Krimi ohne Happy End: U18 verpasst EM-Halbfinale

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Was für ein Drama! Nach einem intensiven Hauptrunden-Showdown hat die deutsche U18-Nationalmannschaft das EM-Halbfinale verpasst. Die Mannschaft von Jugend-Bundestrainer Erik Wudtke verlor in Varazdin gegen Schweden mit 27:30 (14:14) und beendet damit die Hauptrundengruppe 2 auf Platz 3.

Neben Schweden hatte sich bereits Island für das Halbfinale qualifiziert. Bester Werfer auf Seiten Deutschlands war Tolga Durmaz mit sechs Treffern, bei Schweden überragte Rechtsaußen Valter Chrintz mit elf Toren.

"Es war ein sehr enges Spiel und ging ständig hin und her. Keine Mannschaft konnte sich richtig absetzen. Es hat heute an Kleinigkeiten gefehlt. Letztendlich haben wir das Spiel in der Schlussphase abgegeben, als wir die doppelte Unterzahl nicht mehr verteidigen konnten", sagte Wudtke nach dem Spiel. "Der eine oder andere Torabschluss war nicht mit 100 Prozentiger Überzeugung und in so einem Turnier summieren sich leider Kleinigkeiten zur Niederlage."

Die Skandinavier treffen im Halbfinale am Freitag, 17. August, auf Dänemark. Im zweiten Halbfinale trifft Island auf Kroatien oder Frankreich, die am Abend den finalen Platz in der Runde der letzten Vier ausspielen. Deutschland spielt nach dieser Niederlage um die Plätze fünf bis acht. Auch hier ist der Freitag der nächste Spieltag, der Gegner steht noch fest.

Wudtke: "Jetzt ist die Mannschaft erst einmal enttäuscht, aber Niederlagen gehören zum Sport dazu. Wir müssen den Kopf hochnehmen und morgen über die nächste Aufgabe sprechen. Das Turnier ist noch nicht zu Ende, sondern wir spielen um die Plätze fünf bis acht und wollen weiter gas geben."

Die DHB-Auswahl begann fehlerhaft und fand offensiv wie defensiv keinen Zugriff aufs Spiel. Schwedens Torhüter Simon Müller vereitelte reihenweise deutsche Wurfchancen (alleine neun Paraden in den ersten 15. Minuten), außerdem bekam die deutsche Deckung in der Anfangsphase das gefährliche Duo Valter Chrintz und Ludvid Hallbäck (insgesamt neun Treffer in der ersten Halbzeit) nicht in den Griff. Folgerichtig nahm Wudtke beim Stand von 3:7 aus deutscher Sicht nach zehn Minuten die erste Auszeit.

"Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, haben nach der Auszeit und der Umstellung auf eine 5:1-Deckung das Spiel besser in den Griff bekommen", sagte Wudtke. Die DHB-Auswahl agierte nun entschlossener in der Verteidigung - aufbauend auf der Systemumstellung - und nutzte in der Offensive auch ihre Gelegenheiten. Dabei setzte das eingewechselte Rückraum-Duo Jaris Tobeler und Yannick Danneberg mit jeweils zwei schnellen Toren wichtige Offensivakzente, sodass sich der Rückstand sukzessive verringerte (9:11, 20. Minute) und Schweden zu einer ersten Auszeit zwang.

Auch durch die kurze Unterbrechung ließ sich Deutschland nicht aus ihrem Rhythmus bringen. Vielmehr glich Loris Kotte die schwedische Führung nicht nur aus, sondern Torhüter Finn Zecher - nach knapp 20 Minuten für den startenden Johannes Jepsen ins deutsche Gehäuse gekommen - brachte mit einem Treffer ins verwaiste skandinavische Tor die deutschen Farben erstmals seit dem 1:0 in den Anfangssekunden wieder in Front (13:12, 25. Minute). Mit einem 14:14 ging es schließlich in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel war es auch Danneberg, der den ersten Treffer besorgte. In der Folge drehte auf schwedischer Seite allerdings wieder das Duo Chrintz/Hallbäck auf und sorgte nach zwei Ballverlusten der DHB-Auswahl für eine erste zwei Tore-Führung (19:17). Eine zwei-Minuten-Strafe gegen die Skandinavier veränderte allerdings das Spielgeschehen sehr schnell. Torben Matzken, Kotte und Durmaz brachten die deutschen Farben ihrerseits mit zwei Treffern in Front (24:22, 47. Minute) - Auszeit Schweden.

Aus dieser kamen die Nordeuropäer wie verwandelt: Ein 0:4-Lauf aus deutscher Sicht zwang daher auch Erik Wudtke zu seiner zweiten Auszeit (25:26, 54. Minute). Die Vorentscheidung fiel fünf Minuten vor dem Ende, als die DHB-Auswahl kurzzeitig in doppelter Unterzahl (Zwei-Minuten-Strafen gegen Julian Köster und Veit Mävers) spielte. Der an diesem Abend alles überragende Chrintz nutzte diesen nummerischen Vorteil gleich doppelt von außen.

Von diesem Schock erholte sich die deutsche Mannschaft nicht mehr, sodass eine Rote Karte gegen Simon Lindberg wenige Sekunden vor dem Ende auch keinen Einfluss mehr auf den Ausgang hatte. Schweden jubelte und steht im Halbfinale.

 

Schweden - Deutschland in Varazdin 30:27(14:14)

Deutschland: Johannes Jepsen (SG Flensburg-Handewitt), Finn Zecher (TBV Lemgo/1); Jaris Tobeler (SG Flensburg-Handewitt/2/2) Loris Kotte (Füchse Berlin/5), Julian Köster (TSV Bayer Dormagen/1), Alexander Reimann (SC Magdeburg/1), Juri Knorr (FC Barcelona/1), Veit Mävers (TSV Burgdorf/1/1), Merlin Fuß (TV Hüttenberg), Ian Weber (HSG Wetzlar/1), Alexander Weck (Bergischer HC/1), Benedikt Damm (Rhein-Neckar Löwen), Axel Goller (VfL Pfullingen), Torben Matzken (Füchse Berlin/3), Yannick Danneberg (SC Magdeburg/4), Tolga Durmaz (Füchse Berlin/6) - Bester Werfer Schweden: Valter Chrintz (11 Tore)

Schiedsrichter: Mertinian/Syrepisios (Griechenland)

Zeitstrafen: Schweden 6 Minuten (Rote Karte Simon Lindberg/60. Minute)- Deutschland 6 Minuten

Siebenmeter: Schweden 2/2 - Deutschland 2/2

 

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