EM-Tag 3: Kroatien und Frankreich souverän

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Europameisterschaft
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Die Handball-EM in Kroatien läuft und läuft und läuft. Für alle die nicht die Zeit haben, alle Spiele zu sehen, hier  weitere Spielberichte. Am dritten Spieltag der EM 2018 standen insgeamt vier Partien in den Vorrundengruppen A und B auf dem Programm.

Gruppe A:

Serbien  -  Schweden 25:30 (10:16)

Hier trafen 2 Verlierer vom 1. Tag der EM aufeinander. Es ging also fast schon um das sportliche Überleben. Das Spiel begann mit einer druckvollen schwedischen Mannschaft die, gestützt auf einen Klasse-Keeper Appelgren, schnell mit 3:7 (8.) in Front lag. In der 10.Minute dürfte den Verantwortlichen in Kiel das Herz gerast haben, als sich Nilsson verletzte. Er konnte aber weitermachen und zählte mit zu den besten Schweden in dieser Partie. Serbien kam auch mit Nenadic und Sesum nicht an die Schweden in der ersten Hälfte heran. Nach 15 Minuten stand es 6:10 und kurz vor der Pause 8:14. Zur Pause hatte Schweden 6 Tore mehr erzielt. Beim Start in Hälfte 2 schwächelten beide Teams etwas, es häuften sich die technischen Fehler. Appelgren hatte sich mit einer Quote von 54% in die Köpfe der Serben gespielt. Nach 42 Minuten lag das Schwedenteam mit 15:20 in Front. Doch dann bäumte sich Serbien, besonders in Gestalt von Nenadic, noch einmal auf und konnte verkürzen (21:23; 50.). In der Folge hatte Nenadic die Chance zum Anschlußtreffer, die er aber vergab. Beim Stand von 22:26 wurden 2 Spieler der Schweden kurz nacheinander berechtigt auf die Bank verbannt, was neue hoffnung für die Serben bedeutete. Allerdings konnten diese nicht genutzt werden. Nach Ablauf der doppelten Unterzahl führte Schweden immer noch mit 23:27. Das war die Entscheidung. Nenadic war ausgepumpt, Djordic ineffektiv und Appelgren immer noch ein Faktor. So baute das Team aus dem Norden Europas den Vorsprung aus und gewann verdient mit 25:30.

Beste Torschützen waren Albin Lagergren sowie Nemanja Ilic mit je fünf Toren.

 Island  -  Kroatien  22:29 (12:13)

Das Spiel führte die Gewinner des vergangenen Freitags gemeinsam auf die Platte. Es blieb abzuwarten, inwiefern die Kroaten den Ausfall von Duvnjak verkraften würden. Für ihn war Buntic nachnominiert worden. Auch Igor Vori trat für die Kroaten wieder am Kreis an. Auch alte Bekannte wie Cupic, Gojun, Musa und Kopljar standen auf der Platte. Im Spitzenspiel der Gruppe A gab es keine lange Phase des Abtastens. Sowohl Kroatien, als auch Island, konnten ihren ersten Angriff erfolgreich abschließen. Erneut war  Gustavsson ein wichtiger Rückhalt für die Isländer, sein gehaltener Siebenmeter gegen Zlatko Horvat ermöglichte, dass Magnussen beim 3:2 (6.) seine Mannschaft erstmals in die Vorderhand brachte. Es blieb  ausgeglichen, Island versuchte mit einer 5:1-Abwehr und  Gudmundsson auf der Spitze das gebundene Spiele der Kroaten zu stören, doch die brachten mit viel Laufarbeit ihre Shooter in Position und blieben in der Vorlage. Nach einem spannenden Verlauf der ersten Halbzeit gingen die Mannschaften mit einem 13:14 in die Kabinen

Nach der Pause leistete sich Island eine Schwächephase, die zum Zwischenstand von 14:19 führte, weil die Nordmänner entweder vergaben, schlecht anspielten oder warfen (Palmersson), während die Kroaten konsequent die Konter einnetzten. Das Team vom Balkan machte einfach den frischeren Eindruck in dieser Phase. Auch die Einwechslung von Torhüter Stevanovic zur Pause brachte mehr Sicherheit für die kroatische Abwehr. Scheinbar locker gelang mit dem 15:22 (42.) ein komfortabler Vorsprung.  Die Körpersprache der Isländer sah nicht gut aus, Palmersson diskutierte zuviel, die Torhüterleistung passte nicht mehr, kurzum es deutete alles auf einen weiteren kroatischen Erfolg hin. Selbst ein sicherer Schütze wie Sigurdsson scheiterte mit einem Konter frei vor Stevanovic. Und wenn Palmersson gut warf, rettete anders als auf der Gegenseite, das Holz. Nach 50 Minuten (18:25) feierten die Fans in der Halle die Mannschaft frenetisch. Island konnte dem nichts mehr entgegensetzen und verlor verdient mit 22:29.

