EM-Tag 6: Deutschland verpasst Gruppensieg

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Europameisterschaft
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Am heutigen 6. Tag der EM 2018 kam es zu den letzten Entscheidungen der Vorrunde in den Gruppen C und D. Außerdem wartete man auf die endgültige Klärung im  Fall des erneuten slowenischen Protestes gegen die Wertung des Deutschland-Spieles. Diese ist dann relativ früh vor dem deutschen Spiel mit negativem Ausgang für Slowenien erfolgt.

In Gruppe C gab es das Endspiel um den Gruppensieg und die mitzunehmende Punktsituation für die Hauptrunde zwischen Deutschland und Mazedonien. Außerdem konnte Montenegro mit einem Sieg die Slowenen aus dem Turnier werfen.

Deutschland - Mazedonien  25:25 (12:11)

In ihrem letzten Gruppenspiel gab es von Anfang an einen offenen Schlagabtausch zwischen den Mannschaften. Deutschland fand schwer ins Spiel und beim 2:5 und 3:6 sah es schon wieder nach einem glücklosen Spiel der Mannschaft aus. Dabei hatte unser Team mit einer Parade von Wolf und einem Reichmann-Wurf ins leere mazedonische Netz begonnen. Das Spiel ohne Torwart (7 gegen 6) spielte der Gegner lange erfolgreich und konnte damit durchaus überzeugen, ebenso wie mit seinen Versuchen per Kempatrick erfolgreich zu sein. Dies gelang in den ersten  9 Minuten 2x, ehe Reichmann den 3. Erfolg dieser Art verhindern konnte. Nach 15 Minuten wurde die deutsche Deckung besser und bekam die Kreisläufer besser in Griff. Auch im Angriff gelang jetzt mehr, so daß die Deutschen mit 8:7 in Führung gingen. Von der 16. bis zur  22.Minute hatten die Bad Boys einen 5:0-Lauf zum 10:7, allerdings begünstigt durch mehrere Lattentreffer der Mazedonier. Beide Torhüter (Ristovski und Wolf) hielten gut. Nach 25 Minuten hatten sich Wolf und & Co. ein 12:9 erarbeitet, das sie bis zur Halbzeit aber durch Abspielfehler und Fehlwürfe wieder hergaben.

Nach Wiederbeginn waren dann die Gegner am Ruder und erwarfen sich ein 16:19 (43.) In dieser Zeit lief der deutsche Angriff erneut unrund. Auch die Einwechslungen von Janke und Häfner änderten daran nicht viel. Besonders Drux hatte etliche Fehlwürfe. Dann steigerte sich die Mannschaft wieder und kam zum 20:20 (49.) und gleich darauf mal wieder zu einer Führung nach der Pause. Von diesem Zeitpunkt an war das Spiel extrem spannend und ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte sich mit mehr als einem Tor absetzen, ohne daß prompt der Ausgleich erfolgte. Beim Stand von 25:25 hatte Mazedonien einen letzten Angriff, der aber nicht abgeschlossen wurde, weil Heinevetter, der ab der 43.Minute das Tor hütete, grandios hielt. Es waren noch 11 Sekunden zu spielen, als Prokop eine Auszeit nahm. Die dort erfolgte Absprache konnte nicht umgesetzt werden, so daß es beim Remis blieb, daß Mazedonien den Gruppensieg sicherte.

Zeitstrafen: Deutschland: Weber, Pekeler, Wiencek;   Mazedonien: 2x

Siebenmeter: 2/2 : 2/3

Torhüter:  Wolf (11/1), Heinevetter (4)

Torschützen: Weinhold (7), Wiencek (4), Fäth (2), Gensheimer (5/2) Reichmann (2), Drux (1), Pekeler (1), Weber (2), Grötzki (1)

Spielfilm: 1:0, 1:3, 2:4, 3:6, 5:7 (16.), 8:7, 10:7, 12:9, 12:11, HZ - 13:11, 13:13, 16:16, 16:19 (43.), 20:20 (49.), 23:22 (54.), 25:25 -  Ende

 

Montenegro – Slowenien  19 : 28 (13:14)

Welch ein Kampf in der Arena Zagreb!  Von der ersten Minute an wurde deutlich, dass hier unheimlich viel auf dem Spiel stand: Beide Mannschaften gingen direkt sehr hart zur Sache. Während das Vujović-Team durch viele Kreisanspiele Siebenmeter herausarbeiten konnte und diese von Bezjak (3/3) und Marguč (2/2) zuverlässig verwandelt wurden, zeigte sich die Mannschaft von Dragan Đukić aus der Distanz sehr wurfgewaltig. Bei steigendem Tempo bewegten sich die Widersacher auf Augenhöhe; der größte Abstand war die 8:6-Führung Sloweniens in Minute 18. Montenegro hat seine Stärken im Rückraum. Während das Vujović-Team eher über ihre spielerische Stärke kommt, kann sich die Đukić-Truppe auf ihre körperliche Robustheit verlassen.

