Beißende Verbände, Fußball und Unfairnis ?

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Der seit dieser Saison andauernde Kampf zwischen der EHF und der HBL um Termine in der DKB-HBL und Champions League wird verbittert und aus Sicht vieler deutscher Fans wohl nicht ganz sauber geführt. Kurz zu den Fakten. Die EHF und Szeged bestehen auf einem Hinspiel des Achtelfinals

Szeged gegen THW am 24.03.18 in Szeged, obwohl von der EHF für diese Partien offiziell ein Zeitfenster vom 21.-25. März vorgegeben war. Ähnliches trifft auch auf die Partie Kielce gegen Rhein-Neckar-Löwen zu, die ebenso am 24.03.18 in Kielce stattfinden soll. Grund dafür sind TV-Verträge von Kielce und Szeged.

Warum wollen die deutschen Vereine an diesem Tag nicht spielen? Vor dieser Saison hat die HBL für diesen Tag das Spitzenspiel in der Bundesliga THW - Rhein Neckar Löwen angesetzt, das live in der ARD übertragen werden soll, „um ein Schaufenster für den gesamten Handball in Deutschland zu schaffen“. Ein hehrer Gedanke, der allerdings erst bei einem Blick auf den Fußballkalender den wohl eigentlichen Beweggrund für diese Übertragung erahnen läßt, denn an diesem Wochenende ist kein BL-Fußball und es sind bei dem Spitzenspiel im Handball hohe Einschaltquoten zu erwarten.

Alle Angebote der beiden deutschen Vereine die CL-Termine zu verschieben, wurden von der EHF und den beiden Spielpartnern abgelehnt, selbst ein Spiel am 24.03 in der HBL und am 25.03 in der CL wären beide eingegangen, allein die EHF und die beiden Gegner ließen sich auf keine Verschiebungen ein.
Da die Terminprobleme nicht gelöst werden konnten, hat die EHF festgelegt, daß die deutschen Vereine ihr Heimrecht tauschen und damit ihre in den Gruppenspielen erkämpften Vorteile aufgeben sollen. Der THW hat dem zugestimmt und wird nun am 21.03 daheim und am 01.04 in Szeged spielen, die Löwen werden dies nicht tun und am 24.03. wohl eine Mannschaft nach Kielce schicken, die nicht die erste sein wird.

Liebe Verantwortliche in allen Positionen und Ämtern, ist euch klar, was das für Schaden bedeutet? Die HBL muß sich auf die Fahnen schreiben lassen, schon im Vorfeld der Saisonplanung zumindest fahrlässig gehandelt zu haben, die ARD konnte nicht über ihren Schatten springen und einer Verlegung der Übertragung zustimmen und die EHF sollte nicht den Anschein erwecken, die deutsche Liga abmahnen und disziplinieren zu wollen. Inwieweit Kielce und Szeged hätten reagieren können, entzieht sich meiner Kenntnis. Der sportliche Wert der CL-Vorrunde wird in Frage gestellt, wenn TV-Verträge das mögliche Aussehen des Viertelfinales bestimmen und nicht sportliche Leistungen. Der Imageverlust der EHF und HBL, was ihr Verhandlungsgeschick und ihren Umgang miteinander betrifft, ist sowieso da. Zumindest in Deutschland sind die betroffenen Vereine, deren Spieler und Fans stocksauer. Der eigentliche Verlierer ist aber wieder mal der Handball…

Es sei allen Sportfunktionären ins Poesiealbum geschrieben: Geld ist nicht Alles, der Wert einer Sportart ist nicht in EURO zu ermessen, sondern in der Akzeptanz des Publikums und dessen Willen diese Sportart konsumieren zu wollen. Dazu bedarf es einer fairen und übersichtlichen Durchführung der Wettbewerbe.

Übrigens die einfachste Lösung, die Verlegung des HBL-Spiels und der ARD-Übertragung auf einen anderen Termin ging ja nicht, denn da ist dann ja wieder was. Nämlich König Fußball.

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