Neuer Sportdirektor beim DHB

(Foto: DHB/Sascha Klahn)

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Der Deutsche Handballbund bekommt einen neuen Sportdirektor. Axel Kromer (s. Foto) tritt die Nachfolge von Wolfgang Sommerfeld an. Der Übergang wird fließend gestaltet:

Der 40-jährige Kromer, seit 2015 im Verband als Chef-Bundestrainer für den männlichen Nachwuchs tätigt, assistiert seinem Vorgänger bereits und nimmt seine Arbeit vollumfänglich zum 1. Dezember auf. Sommerfeld wirkt noch bis zum 30. November als Sportdirektor. Dann geht der 67-Jährige an der Seite von Frauen-Bundestrainer Michael Biegler in die Heim-Weltmeisterschaft und wird dem Verband auch darüber hinaus in anderer Funktion erhalten bleiben.

„Mit Axel Kromer haben wir die Stelle des Sportdirektors wieder ideal besetzt, denn diese Führungskraft haben wir selbst entwickelt", sagt Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Handballbundes. „Axel Kromer kennt die Strukturen des Leistungssports in allen Facetten und hat diese auf allen Ebenen bereits aktiv mitgestaltet. Zudem ist er kommunikativ stark und ein herausragender Netzwerker."

„Ich freue mich, dass ich in meiner beruflichen Laufbahn nach zahlreichen Stationen in Vereinen und Verbänden den nächsten Schritt gehen darf", sagt Kromer. „Ich bin dankbar für alles, was ich auf den verschiedenen Etappen erlebt habe. Diese Erfahrungen werde ich auch in neuer Rolle nutzen und einbringen."

Als neuer Sportdirektor wird Kromer für den gesamten Leistungssport des Deutschen Handballbundes verantwortlich zeichnen. Zu den Kernaufgaben zählen die Steuerung der A-Nationalmannschaften sowie weiterer Aufbau und Entwicklung der Spitzensportstrukturen, der Lehre und der wissenschaftlichen Begleitung des Handballs. „Wir wollen das Niveau des sportlichen Wettbewerbs weiter erhöhen und unsere Top-Talente noch besser an die A-Nationalmannschaften heranführen. All das muss in einem großen, optimal abgestimmten Netzwerk aller an der Talentarbeit beteiligten Personen und Institutionen geschehen", sagt Kromer.

Kromer übernimmt die Direktion Sport, die Sommerfeld seit 2015 aufgebaut hat. Sommerfeld, in seiner aktiven Zeit selbst Nationalspieler, gewann als Assistent von Junioren-Bundestrainer Martin Heuberger zahlreiche Welt- und Europameisterschaften. Nachdem der Bayer bereits die Eliteförderung ins Leben gerufen und zahlreiche Top-Talente als Mentor auf dem Weg in die A-Nationalmannschaft begleitet hatte, trieb er als Sportdirektor die Strukturveränderungen im Leistungssport voran und entwickelte neue Konzepte. Zudem intensivierte Sommerfeld die Kooperationen mit dem DOSB (unter anderem in Form eines neuen Strukturplans) sowie den Ligaverbänden HBL und HBF.

All das hat sich auch in Zahlen niedergeschlagen: 2016 nahm der Deutsche Handballbund dank erfolgreicher Nationalmannschaften beider Geschlechter und in allen Altersklassen den ersten Platz im Ranking des europäischen Verbandes EHF ein. „Das ist ein großer Verdienst aller am Leistungssport beteiligten Personen", sagt Sommerfeld. „Diesen ersten Platz haben wir uns gemeinsam erarbeitet, aber es muss uns bewusst sein, dass es sich lediglich um eine Momentaufnahme handelt. Wir müssen im härter werdenden Wettbewerb noch nachhaltiger arbeiten, um diese Position zu halten. Ich bin davon überzeugt, dass uns dies mit unseren immer besser greifenden Konzepten gelingt."

„Wolfgang Sommerfeld hat zentrale Weichen für den deutschen Handball gestellt und Strukturen für nachhaltigen Erfolg geschaffen. Die systematische Förderung unserer Top-Talente ist beispielhaft für den gesamten deutschen Sport. Wir sind froh, ihn auch nach seiner Zeit als Sportdirektor weiter im unmittelbaren Umfeld des Deutschen Handballbundes zu wissen", sagt Hanning.

Sommerfelds Nachfolger Axel Kromer hat eine vielseitige sportliche Laufbahn hinter sich: Als B-Jugendlicher war Kromer 1994 Deutscher Meister im Stabhochsprung, doch seine Berufung ist der Handball geblieben. 1992 war der Schwabe mit dem TV Kornwestheim Deutscher Meister der C-Jugend, später stieg er - vom Mittelmann zum Kreisläufer umgeschult - mit Pfullingen in die 1. Liga auf und spielte dort vier Jahre erstklassig. Noch zu seiner aktiven Zeit schloss er in Stuttgart sein Studium als Diplom-Sportwissenschaftler und erlangte als Trainer die A-Lizenz. Bevor er 2009 im HV Württemberg die Nachfolge von Landestrainer Kurt Reusch antrat, hatte er schon als Honorarkraft in dessen Diensten gestanden.

2010 führte er die SG H2Ku Herrenberg in die damals noch zweigleisige 2. Liga geführt hatte. In die Dienste des Deutschen Handballbundes trat Kromer 2012 – zunächst als Assistent des damaligen Junioren-Bundestrainer Markus Baur, dann ab 2015 als hauptamtlicher Chef-Bundestrainer des männlichen Nachwuchses. Mit den Junioren gewann Kromer Gold bei der U20-EM 2014 und Bronze bei der U21-WM 2015. Als Co-Trainer der Männer-Nationalmannschaft war er unter Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Gewinn der Europameisterschaft 2016 und nur sieben Monate darauf der olympischen Bronzemedaille beteiligt.

Die Aufgabe als Co-Trainer der Bad Boys hat Kromer bereits im März bei den Länderspielen gegen Schweden nicht mehr wahrgenommen. Auf internationalem Parkett ist der neue Sportdirektor jedoch weiter tätig: Der EHF-Mastercoach kommt für die Europäische Handball-Föderation als Lektor zum Einsatz. Kromer lebt im 15 Kilometer von Tübingen entfernten Städtchen Mössingen, ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

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