THW ringt starke Leipziger nieder

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Der THW Kiel steht im Finale des REWE Final Four! Vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften Barclaycard lieferten sich die "Zebras" ein heißes Halbfinal-Duell mit dem SC DHfK Leipzig, das sie erst in den Schlussminuten für sich entscheiden konnten. Am Ende jubelten die gut 2.000 Kieler Fans in der Arena über einen 35:32 (19:19)-Sieg der Schwarz-Weißen, die in Niclas Ekberg (12/5, s. Foto) ihren besten Torschützen hatten.

Stark: Der angeschlagene Domagoj Duvnjak zeigte in seinem wahrscheinlich vorletzten Spiel vor der Operation mit fünf wichtigen Treffern in der Schlussphase, wie wichtig er für den THW Kiel ist. Für die "Zebras" geht es jetzt am Sonntag mit dem Finale weiter. Anpfiff ist um 14:30 Uhr, Sport1 zeigt das Spiel um den Titel live.

Die Kieler gingen im Halbfinale "All in": Sowohl Duvnjak als auch die zuletzt angeschlagenen Rene Toft Hansen und Steffen Weinhold stellten sich in den Dienst der Mannschaft. Vor allem Weinhold sollte in der Anfangsphase gemeinsam mit Rechtsaußen Niclas Ekberg die Hauptrolle einnehmen: In den ersten 19 Minuten wurde jeder Treffer von einem THW-Linkshänder erzielt. Und so war es auch die rechte Angriffsseite der Schwarz-Weißen, die ihre Mannschaft nach dem frühen 1:5 (4.) im Spiel hielt. Ekberg tankte sich aus dem Rückraum durch, war sicher vom Siebenmeterstrich und traf auch von Außen. Doch die Leipziger blieben weiter vorn: Sie machten unglaublich Tempo und zwangen den THW so zur Reaktion. Vor allem Pieczkowski und Rojewski bekam die Kieler Defensive nicht in den Griff, zudem mussten sowohl Andreas Wolff als auch Niklas Landin ihrem Gegenüber Jens Vortmann bei einer Vielzahl an Paraden zusehen.

Eine doppelte Überzahl, Roschek war ein Wechselfehler unterlaufen, nutzte der THW durch Weinholds starken Überzieher zum 6:6-Ausgleich. Doch wieder zog der SC DHfK davon, ging mit 11:7 und 12:8 in Führung. Nikola Bilyk, Weinhold per Gegenstoß und der nun aufdrehende Rune Dahmke, der einen Steal verbuchte und vorne traf, brachten den THW wieder in Reichweite. Dann hielt Landin einen Ball fest, bediente Ekberg - und der traf zum 12:12. Da waren erst 22 Minuten gespielt - und die Tempohatz ging weiter. Das Spiel nahm noch einmal an Intensität zu, und wieder schienen die Grün-Weißen am Drücker, machten das 16:14, was aber Weinhold mit der Schnellen Mitte und Rune Dahmke beantworteten: Der Linksaußen nagelte den Ball zum 16:16 unter die Latte und erzielte wenige Sekunden später nach einem Block von Toft Hansen die erste Kieler Führung. Doch dabei sollte es nicht bleiben: In den zwei Minuten vor dem Wechsel fielen satte sechs Treffer - der letzte nach einem unfassbaren No-Look-Pass von Weinhold auf Toft mit der Schluss-Sirene. 38 Tore in Durchgang eins des REWE Final Four - und beim 19:19 war der Ausgang völlig offen.

Aus der Kabine kamen die Kieler wie der sprichwörtliche Wirbelwind zurück: Ekberg erzielte die Führung, Wiencek schnappte sich einen Steal, den Ekberg per Dreher veredelte, und Ekberg zum Dritten - per Siebenmeter machte er das 22:19 (35.). Und jetzt zündete auch der Kapitän, der eine unglückliche erste Hälfte gespielt hatte: Duvnjak traf bei angedrohtem Zeitspiel mit dem letzten möglichen Ballkontakt zum 23:20. Doch mit zwei verwandelten Strafwürfen brachte Steinert die Leipziger in der 42. Minuten wieder in direkten Kontakt mit dem THW, der sich nicht absetzten konnte: Immer wieder kassierten die Kieler schnelle Gegentore nach eigenen Treffern, blieben aber vorn. Auch, weil Wiencek den siebten Feldspieler der Leipziger mit einem Anwurf-Tor in den verwaisten Kasten zum 27:25 bestrafte, und auch, weil sich Christian Dissinger im Eins-gegen-Eins zum 29:26 (48.). Eine Vorentscheidung war dies jedoch noch immer nicht.

