Zweiter Sieg gegen Serbien - Update

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Zweites Spiel, zweiter Sieg - die deutschen Handballer sind nach ihrem EM-Debakel in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft von Bundes-trainer Christian Prokop besiegte Serbien in Dortmund souverän mit 29:23 (15:9) und präsentierte sich neun Monate vor der Heim-WM in ansprechen-der Form.

Bester deutscher Werfer vor 10.891 Zuschauern in der ausverkauften Westfalenhalle war Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren. Vor drei Tagen in Leipzig hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den EM-Zwölften bereits mit 26:19 bezwungen.

"Natürlich wussten wir, dass Serbien nicht mit dem ersten Aufgebot spielt, aber es ist eine hungrige Mannschaft. Wir haben beide Spiele über weite Strecken gut absolviert", sagte Prokop in der ARD: "Am Ende wurde es unnötig hektisch, aber die Fehler sollen sie machen. Es war eine sehr schöne Woche, es war ein guter Startschuss für die Vorbereitung auf die WM." Patrick Wiencek erklärte: "Es war ein schöner Test, wir können aber besser spielen."

Prokop musste kurzfristig auf Torhüter Silvio Heinevetter verzichten, der aus privaten Gründen fehlte. Für den Berliner rückte der Magdeburger Dario Quenstedt als zweiter Schlussmann in den Kader. Der Kieler Andreas Wolff erhielt aber zunächst das Vertrauen des Bundestrainers und rechtfertigte es mit einigen starken Paraden in der ersten Halbzeit.

Vor Wolff stand die 6:0-Deckung gut. Die schwachen Serben taten sich gegen die aggressive deutsche Abwehr schwer. Auch das Angriffsspiel des ehemaligen Welt- und Europameisters konnte sich sehen lassen. Die Anspiele auf Kreisläufer Patrick Wiencek stellten die Serben immer wieder vor unlösbare Probleme.

Der deutsche Rückraum agierte zudem flexibel, der wurfgewaltige Julius Kühn erzielte das 5:1 (7.). Zudem war auf Gensheimer Verlass. Der Linksaußen von Paris Handball traf nach Belieben. Sein verwandelter Siebenmeter zum 11:5 (17.) war bereits Gensheimers sechster Treffer. Prokop spendete anerkennend Beifall.

Angesichts der Überlegenheit seines Teams wechselte Prokop schon in den ersten 30 Minuten munter durch und konnte gegen die teils überforderten Gäste experimentieren. Der deutschen Dominanz tat dies auch zu Beginn der zweiten Halbzeit keinen Abbruch. Kreisläufer Wiencek traf in Manier eines Rückraumspielers zum 20:12 (40.) und ließ sich im Anschluss von den Ersatzspielen feiern.

Nach der enttäuschenden EM im Januar in Kroatien, als der Titelverteidiger in der Hauptrunde scheiterte, scheinen der Spaß und die Lust zurückgekehrt, auch wenn sich angesichts des deutlichen Vorsprungs in der Schlussphase einige Unkonzentriertheiten ins Spiel der Gastgeber einschlichen. Nach einem 22:13-Vorsprung (46.) ließ das deutsche Team fünf Gegentreffer in Folge (22:18/49.) zu.

Vor der Sommerpause absolvieren die deutschen Handballer noch drei Länderspiele. Am 6. Juni trifft das Prokop-Team in München auf Norwegen, im Anschluss steht die Japan-Reise (7. bis 18. Juni) mit zwei Spielen gegen die vom Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson betreuten Gastgeber an.

Deutschland - Serbien 29:23 (15:9)

Tore für Deutschland: Gensheimer (9/5), Groetzki (4), Wiencek (3), Wiede (3), Pieczkowski (2), Kühn (2), Weinhold (2), Kohlbacher (1), Musche (1), Hornke (1), Michalczik (1). -

Bester Werfer Serbien: Sotic (5). -

Zuschauer in Dortmund: 10.891 (ausverkauft)

Bundestrainer Christian Prokop: Ein großes Lob für das Dortmunder Publikum – das war eine wahnsinnige Atmosphäre und Kulisse heute. Ein ausverkauftes Haus an einem Samstagmittag ist nicht selbstverständlich. Über 40 Minuten haben wir den Fans auch einiges bieten und auch Geschmack auf mehr, sprich die Heim-WM, machen können. Vor allem unsere Verteidigungsleistung war sehr gut, im Angriff haben wir zwei, drei Bälle zu viel weggeworfen. Fabian Wiede und Niclas Pieczkowski haben ihren Job als Spielmacher gut gemacht. Nicht zufrieden war ich mit der Phase, als wir eine Überzahl mit 0:3 beendeten – nach der Auszeit lief es dann aber besser und mit der Stimmung und mehr Ordnung haben wir das Spiel nach Hause gebracht.

Ljubomir Obradovic, Trainer Serbien: Deutschland war ein toller Gastgeber, sowohl sportlich als auch von der Organisation. Viele unserer jungen Spieler haben noch nie vor solch einer großen Kulisse gespielt, und die deutschen Fans haben für eine tolle, faire Atmosphäre gesorgt. Wir freuen uns, wenn wir auch in Zukunft mit dem DHB zusammenarbeiten können. Diese beiden Spiele waren sehr wichtig für uns, denn unsere Mannschaft befindet sich im Neuaufbau, daher gab es auch viel mehr Fehler, als man normalerweise von einer Mannschaft erwarten dürfte. Wir hoffen natürlich, dass das besser wird mit Hinblick auch die WM-Qualifikation.

Miljan Pusica, Spieler Serbien: Wir haben ein komplett neues Team mit jungen Spielern, die viel Potenzial und eine tolle Zukunft haben. Wir sind erst eine Weile zusammen, deswegen gibt es noch viel Luft nach oben. Wir sind froh über die beiden Spiele, bei denen wir viel gelernt haben. Solche Spiele bringen uns für die Zukunft voran.

Jannik Kohlbacher: Wir haben die gute Atmosphäre, die wir diese Woche beim Lehrgang hatten, auch aufs Feld gebracht. Die Stimmung in der Halle war natürlich gigantisch. Wie schon am Mittwoch stand die Abwehr sehr gut, so kann es in Richtung WM gehen. Ich denke, mit der Woche können wir sehr zufrieden sein, das war alles gut fürs Selbstvertrauen.

Julius Kühn: Wir haben verdient gewonnen, wir haben Spaß gehabt und haben den Fans einiges geboten – all‘ das war unser Ziel. Bei so einer tollen Stimmung fällt das natürlich auch einfacher, die Fans haben uns toll unterstützt. Es hat vieles, aber noch nicht alles gut funktioniert. Einige Sachen, die wir umgestellt haben, kommen ins Laufen.

Niclas Pieczkowski: Wir haben zwei Mal gewonnen, hatten heute eine tolle Kulisse, die Woche war also richtig gut gelaufen.

Patrick Wiencek: Das war eine Leistung, auf der man für die Zukunft aufbauen kann. Diese Kulisse heute hatte schon WM-Charakter, da macht es natürlich noch mehr Spaß.

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