HSG Konstanz stellt Perspektivteam neu auf

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Es war ein bitterer Abstieg, den die zweite Mannschaft der HSG Konstanz, das sogenannte Perspektivteam, im zweiten Jahr in der Oberliga Baden-Württemberg kürzlich ereilte.

Nachdem es mit drei Aufstiegen in nur fünf Jahren zuvor stetig nach oben ging und im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur vierten Liga recht souverän der Klassenerhalt sichergestellt werden konnte, muss nun der Weg zurück in die Südbadenliga angetreten werden. Dafür stellt sich die HSG-Reserve neu auf. Neben sechs Neuzugängen aus der eigenen Bundesliga-A-Jugend stehen bis jetzt zwei externe Verstärkungen und sechs Abgänge fest, sodass Neu-Trainer Matthias Stocker mit einem extrem jungen, im Durchschnitt gerade einmal 21 Jahre alten Team neu angreifen möchte.

Matthias Stocker, der zum Saisonende die Rolle vom Spielgestalter im Zweitliga-Team hin zum Cheftrainer der Südbadenliga-Reserve wechselt, bezeichnet die vergebene Chance auf den erneuten Klassenerhalt als gleichermaßen „unnötig wie bitter.“ Gerade einmal ein Punkt fehlte dem Konstanzer Perspektivteam zum Erreichen des Relegationsplatzes, den die HSG erst am vorletzten Spieltag verlor und trotz eines deutlichen 30:23-Erfolgs zum Saisonabschluss gegen Plochingen nicht mehr loswurde. „Die Jungs haben einfach zu viele Möglichkeiten liegenlassen“, erklärt Matthias Stocker. „Vor allem gegen die direkten Konkurrenten, dazu kam großes Verletzungspech. Es hat nicht sollen sein, denn das Potenzial wäre dagewesen.“

Nun widmet er sich, unterstützt von HSG-Talenttrainer Tobias Eblen als neuem Co-Trainer, hochmotiviert dem Neuaufbau einer schlagkräftigen Mannschaft, die viel frisches Blut bekommt. Ganze sechs Neuzugänge stoßen aus der eigenen A-Jugend-Bundesligamannschaft in das Stocker-Team. Neben dem pfeilschnellen Linksaußen Philipp Kunde, der bereits als A-Jugendlicher Erfahrungen in der Oberliga sammeln durfte und dabei schon auf 60 Tore kam, bekommt das Perspektivteam der HSG mit Pascal Mack und Carl Gottesmann zwei gute Kreisläufer, in Samuel Löffler – mit 117 Treffern vierbester Torschütze der A-Jugend-Bundesliga – und Manuel Wangler (108 Tore, neuntbester Werfer der Liga) zwei starke Rückraumspieler hinzu. Außerdem bereichert der schnelle Linkshänder Jerome Portmann auf Rechtsaußen das blutjunge Team.

Für den Rückraum plant B-Lizenzinhaber Stocker zudem mit Linkshänder-Riesentalent Joschua Braun (18), der mit 150 Treffern Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga wurde und sich zuletzt sogar über einen Einsatz in der 1. Bundesliga für seinen Noch-Verein Frisch Auf Göppingen, den amtierenden EHF-Pokalsieger, in Wetzlar freuen durfte. Als zweiter externer Neuzugang stößt mit Lukas Herrmann ein weiteres großes Torwart-Talent zur HSG Konstanz. Der gerade 19 Jahre alt gewordene 1,92 Meter große Schlussmann – ebenso wie Braun württembergischer Auswahlspieler – wechselt vom MTG Wangen, wo er bereits als A-Jugendlicher regelmäßig in der Württembergliga eingesetzt wurde, an den Bodensee. Verlassen werden Konstanz studienbedingt Thomas Schad, Patrick Muturi und voraussichtlich Finn Meiners. Michael Kartmann kann nach einem Kreuzband- und Knorpelschaden nach zwei Operationen kommende Saison nicht eingreifen, während Benjamin Schweda und Felix Krüger noch mehr an die Zweitliga-Mannschaft heranrücken sollen.

