Interview mit Matthias Ruckh – Trainer ATSV Habenhausen

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

Oberliga allgemein
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Interview mit Matthias Ruckh, neuer Trainer unserer 1.Herren Handball-Mannschaft. Matthias ist 36 Jahre alt, verfügt über langjährige Handball-erfahrung und ist C-Lizenz Inhaber, wird aber voraussichtlich in diesem Jahr noch die B-Lizenz Ausbildung absolvieren.

Er hat praktisch die Handball-DNS mit der Geburt mitgekriegt, sein Opa war Detmar von Salzen, gerade den Älteren unter euch noch als Manager und Macher des TV Grambke-Bremen bekannt.

Redaktion: Erzähle doch mal kurz etwas über dich. Wo hast Du als Spieler gespielt?

Matthias Ruck: Wie schon erwähnt wurde mir Handball durch meine Familie in die Wiege gelegt, insbesondere natürlich durch meinen Großvater Detmar von Salzen und meinen Vater Klaus Ruckh, der damals beim TV Grambke-Bremen gemeinsam mit unserem Torwartrainer Moppel gespielt hat.
Da schließt sich der Kreis gerade auch ein wenig. Tatsächlich in den Vereinshandball bin ich dann mit 5 Jahren beim TVG eingestiegen, dort habe ich alle Jungendmannschaften durchlaufen und dort den Sprung in 2.Liga Mannschaft geschafft. Leider haben wir damals knapp den Klassenerhalt verpasst. Im Jahr danach konnten wir in der Regionalliga Nord den sechsten Platz erreichen, allerdings wurde dann aus finanziellen Gründen die Mannschaft zurückgezogen. Weiter Stationen waren dann HSG Konstanz (2.Liga), TSG Hatten-Sandkrug (3.Liga), SG Achim/Baden (2.Liga), HSG Augustdorf/Hövelhof (3.Liga), TV Grambke-Bremen, später SVGO Bremen (Verbandsliga und Oberliga Nordsee).Meine letzte Station als Spieler war die HSG Schwanewede/Neuenkirchen (Oberliga Nordsee).

Redaktion: Was machst Du in deiner Freizeit wenn mal kein Handball auf dem Programm steht?

Matthias Ruck: In erster Linie versuche ich die freie Zeit zwischen Arbeit und Handball mit meiner verlobten Christina und unserer Hündin Shelby zu verbringen. Irgendwann Mitte/Anfang Juli wird sicherlich auch unser neues kleines Familienmitglied viel Zeit für sich beanspruchen, aber auf diese neue Erfahrung als Vater freue ich mich schon sehr. Ansonsten ist Handball eigentlich ständig in meinem Kopf, daher schaue ich mir dann auch gerne Spiele an, bereite die Trainingseinheiten vor und versuche neue Angriffs- und Abwehrstrukturen für uns zu entwickeln.

Redaktion: Du hast bisher immer Jugendmannschaften trainiert, mit Habenhausen kommt nun deine erste Station im Seniorenbereich. Warum glaubst Du bist Du der richtige für die Aufgabe?

Matthias Ruck: Das Wort „Glaube“ ist in diesem Zusammenhang der falsche Ansatz. Die Entscheidung nach meiner aktiven Karriere Trainer zu werden, ist in den letzten Jahren sehr stark gereift. Die Zeit als Jugendtrainer bei verschiedenen Vereinen war sehr lehrreich und ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Trainer diese Erfahrungen als Vorbereitung auf spätere Tätigkeiten im Seniorenbereich gesammelt haben sollte. Nach der Anfrage durch Marc Fröhlich und Frank Meier habe ich mich nochmal sehr intensiv mit dem Verein Habenhausen und der ersten Mannschaft auseinander gesetzt und dabei habe ich viele Werte gefunden, die auch ich als Spieler und jetzt als jetzt Trainer vertrete. Wäre es bei diesen Überlegungen zu einem „ich glaube“ gekommen, dann wäre ich der Falsche für diese Aufgabe gewesen.

Redaktion: Was macht für dich die Aufgabe beim ATSV Habenhausen so reizvoll?

Matthias Ruck: Wie gerade erwähnt habe ich während meiner Vorbereitung auf die Gespräche und der Vorstellung meines Konzeptes für den Verein und die Mannschaft viele Parallelen gefunden, mit denen ich mich identifiziere. Besonders reizvoll ist es ein Team mit diesen besonderen Voraussetzungen, mannschaftlich sowie infrastrukturell, zu übernehmen und Sie gemeinsam mit den Neuzugängen für die nächste Ebenen weiterzuentwickeln.