Es wurde dann doch eine sehr klare Angelegenheit: Slowenien zieht als drittes Team der Gruppe C in die Hauptrunde ein, schlägt die Auswahl Montenegros mit 28:19. Nach ihrem 14:13-Pausenvorsprung zeigte sich die Mannschaft von Veselin Vujović zu Beginn des zweiten Abschnitts deutlich leichtfüßiger als die Deckung ihres Widersachers; zudem scheiterte der Gegner reihenweise aus dem Rückraum am überragenden Lesjak. Während die Slowenen aufgrund ihres Tempos und ihrer Kreativität immer wieder schnelle Angriffslösungen fanden, verschleppten die Montenegriner häufig das Tempo und gerieten in ihren langen Offensivphase unter Zeitdruck. Dies ging zwar hin und wieder gut, kostete aber viel Kraft. Slowenien konnte sich im Laufe der zweiten Halbzeit immer deutlicher absetzen und sorgte vor Beginn der Schlussphase für die Entscheidung. Letztlich hat sogar nur ein Treffer zu einem zweistelligen Erfolg gefehlt. Die bei Europameisterschaften weiterhin sieglosen Montenegriner treten also schon nach drei Partien die Heimreise an.

 

In der Gruppe D gab es das Spitzenspiel Spanien gegen Dänemark, das besonders für die Dänen wichtig war. Bestand doch die Gefahr mit 0 Punkten in die Hauptrunde zu gehen. Im 2. Match entschied sich, welche Mannschaft als 3. Teilnehmer in die Hauptunde einzieht.

Spanien - Dänemark  22:25 (13:14)

Dänemark hat dem Druck Stand gehalten und Spanien trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Niklas Landin zur Pause bezwungen.  Peter Balling war mit acht Toren der erfolgreichste Torschütze im Team von Nikolaj Jacobsen, bei Spanien traf Alex Dujshebaev (6/1) am häufigsten.

Beide Mannschaften standen schon vor Anpfiff in der Hauptrunde, die Partie bekam so auch zusätzliche Brisanz für den weiteren Turnierverlauf. Während Spanien sich die Pole Position in der neuen Gruppe sichern konnte, stand Dänemark deutlich mehr unter Zugzwang. Bei einer Niederlage würde man mit null Pluspunkten in die Zwischenrunde starten.

Es entwickelte sich zunächst eine eng umkämpfte Partie, in der vor allem Mikkel Hansen zu Beginn Verantwortung übernahm und traf. Spanien blieb auf Augenhöhe durch Routinier Raul Entrerrios, musste aber nach knapp zehn Minuten langsam ein wenig abreißen lassen. Entscheidend war hier auch ein kleines Plus zwischen den Pfosten, Niklas Landin bekam in den ersten Minuten deutlich mehr Bälle zu fassen als Gonzalo Perez de Vargas auf der Gegenseite.  Auch der für einen Siebenmeter eingewechselte Jannick Green konnte sich gegen Valero Rivera auszeichnen. Wenig später war aber auch der Magdeburger gegen Ferran Sole machtlos, der Linkshänder verkürzte zum 9:12.  Zur Halbzeit war Spanien auf 13:14 heran gekommen.

Gleich nach Wiederanpfiff vergaben die Dänen eine Chance und im Gegenstoß erzielte Spanien den Ausgleich. Kurze Zeit später waren die Dänen wieder vorn (14:17). In der 41.Minute zeigte die Hallenanzeige ein 16:19,  aber die Spanier ließen sich nicht abschütteln. Den Spaniern fehlte im Rückraum zu oft die Dynamik um Lücken in die dänische Deckung zu reißen. Lediglich Alex Dujshebaev war noch ein Unruheherd.

Bei der knappen Führung der Dänen pendelte sich die Partie langsam ein, auch die Rückkehr von Raul Entrerrios hatte Anteil daran, dass die Spanier nicht weiter abreißen lassen mussten. Der Rekordspieler der Spanier bei Europameisterschaften spielte all seine Erfahrung aus, doch zu einer erfolgreichen Aufholjagd langte das alles nicht. Beim 22:19 (48.) nahm Jordi Ribera seine zweite Auszeit und ordnete an das Kreisspiel zu beleben. Doch gerade in dieser Phase fehlte Julen Aguinadalde, Dänemark konnte aus den spanischen Ballverlusten kein Kapital schlagen.

