leisten, sind dabei aber eben auch auf die Vereine angewiesen.

Deshalb möchte ich mit diesem Beitrag eine Diskussion zu diesem Thema eröffnen und bitte um Kommentare, wobei die Diskussion bitte vereinsneutral geführt werden sollte, denn auch andere Vereine haben in der Vergangenheit ähnlich in den Medien agiert. Es geht nicht darum den Verein „XYZ“ zu diffamieren, sondern um die Sache Handball und eine gute Berichterstattung.