Rollstuhlfahrer nicht erwünscht?

Foto: Uwe Serreck

Magazin
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Nils Palgan (s. Foto) ist seit Jahren großer Fan des HSV Hannover – und auf einen Rollstuhl angewiesen. Deshalb verfolgt der Handballer die Spieler in der Misburger Sporthalle von einem Platz zwischen Kampfgericht und Hallensprecher.

Geradezu unglaublich, was beim Heimspiel gegen den MTV Braunschweig geschah. Palgan wurde von den Schiedsrichtern seines Platzes verwiesen. Begründung des Gespanns war die mögliche Verletzungsgefahr für die Spieler. Da es in der Halle keinen anderen behindertengerecht erreichbaren Platz gibt, konnte Palgan das Spiel nicht mehr verfolgen. Manager Dirk Schröter war stinksauer: „Für mich ist so eine Regelung nicht nachvollziehbar. Für die Außenwirkung des Deutschen Handballbundes ist das fatal“, schreibt er in einer Mail an Pressesprecher des DHB.

Schiedsrichterchef Wolfgang Jamelle bemüht sich die Emotionen zu beruhigen: „Selbstverständlich werden wir den Fan nicht verbannen.“ Tatsächlich gibt es eine Anweisung, keine Personen mehr in der Nähe des Kampfgerichtes zuzulassen. In der Bundesliga sei es wegen der schnellen Wechsel durch den Einsatz des siebten Feldspielers schon zu gefährlichen Situationen gekommen. „Die Schiedsrichter haben grundsätzlich regelkonform gehandelt“, erläutert Jamelle, sagt aber auch: "Beide pfeifen ihre erste Saison und haben die Regel wohl überkorrekt umgesetzt.“

Nils Palgan darf übrigens künftig die Spiele künftig wieder vom angestammten Platz verfolgen. „Der HSV wird eine Ausnahmegenehmigung bekommen“, so Jamelle.

Es fehlen Dir die Rechte Nachrichten zu senden.