Spanien setzte alles auf eine Karte und im Angriff auf den zusätzlichen Feldspieler. Green war jetzt noch einmal gegen Sarmiento zur Stelle und Mikkel Hansens Fünf-Tore-Führung letztlich die Vorentscheidung. Die Spanier benötigten schnelle Tore und schnelle Ballgewinne in der Abwehr - dies gelang allerdings nur bedingt. Dänemark verschleppte nun auch das Tempo, leistete sich dort jedoch auch Fehler und Ribera nahm beim 25:22 (59.) seine letzte Auszeit. Das Kempaanspiel auf Ferran Sole missland und brachte letztlich die Entscheidung.

Tschechien - Ungarn  33:27 (15:11)

Tschechien steht nach dem zweiten Sieg in der Hauptrunde der Europameisterschaft und ist neben Dänemark und Spanien Gegner der deutschen Mannschaft. Mit 33:27 (15:11) besiegten die Tschechen die ungarische Mannschaft, die damit mit drei Niederlagen ausgeschieden ist. Überragender Spieler war Ondrej Zdahala mit 14/3 Toren. Für Ungarn traf Mate Lekai neunmal.

Ungarns Trainer Ljubomir Vranjes hatte mit so einem Ergebnis nicht gerechnet und war dementsprechend enttäuscht. Aber Tschechien hat sich die Hauptrunde durch 2 gute Spiele nach dem Debakel gegen Spanien redlich verdient. 

Die Ungarn erwischten den besseren Start, man traf aus dem Rückraum und Ungarns Schlussmann Roland Mikler konnte sich früh auszeichnen. Ondrej Zdrahala für Tschechien, der  immer wieder für Torgefahr sorgte, egalisierte zwischenzeitlich zum 4:4 (9.). Dabei profitierten die Tschechen auch von den ersten Paraden von Martin Galia. Insgesamt agierten beide Mannschaften hektisch und hitzig, die Intensität und die Bedeutung des Spiels waren von Beginn an spürbar. Beide Teams agierten sehr rückraumlastig.

Früh geschwächt wurden die Tschechen durch die frühe zweite Hinausstellung von Abwehrstabilisator Pavel Horak. Ljubomir Vranjes  reagierte und gab in einer Auszeit Anweisungen, um die gegnerische Abwehr zu knacken und das Zusammenspiel mit Kreis und den einlaufenden Außen zu verbessern. Aber die Ungarn fanden keine spielerische Sicherheit und schafften es nicht die tschechische Deckung in Bewegung zu bringen. Acht torlose Minuten ließen den Rückstand auf fünf Tore anwachsen, so dass beim 15:11 die Seiten gewechselt wurden.

Ungarn fand weiterhin keinen Rhythmus, Mikler verhingerte mit seinen Paraden einen noch höheren Rückstand. Aber auch die Tschechen hatten mit Martin Galia weiterhin einen Garanten zwischen den Pfosten, der seine Mannschaft auf Kurs Richtung Hauptrunde hielt.

Dass die Ungarn noch einmal zurückkamen, lag auch daran, dass sich der tschechische Rückraum manchmal  zu früh die Würfe aus der Distanz nahm und diese dann am Tor vorbeigingen. Hinzu kamen zu durchsichtige Anspiele an den Kreis.

Daniel Kubes und Jan Filip brachten ihr Team schnell wieder in die Spur. Zweimal Hrstka, dazu noch zwei Aktionen von Galia und eine von Zdrahala - beim 22:17 (45.) hatten die Tschechen wieder alles unter Kontrolle. Doch entschieden war die Partie längst noch nicht, zumal die Ungarn durchaus glimpflich in Sachen progressiven Strafen davonkamen. Spielerische Highlights gab es wenige, das Spiel lebte nun von Einzelaktionen, die den Spielstand bei knapp drei Toren für Tschechien ließen.

Vier Minuten vor dem Ende eröhte die Tschechen dann zum 30:26 und stellten so die Weichen in Richtung Hauptrunde, da Ungarn kaum noch etwas gelang.

 

Hauptgruppensituation:

Damit erreichen aus dieser Gruppe Spanien, Dänemark und Tschechien mit jeweils 2:2 Punkten die Hauptrunde in der auch die deutsche Mannschaft spielt. Aus der "deutschen" Gruppe gehen Mazedonien (3:1 Punkte), Deutschland (2:2) und Slowenien (1:3) in die Spiele der Hauptrunde.

In der anderen Hauptgruppe stehen Frankreich (4:0), Norwegen (2:2), Weißrußland (0:4),  Kroatien (2:2), Schweden (4:0) und Serbien (0:4).

 

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24.02.2018 16:00
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24.02.2018 17:30
EHF Champions League, 13.Spieltag
  
MOL Pick Szeged - HC Prvo plinarsko drustvo Zagreb 0 : 0
  
THW Kiel - KS Vive Tauron Kielce 0 : 0
24.02.2018 19:30
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HC Meshkov Brest - Paris Sain-German Handball 0 : 0
  
RK Celje Pivovarna Lasko - Aalborg Handball 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 22.02.2018 00:03:01
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