Für den 29 Jahre alten Matthias Stocker liegt neben der ersten Enttäuschung über den Abstieg hierin eine große Chance. „Die Südbadenliga ist ebenfalls stark besetzt, da können sich die ganz jungen Spieler nun beweisen.“ Gerade einmal genau 21 Jahre beträgt das Durchschnittsalter in der neuen Spielzeit. Ganz besonders freut er sich auf die vielen jungen Neuzugänge aus dem eigenen, sehr erfolgreichen Jugendbereich in dem alle Altersklassen in der jeweils höchsten Liga antreten: „Die Jungs haben schon in der Jugend sehr professionell auf höchstem Niveau gearbeitet und wollen das unbedingt fortführen – sonst hätten sie hier nicht unterschrieben und sich langfristig an die HSG gebunden.“ Gerade in der Rückrunde hatten die HSG-Talente eine furiose Aufholjagd gestartet und waren eines der erfolgreichsten Teams der Eliteklasse. „Mit denen zu arbeiten wird richtig Spaß machen“, freut sich der gebürtige Spaichinger über die Früchte der intensiven Jugendarbeit, „die geben in jedem Training 100 Prozent, wollen sich verbessern und lernen. Tobi und ich wollen ihnen das nötige Rüstzeug vermitteln, damit sie sich weiterentwickeln und einige die Chance haben, an der Tür zur ersten Mannschaft anzuklopfen.“

An der Ausrichtung, am Ziel und der Aufgabe des Perspektivteams habe sich, ganz dem Konstanzer Weg entsprechend, nichts verändert. „Ich möchte alle Spieler weiterbringen und Talent und Charakter fördern und formen. Unser Ziel als Trainergespann wird es sein, mittelfristig jeden an sein Maximum zu bringen.“ Typisch Stocker ergänzt er zur forcierten individuellen Entwicklung gewohnt ehrgeizig: „Eins ist aber auch klar: Ich will im aktiven Leistungsbereich, in dem wir uns bewegen, möglichst immer gewinnen.“

Dafür plant der HSG-Coach ab 10. Juli eine sehr intensive Vorbereitung für die ab Mitte September beginnende Runde. Besonderer Schwerpunkt wird die Kraft und Athletik sein, die die jungen Spieler verbessern müssten. „Körperlich müssen sie noch zulegen“, so Stocker. Zusammen mit Tobias Eblen wird es separates Wurftraining und Torwarttraining geben, individuelles Training sowie Kraft- und Athletiktraining. Auch ein Trainingslager in Sigmaringen ist bereits geplant, ebenso die ersten Testspiele und die Teilnahme am SHV-Pokal. Wichtig ist ihm aber auch, dass die Spieler ihr durch eine Kooperation mit den beiden Konstanzer Hochschulen gefördertes Studium voranbringen. Stocker: „Ich möchte, dass sie hier genauso ehrgeizig sind und sich charakterlich ebenso weiterentwickeln.“

Für den BWL-Absolventen übt die Zusammenarbeit mit seiner so extrem jungen Mannschaft einen großen Reiz aus. Das lasse ihn sogar den Abschied aus dem aktiven Handball etwas leichter verschmerzen sagt er lächelnd. „Ich möchte etwas bewegen und denke, dass beide Seiten mit viel Spaß davon profitieren können.“ Überzogene Erwartungen an die noch unerfahrenen Talente bremst er allerdings sofort und sagt voraus: „Wir haben eine junge, sehr talentierte Mannschaft. Da wird es ganz sicher Schwankungen geben mit super Spielen und auch schlechten.“

Die Südbadenliga könne er noch nicht richtig einschätzen, deshalb erzählt er: „Es wird sich zeigen, wie schnell wir es schaffen, relativ stabil zu sein und ob wir oben mitspielen können.“ Eines steht allerdings schon fest: die Philosophie des neuen Trainers, die ganz seiner eigenen Spielweise entspricht. „Tempo ohne Ende natürlich“, berichtet er mit einem Grinsen im Gesicht. „Mit diesen Jungs muss es aus einer vernünftigen Abwehr heraus bei Ballbesitz mit Vollgas nach vorne abgehen.“ Ganz so, wie sie es in der A-Jugend unter Christian Korb und Thomas Zilm gelernt und mit großem Erfolg praktiziert haben. „Darauf habe ich richtig Lust“, so der neue Übungsleiter.

 

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