Redaktion: Zur Mannschaft in der nächsten Saison, wer kommt dazu, wer geht?

Matthias Ruck: Zum Saisonende hat sich Andre Ostermann nach seiner erneuten Aushilfe im Team zurückgezogen. Ulf Grädtke und Lennart Witt hatten das Team aus gesundheitlichen bzw. sportlichen Gesichtspunkten bereits während der laufenden Saison verlassen. Miro Schluroff wird leider auf ein Doppelspielrecht in der kommenden Saison verzichten, ich wünsche ihm aber viel Freude und Erfolg in der A-Jugend-Bundesliga. Sehr froh bin ich darüber, dass wir im Trainerteam weiterhin auf die Erfahrung von Rainer „Moppel“ Lange als Torwarttrainer und Jessica Buchholz als Physiotherapeutin vertrauen können. Neben diesen Beiden konnten wir mit Axel „Akki“ Siemer jemand mit einer sehr großen sportlichen und menschlichen Vita für unser Projekt begeistern. Komplimentiert wird unser Trainer Team durch Michele Lapenna, der als neuer Athletik- und Visualcoach zum Verein und der Mannschaft gestoßen ist. Mit Yannick Schäfer (HC Bremen), Tim Steghofer (HC Bremen) und Kai Rudolph (HSG Schwanewede/Neuenkirchen) konnten wir drei ehemalige Habenhauser Jungs wieder an Ihre alte Wirkungsstätte zurückholen. Mit Lukas Feller und Fabian Rojahn (beide HSG Schwanewede/Neuenkirchen) haben sich zwei weitere sehr starke und oberligaerfahrene Akteure unserem Team angeschlossen. Aus der zweiten Mannschaft gehören Bjarne Tore Ruthke und Flemming Stüven zum erweiterten Kader und Luc Schluroff wird eine weitere Saison das Doppelspielrecht nutzen.

Redaktion: Meinst Du ihr seid damit gut aufgestellt oder würdest Du dir an der einen oder anderen Stelle noch Verstärkung wünschen?

Matthias Ruck: Wir können jetzt auf einen Kader von 18 Spielern in der kommenden Saison zurückgreifen, von denen 11 Spieler schon mit 3.Liga Erfahrungen ausgestattet sind. Wir konnten den kompletten Kern des letztjährigen 3.Liga Kaders zusammenhalten und dieses Team gezielt verstärken. Diesem Kader schenke ich mein volles Vertrauen, jeder dieser Jungs wird alles investieren um den maximalen Erfolg aus dieser Saison herauszuholen. Dies haben alle schon in den ersten Tagen der Vorbereitung, die seit dem 06.06. läuft, gezeigt.

Redaktion: Wie bereitest Du die Mannschaft optimal auf die kommende Saison vor?

Matthias Ruck: Wie erwähnt befinden wir uns seit dem 06.06. in der Vorbereitung. Wir werden dort in zwei Phasen arbeiten, zunächst bis Mitte Juli im Bereich Kraft und Ausdauer. Dort bin ich froh, dass wir mit WellYou Fitness, Avant Fitness und Crossfit Nordlicht Partner an unserer Seite haben, die uns sportlich neben Intervallläufen am Deich und auf der Finnbahn im Bürgerpark begleiten. Mitte Juli wird es dann eine 2-wöchige aktive Pause geben. Dort werden wir nur 3 Einheiten die Woche absolvieren, bis dahin gibt es je Woche nur einen freien Tag für die Jungs. Nach dieser kleinen Pause werden wir bis zum Saisonstart am ersten Septemberwochenende, startend mit unserem Trainingslager in Dänemark, um die handballerische Vorbereitung kümmern.

Redaktion: In der kommenden Saison ist die Oberliga extrem stark besetzt mit Aurich, Fredenbeck, Beckdorf, HC Bremen. Was ist das Ziel für die kommende Saison?

