Trauer um Peter Kretzschmar

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Der deutsche Sport trauert um Peter Kretzschmar. Der Handball-Weltmeister als Spieler und Trainer starb nach langer Krankheit am Sonntagabend, eine Woche vor seinem 86. Geburtstag, in der Immanuel-Klinik in Rüdersdorf. Der Vater von Stefan Kretzschmar lebte zuletzt in Schöneiche bei Berlin. Erst am 7. Februar war seine Frau Waltraud im Alter von 70 Jahren gestorben.

„Peter Kretzschmar war einer der ganz Großen des Handballsports - sowohl als Aktiver, als auch als Trainer. Er hat den Frauenhandball der siebziger und achtziger Jahre geprägt und zahlreiche Spielerinnen in die Weltklasse geführt. Unser Mitgefühl gilt der Familie”, sagt Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes.

Peter Kretzschmar wurde am 17. September 1932 in Leipzig geboren. Als Spieler war er von 1954 bis 1963 für den SC Lokomotive Leipzig aktiv. In seiner Karriere nahm er sowohl erfolgreich bei Hallen- als auch Feldhandball-Weltmeisterschaften teil. Mit dem gesamtdeutschen Team, zu dem zum Beispiel auch Paul Tiedemann und Hans-Jürgen Hinrichs gehörten und das von Werner Vick (DHB) und Heinz Seiler (DHV) trainiert wurde, gewann er bei der zweiten Hallen-Weltmeisterschaft 1958 in der DDR die Bronzemedaille. Bei der WM 1961 in der BRD erreichte Kretzschmar mit der deutschen Mannschaft Rang vier.

Weltmeister wurde Kretzschmar schließlich auf dem Großfeld - bei der vorletzten Feldhandball-Weltmeisterschaft im Jahre 1963 in der Schweiz. Im Finale besiegte die DDR-Mannschaft um Kretzschmar und Klaus Langhoff in Basel die BRD-Auswahl mit 14:7. Für diesen Titel erhielt er wie seine Mannschaftskameraden den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze.

Schon kurze Zeit später übernahm Peter Kretzschmar als Trainer die Frauen-Mannschaft des SC Leipzig, führte den Verein zu zahlreichen nationalen und internationalen Titeln, unter anderem zehn DDR-Meisterschaften. Zudem fand er dort die Liebe seines Lebens, 1971 heiratete er seine Waltraud. Zwei Jahre später kam Sohn Stefan zur Welt, 1978 Tochter Katharina.

Peter und Waltraud Kretzschmar standen nicht nur beim SC Leipzig für Erfolge, sondern auch in der DDR-Nationalmannschaft. Als Trainer gewann Peter Kretzschmar 1975 (als man auf sowjetischem Boden die Gastgeber sensationell besiegte) und 1978 (in der Tschechoslowakei, dank des besseren Torverhältnisses vor der punktgleichen Sowjetunion) zwei weitere Weltmeistertitel, zudem führte er die DDR-Frauen zu Olympiasilber 1976 in Montreal und zu Olympia-Bronze 1980 in Moskau. 1986 beendete Peter Kretzschmar seine Tätigkeit als DDR-Nationaltrainer, nachdem er zahllose spätere Weltklassespielerinnen wie Petra Uhlig, Katrin Krüger, Evelyn Hübscher oder Kristina Richter geformt hatte.

Mit seiner im Februar verstorbenen Frau lebte Peter Kretzschmar seit vielen Jahren im brandenburgischen Schöneiche.

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