Defensivkünstler mit starken Torhütern

Europameisterschaft
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Das „große „Finale“ in Sachen Halbfinaleinzug: Wenn die Bad Boys am Mittwochabend in der Arena Varazdin um 20.30 Uhr (live im ZDF) auf Spanien treffen, geht es um das Ticket nach Zagreb, wo ab Freitag das Finalwochenende ausgespielt wird.

Die DHB-Auswahl muss gegen die Mannschaft von Jordi Ribera gewinnen, ob dies dann für einen Platz im Halbfinale reicht, hängt von den vorherigen Ergebnissen am Mittwoch (Slowenien – Tschechien und Dänemark – Mazedonien) ab.

Wie die deutsche Mannschaft haben auch die Spanier bislang erst eine Partie bei der EURO 2018 verloren – das Topduell ihrer Vorrundengruppe D gegen Dänemark mit 22:25. Im Gegensatz zu den am Dienstag spielfreien Deutschen steht für den EM-Zweiten des Jahres 2016 aber heute um 18.15 Uhr (live auf handball-deutschland.tv) noch das zweite Hauptrundenspiel gegen Slowenien auf dem Programm, nachdem man zum Start einen lockeren 31:20-Erfolg gegen Mazedonien eingefahren hatte. Vor der Partie gegen Slowenien haben die Spanier 4:2 Punkte auf dem Konto.

Beide Seiten kennen sich bestens: Rund um die Feierlichkeiten zu 100 Jahre Handball in Deutschland gab es Ende Oktober zwei Testspiele zwischen den EM-Finalisten des Jahres 2016. In Magdeburg setzte sich Spanien mit 26:24 durch, einen Tag später gab es in Berlin einen 28:24-Erfolg der Bad Boys.

Eine identische Ausbeute gab es bei der EURO 2016 in Polen: Im erste Vorrundenspiel in Breslau gewann Spanien 32:29, im Finale von Krakau gab es dank eines überragenden Torwarts Andreas Wolff einen 24:17-Sieg und die zweite EM-Trophäe für Deutschland nach 2004. Auf diese Schale warten die Spanier indes seit der ersten EURO im Jahr 1994. Viermal standen die Iberer in einem Finale, viermal gab es Silber: Erstmals 1996 als Gastgeber, als man das Endspiel gegen Russland verlor, dann zwei Jahre später in Italien nach einer Finalniederlage gegen Spanien und 2006 in der Schweiz gegen Frankreich, ehe man schließlich gegen die Bad Boys den Kürzeren zog. 2000 und 2014 gewannen die Spanier zudem EM-Bronze, wurde zudem 2005 und 2013 Weltmeister.

De deutsche Bilanz gegen Spanien ist negativ, was die Punkte, aber überraschenderweise positiv, was die Tore betrifft: In bislang 64 Partien gab es 26 deutsche Siege, 33 Niederlage und fünf Remis. Die Tordifferenz beträgt 1524:1414.

Nachdem die Spanier sensationell die Qualifikation für die Olympischen Spiele von Rio verpasst hatten, kam ein neuer Trainer ans Ruder: Jordi Ribera, der zuvor jahrelang die Brasilianer trainiert hatte. Bei der WM 2017 in Frankreich scheiterte er bei seinem ersten großen Turnier in neuer Funktion im Viertelfinale an den Kroaten, nun soll der große Wurf gelingen.

Einige früheren Stars wie Torwart Arpad Sterbik oder Rechtsaußen Victor Tomas stehen nicht mehr im Kader, dafür wurden sukzessive hochtalentierte Nachwuchsstars eingebaut – zum Beispiel Dani Dujshebaev, der die Spanier 2016 zu Gold bei der U20-Europameisterschaft (im Finale gegen Deutschland) und 2017 zum ersten U21-Weltmeistertitel der Spanier (nach einem Halbfinalsieg gegen die DHB-Jungs) führte. Dani Dujshebaev läuft an der Seite seines älteren Bruders Alex auf, der 2017 mit Vardar Skopje die Champions League gewann und nun für den polnischen Klub Kielce spielt, und von seinem Vater Talant trainiert wird.

Die Zeiten, dass sich die spanische Nationalmannschaft größtenteils aus Spielern des in der Liga übermächtigen FC Barcelona zusammensetzt, sind derweil vorbei: Nur fünf der 16 Spieler tragen das Trikot des Champions-League-Rekordgewinners: der bei dieser EURO erneut überragende Torwart Gonzalo Perez de Vargas, Abwehrchef Viran Morros, Spaniens EM-Rekordspieler Raul Entrerrios, Linksaußen Valero Rivera und Aitor Arino, der „Staubsauger“ vor der Abwehr.

Die übrigen Spanier verteilen sich auf Klubs in ganz Europa: Torwart Rodrigo Corrales ist Mannschaftskamerad von Uwe Gensheimer bei Paris Saint-Germain, der Ex-Hamburger und Ex-Kieler Joan Canellas spielt für CL-Sieger Skopje, der jüngere Dujshebaev im slowenischen Celje, vier spielen in Frankreich und einer in der Bundesliga: Kreisläufer Gedeon Guardiola, der am Mittwoch auf seine Löwen-Mannschaftskameraden Hendrik Pekeler, Patrick Groetzki und seinen Co-Trainer Oliver Roggisch (DHB-Teammanager) trifft.

Die Torschützenliste der Spanier in den bisherigen vier EURO-Spielen zeigt, dass es nicht den Superstar gibt: Alex Dujshebaev und Adrian Figueras habe jeweils 14 Mal getroffen, Ferran Sole 13 Mal, Valero Rivera bringt es auf zwölf Tore, Eduardo Gurbindo auf elf. Vielmehr liegt der Fokus der Iberer auf der Defensive. Nach dem Abschluss aller Vorrundengruppen stellten sie mit 65 Gegentreffern die beste Defensive, inklusive der Partie gegen Mazedonien haben sie im Durchschnitt gerade einmal 21,25 Treffer kassiert.

Die deutsche Bilanz gegen Spanien:

64 Spiele - 26 Siege - 33 Niederlage 5 Remis, Tordifferenz: 1524:1414.

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