Matthias Ruck: Wir haben das Ziel uns unter Top 3 dieser Liga einzuordnen. Aufgrund der beiden Mitabsteiger Fredenbeck und Aurich, den starken Teams aus Edewecht, Cloppenburg, Bissendorf und Barnstorf, ergibt sich aber ein erster Topf aus 7 Teams, wird dies nicht einfach. Dazu kommen Teams wie Beckdorf und der HC Bremen, welche gerade auch eine Umstrukturierung durchlaufen und dabei auf viele hochtalentierte junge Spieler setzen. Die SG Achim/Baden und der TSV Bremervörde mit erfahrenen Anführern wie Florian Block-Osmers oder Adnan Salkic muss man auch immer auf dem Zettel haben. Die beiden Aufsteiger TSG Hatten-Sandkrug und HSG Delmenhorst, von denen besonders die HSG auch ganz offensiv ihre Ziele für die nächsten Jahre mit dem 3.Liga Aufstieg formuliert hat und der letztjährige Aufsteiger TuS Rotenburg, die gleich auf Anhieb siebter wurden in der letzten Saison, sind auch keine leichten Gegner. Allein beim ersten Überblick über diese Liga, merkt man wie wichtig in diesem Jahr ein gute Vorbereitung wird, um in dieser schwierigen Saison zu bestehen und die Ziele zu erreichen. Jemanden in dieser Liga zu unterschätzen oder als Gegner nicht den nötigen Respekt zu zollen, kann am Ende schnell wichtige Punkte kosten, davor sollte man in dieser Saison besonders gewarnt sein.

Redaktion: In den letzten 5 Jahren sind wir 3 mal in die 3.Liga aufgestiegen und gleich wieder abgestiegen, meinst Du wir können uns in der Zukunft in einer höheren Spielklasse auf Dauer halten? Wie sieht dein Konzept für die Zukunft, für die nächsten 2-4 Jahre, aus?

Matthias Ruck: Das können wir, das komplette Konzept jetzt Preiszugeben würde glaube ich zu viele Seiten kosten. Wir streben ganz klar in diesem Zeitraum die Rückkehr in die 3.Liga an. Wir werden aber dieses Mal noch besser vorbereitet sein. Als Oberliga Aufsteiger muss man sich bewusst sein, dass es nicht reicht erst im Falle des Aufstieges zu handeln, sondern alles, ob Infrastruktur oder Spielermaterial bereits auf diesem Niveau zur Verfügung zu haben und dieses nur noch punktuell verstärken zu müssen. Konzeptionell wollen wir in den nächsten Jahren weitere Deckungs- und Angriffsformationen einführen ohne dabei den wirklich überragend konstanten Habenhauser Handball zu verlieren, sondern ihn weiterzuentwickeln. Wir werden neue Methodiken im Training einführen, uns alle Strukturen anschauen und verbessern ohne die Identität der Habenhauser Jungs zu verlieren. Dazu gehört auch das Thema einbinden der eigenen Talente, wo ich sehr froh bin, dass mit Philip Grieme ein junges Trainertalent die zweite Mannschaft übernommen hat und wir im ständigen Austausch stehen was beide Teams angeht.

Redaktion: Meinst Du man kann Leistungshandball im Herrenbereich auf Dauer in Bremen etablieren?

Matthias Ruck: Das ist wohl das am meisten besprochene Thema der letzten Jahrzehnte des Bremer Handballs. Letztendlich stehen immer wieder viele einzelne Details zur Debatte, die erfüllt sein müssen. Über Sponsoren, Hallenkapazitäten, Unterstützung der Stadt und Zusammenarbeit der Vereine. Ein etabliertes 3.Liga Team wäre glaube ich der erste wichtige Schritt, daran müssen wir die nächsten Jahre hart arbeiten. Wie schwer dies ist, haben die letzten 5 Jahre trotz hervorragender Arbeit bereits gezeigt. Aber der Wunsch nach Zeiten, die ich aus vielen Erzählungen meines Großvaters über die 1.Liga des TVG in der ausverkauften Stadthalle in Bremen, sowie aus meinen eigenen aktiven handballarischen Zeiten in Grambke und Achim mit Spielen in der Stadthalle und der Halle 7 kenne, ist groß. Das konnte ich bei einem Mittagessen mit einem befreundeten Geschäftspartner in Vegesack kurz nach der Bekanntgabe meiner neuen Aufgabe direkt feststellen. Ich wurde ich von einem älteren Herren angesprochen, der mich zu meiner neuen Position beglückwünschte und gleich hinterher schob, dass es doch toll wäre, wenn ein Bremer Klub wieder in den höheren Ligen spielen würde.

Redaktion: Wir wünschen Dir viel Erfolg für die kommende Saison und freuen uns auf eine erfolgreiche Zeit mit Dir!

 

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