Schützenfest gegen die Löwen

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Die SG Flensburg-Handewitt hat es wieder geschafft. Und wie: Mit dem 33:23 (18:16) über die Rhein-Neckar Löwen stehen die Nordlichter zum insgesamt 13. Mal im Finale um den DHB-Pokal. Das Endspiel wird am Sonntag um 14.30 Uhr angepfiffen.

Dann steigt das 93. Landesderby gegen den THW Kiel. „Ich bin sehr froh und stolz auf diesen perfekten Tag“, strahlte Anders Eggert in der Pressekonferenz. „Alles hat so geklappt, wie wir es uns vorgenommen haben – und Kevin Møller (s. Foto) hat überragend gehalten.“ Dem stimmte sein Trainer Ljubomir Vranjes mit einem Lächeln zu: „Es war ein Verdienst von Kevin und der Abwehr, dass es am Ende so deutlich wurde.“

Es war letztendlich ein Schützenfest, nach dem es 40 Minuten nicht ausgesehen hatte. Zunächst verteilten sich die Treffer relativ gleichmäßig. Allein vier fielen in der 3. Minute. Henrik Toft Hansen mit einem Dreher und Rasmus Lauge mit einer Energieleistung ließen die ganz in rot getauchte SG Fan-Ecke bereits frühzeitig frohlocken. Die Dynamik war vielversprechend, zumal Lasse Svan wenige Minuten später das 2:4 erzielte und einen ersten Jubel-Austausch mit den Schlachtenbummlern initiierte. Thomas Mogensen, Holger Glandorf, Anders Eggert gehörten ebenfalls der Startformation an. Und hinten stand das schwedische Bollwerk: Tobias Karlsson und Mattias Andersson.

Die Rhein-Neckar Löwen bewiesen zunächst den Charakter einer Spitzenmannschaft, versuchten mit viel Druck im fünften Anlauf endlich ein Pokal-Halbfinale gegen die SG zu gewinnen. „In der Offensive war das zunächst unsere beste Leistung seit Langem“, stellte Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen fest. Beim 5:5 glichen die Badener wieder aus, beim 8:7 brachte Andy Schmid seine Farben wieder in Front. Es folgten bis zum 11:10 drei weitere knappe Führungen der Süddeutschen. Ljubomir Vranjes reagierte. „Wir waren gut unterwegs, aber mir fehlten die Paraden im Tor“, erklärte er später. „Deshalb habe ich mich dafür entschieden, Kevin zu bringen.“ Bis zur Pause kam der Däne bereits sechs Mal an den Ball.

Jacob Heinl mischte nun ebenfalls mit und holte gleich einen Siebenmeter heraus. Anders Eggert verwandelte und legte gleich mit einem Gegenstoß nach. Seine jubelnden Hände tanzten im Rhythmus der SG Fans. Petar Djordjic gab seine Visitenkarte ab und donnerte den Ball zum 11:14 in die Maschen. Der Gegner hatte noch Antworten parat, schob sich wieder heran und feierte Sekunden vor der Halbzeit den 16:17-Anschluss. Die SG schaltete blitzschnell um, Rasmus Lauge nahm sich ein Herz und stellte doch noch einen Zwei-Tore-Vorsprung her. Mit einem Ur-Schrei verabschiedete er die SG Anhänger zum Pausenbier. Es saßen noch nicht einmal alle Zuschauer wieder auf ihrem Platz, da hatte Kevin Møller bereits den nächsten Wurf gehalten – gegen Gudjon Valur Sigurdsson.

Vorne lief es nicht ganz so rund. „Wir hatten in dieser Phase ein paar Probleme im Angriff, aber die Abwehr hat uns geholfen“, beobachtete Ljubomir Vranjes. Das Gefühl war gut, das Ergebnis jedoch bis zum 20:21 sehr knapp. „Dann verschießen wir drei oder vier Chancen, werden unruhig, verlieren etwas den Glauben an uns und produzieren plötzlich sehr viele Fehler“, beobachtete Nikolaj Jacobsen. Rechtsaußen Patrick Groetzki staunte: „40 Minuten lang erleben wir ein Spiel auf Augenhöhe, doch dann dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis zu unserem nächsten Treffer. Kevin Møller hat sein Tor einfach zugenagelt.“

In der SG Kurve herrschte nun permanente Festtagsstimmung. Johan Jakobsson traf zum 20:24, die Ränge skandierten: „Einmal Flensburg, immer Flensburg!“ Und immer wieder zelebrierten sie den Namen des Keepers. Mit einem Gegenstoß besorgte Lasse Svan das 22:32. Der Vorsprung wuchs ins Zweistellige. So hoch hatte die SG noch nie beim REWE Final Four gewonnen. „O, wie ist das schön“, sangen die Fans. „Das war eine fantastisches Spiel und eine fantastische Stimmung“, schnalzte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke mit der Zunge. „Der erste Hamburger Tag war wieder einmal ein Erlebnis, nun hoffen wir auf den zweiten Tag.“ Gegner THW Kiel hatte den SC DHfK Leipzig zuvor mit 35:32 bezwungen.

Rhein-Neckar Löwen – SG Flensburg-Handewitt 23:33 (16:18)

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (5 Paraden), Bauer (ab 51.) – Schmid (2), Sigurdsson (2/2), Manaskov (1), Baena, Mensah (1), Pekeler (3), Groetzki (1), Reinkind (1), Guardiola (2), Petersson (5), Ekdahl du Rietz (5)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (4 Paraden), Møller (16 Paraden) – Karlsson, Eggert (6/4), Glandorf (1), Mogensen (3), Svan (4), Djordjic (4), Jakobsson (2), Heinl, Toft Hansen (4), Lauge (8), Mahé (1)

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier);

Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Pekeler 4 – Karlsson 4);

Siebenmeter: 2/2:4/4; Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)

Spielverlauf: 1:0 (3.), 2:2 (3.), 2:4 (8.), 3:5 (10.), 5:5 (12.), 6:7 (14.), 8:7 (16.), 9:9 (19.), 11:10 (20.), 11:14 (25.), 13:14 (26.), 14:16 (29.), 16:17 (30.) – 17:18 (32.), 18:19 (33.), 18:21 (35.), 20:21 (37.), 20:24 (44.), 21:24 (45.), 21:29 (56.), 22:32 (58.)

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