Leipzig verkürzte erneut, steckte auch eine unglaubliche Doppelparade von Landin gegen Sommer und Meschke weg, und war beim 29:30 (56.) dicht vor einer möglichen Verlängerung. Gut, wer in solchen Phasen einen Domagoj Duvnjak hat: "Dule" machte vorn das 31:29, zog auf schnellen Beinen hinten das Stürmerfoul des SC DHfK, bediente Dahmke, der aus dem Rückraum (!) mit einem Hammer unter die Latte das 32:29 markierte (58.), was jedoch postwendend wieder gekontert wurde. Der THW spielte in dieser Phase jedoch extrem diszipliniert, ließ sich nun nicht mehr von der Leipziger Hektik anstecken. Dahmke machte das 33:30 und jubelte in den Kieler Fanblock, in dem er 2013 bei der letzten REWE-Final-Four-Teilnahme der Kieler noch selbst die "Zebras" angefeuert hatte. Die Entscheidung war dann wieder Chefsache: Mit letzter Kraft tankte sich Duvnjak zum 34:31, 80 Sekunden vor dem Ende war dies der Final-Einzug, dem Ekberg mit seinem zwölften Treffer noch einen spektakulären Schlusspunkt setzte. Nach einem unglaublich harten und Kraft kostenden Stück Arbeit steht der THW Kiel am Sonntag im Endspiel des DHB-Pokals, das ab 14:30 live bei Sport1 gezeigt wird. Auf geht's, Kiel!

Alfred Gislason:

"Wir freuen uns riesig, nach viel zu langer Zeit mal wieder hier sein zu können. Und wir freuen uns riesig, jetzt im Finale zu sein. Leipzig hat heute viel Tempo gemacht, und wir haben viel zu viele Tore kassiert und uns von der Hektik anstecken lassen. Ab der 15. Minuten wurde unsere Angriffsleistung dann besser, und so haben wir noch das 19:19 zur Pause geschafft. In der zweiten Halbzeit waren wir dann deutlich besser und haben das heute sehr diszipliniert zu Ende gespielt. Domagoj Duvnjak ist für uns als Persönlichkeit, Mittelmann und Abwehrspieler ein absoluter Führungsspieler und extrem wichtig. Heute hat er lange gebraucht, um reinzukommen. Nach einer ziemlich schlechten ersten Halbzeit hat er im zweiten Abschnitt sehr gut und diszipliniert gespielt. Jetzt versuchen wir, ihn für sein wahrscheinlich letztes Spiel vor der Operation einigermaßen fit zu bekommen."

SC DHfK Leipzig:
Vortmann (1.-49., 11 Paraden), Putera (49.-60., 1 Parade); Semper, Steinert (4/4), Rojewski (5), Jurdzs (2), Krzikalla (2), Binder (7), Janke, Pieczkowski (7), Sommer (2), Roschek, Meschke (2), Milosevic (1); Trainer: Prokop
THW Kiel:
Landin (15.-60., 10 Paraden), Wolff (1.-15., 1 Siebenmeter, 1 Parade); Duvnjak (5), Toft Hansen (1), Weinhold (6), Dissinger (1), Wiencek (2), Ekberg (12/5), Dahmke (6), Brozovic, Vujin, Bilyk (1), Nilsson (1), Santos (n.e.); Trainer: Gislason
 
Schiedsrichter: Andreas Pritschow / Marcus Pritschow
 
Zeitstrafen:
Leipzig: 5 (Rojewski (8.), Pieczkowski (10.), Roscheck (11.. 50.), Sommer (60.));
THW: 1 (Bilyk (16.))
 
Siebenmeter:
Leipzig: 4/4;
THW: 5/5
 
Spielfilm:
1. Hz.: 2:0 (2.), 2:1 (2.), 5:1 (4.), 5:3 (6.), 6:3 (8.), 6:6 (11.), 9:6 (14.), 9:7, 11:7 (18.), 12:8, 12:12 (22.), 14:14, 16:14 (26.), 16:17 (27.), 18:17 (29.), 19:18 (30.), 19:19;
2. Hz.: 19:22 (35.), 20:22 (35.), 21:24 (39.), 23:24, 25:26 (46.), 25:28 (37.), 27:30 (49.), 29:30 (56.), 29:32 (57.), 31:34 (59.), 32:35
 
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft) Barclaycard-Arena, Hamburg

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