 

In der Gruppe A führt in der Tabelle Kroatien mit 2 Siegen, vor Island und Schweden mit je einem Erfolg. Serbien hat 2 Niederlagen auf dem Konto.  Am letzten Tag der Gruppenspiele entscheidet sich bei den Ansetzungen Kroatien-Schweden und Island-Serbien welche beiden Mannschaften Kroatien in die Hauptrunde begleiten und vor allen Dingen mit wie vielen Punkten. Island kann sich sogar eine Niederlage mit 3 Toren gegen Serbien leisten um die Hauptrunde zu erreichen.

 

Gruppe B:

Österreich  -  Frankreich  26:33 (12:17)

Österreich, im letzten Spiel noch unglücklicher Verlierer gegen Weißrußland, traf auf Franzosen, die das Gruppenspiel ruhig angingen und ohne einige Stammkräfte (Karabatic, Mahe, Sorhaindo) starteten. Die Mannschaft aus Österreich begann gleich mit einem Fehler und gestattete Frankreich ein schnelles 4:1 durch Ausnutzen der Konter. Dazu kam für Jellinek bereits in der 7. Minute die rote Karte wegen Foulspiels durch die deutschen Schiedsrichter Helbig/Geibel, eine Entscheidung die vertretbar war. Insgesamt lieferten die Referees eine gute Leistung ab. In der Folge taten sich die Spieler des Weltmeisters schwerer mit dem Torewerfen. Es reichte aber immer für einen 2-3 Tore Vorsprung. In der 20. Minute kam dann Mahe ins Spiel, während Karabatic immer noch auf der Bank saß. Bei den Alpenländlern versuchten Bylik und Weber Druck zu machen, was aber nicht immer gelang. Es war auffallend, daß von der Rückraummitte keine unmittelbare Torgefahr für die französische Deckung bestand. Dieser starke Deckungs-verband war die Grundlage für die weitere Steigerung des Teams, das bis zur Pause auf 12:17 enteilte. Zu Beginn der 2. Hälfte brauchten die Akteure etwas Zeit, um sich wieder zu konzentrieren. Da auch die Torhüter sich steigerten, dauerte es 4 Minuten, bis das erste Tor fiel (13:17). In der Folge konnten die französischen Spieler den Vorsprung weiter ausbauen und kamen nicht mehr in Gefahr den Ausgang des Spieles betreffend. Über die Stationen zum 17:26 (45.) und 20:29 (49.) gelang dem Weltmeister ein deutlicher Sieg.

 

Norwegen  -  Weißrussland 33:26 (15:12)

Norwegen, mit einer Niederlage gegen Frankreich belastet, brauchte unbedingt einen Sieg, um die Chancen aufs Weiterkommen zu erhalten, da Weißrussland das erste Match in dieser Gruppe gegen Österreich gewonnen hatte. Die Ansprüche an den Vizeweltmeister waren also da. Der ging zwar schnell mit 2:0 in Front, hatte aber in der Folge mit den Weißrussen viel zu tun (5:5; 13.). Das Team von Juri Schewzow forderte die Norweger und ging selbst in Front (5:6).  Nach 22. Minuten hatte sich Norwegen aber berappelt (11:8). Unangenehm zu spielen waren die Männer aus dem Osten aber schon. Zur Halbzeit führte Norwegen mit 15:12. Nach der Pause kam Weißrußland noch einmal auf 21:18 (40.) heran, aber spätestens beim 27:22 (52.) war die Partie entschieden. Letztendlich verdient gewann Norwegen das Spiel mit 33:28.

 

In der Gruppe ist Frankreich mit 2 Siegen durch und plant für die Hauptrunde. Norwegen und Weißrußland werden unseren westlichen Nachbarn wohl begleiten, denn Österreich scheint im letzten Spiel gegen Norwegen wohl nicht in der Lage zu sein, das Blatt zu wenden. Doch wie sagt die deutsche Lichtgestalt einer anderen Sportart, die in Kitzbühl lebt, immer: "Schaun wir mal". Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Ergebnisdienst Pokal

18.02.2018 16:50
EHF Champions League, 12.Spieltag
  
Aalborg Handball - THW Kiel 20 : 27
18.02.2018 17:00
EHF Champions League, 12.Spieltag
  
HC Vardar - MOL Pick Szeged 34 : 30
18.02.2018 18:00
EHF Cup, 02.Spieltag
  
RK Nexe - Cocks 16 : 16
18.02.2018 19:00
EHF Champions League, 12.Spieltag
  
Rhein-Neckar Löwen - IFK Kristianstad 0 : 0
EHF Cup, 02.Spieltag
  
Fraikin BM. Granollers - KS Azoty-Pulawy 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 18.02.2018 19:19:44
Legende: ungespielt laufend gespielt