Bergischer HC liefert Wetzlar einen großen Fight

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Was für ein Fight der Bergischen Löwen gegen die HSG Wetzlar, der vor 1.644 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle mit einem hauchdünnen 27:28 (14:16) unbelohnt blieb, sodass die Gäste das Ticket für das Viertelfinale im DHB-Pokal mit auf die Heimreise nach Mittelhessen nehmen konnten.

Der doppelte Gutbrod eröffnete mit zwei fulminanten Rückraumtreffern den Torreigen der Bergischen zur 2:1-Führung (3.) gegen die Mittelhessen. Nachdem Linus Arnesson den ersten Fehlwurf für die Gastgeber in die Statistik schrieb, legte der Ex-Löwe Alexander Hermann erstmals für Wetzlar zum 2:3 (6.) vor und der BHC verhinderte dank starker Parade von Christopher Rudeck (siehe Foto) einen Zwei-Tore-Rückstand. Die Bergischen Löwen gestalteten nicht nur die Anfangsviertelstunde gegen den Erstligisten ausgeglichen, sondern konnten mit hoher körperlicher Präsenz, geduldig vorgetragenen Offensivaktionen und dank sechs Treffern von Fabian Gutbrod bis zum 10:10 (22.) stets egalisieren, ehe die HSG während einer BHC-Strafzeit auf 10:12 (24.) vorlegte. Erstmals sah BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze etwas Sand im Getriebe seiner Mannschaft und bat so das Löwenrudel beim 11:14 (25.) zur Auszeit. Mit zwei Treffern in Folge durch Darj und Majdzinski eilten die Löwen gleich wieder zum Anschlusstreffer. Bastian Rutschmann parierte im Folgeangriff bärenstark gegen den gegnerischen Linksaußen – doch der Ausgleich blieb dem BHC verwehrt, Wetzlar nahm stattdessen ein knappes 14:16 mit in die Halbzeitpause.

Fulminanter Auftakt der Hausherren nach dem Wiederanpfiff – keine zwei Minuten waren gespielt, da hatten Gunnarsson und Gutbrod die Partie mit dem 16:16 wieder egalisiert. Wetzlar löste sich mit viel Gegenwehr aus der BHC-Umklammerung und verschaffte sich mit dem 17:20 (38.) schnell wieder Luft – Hinze mit der ersten Auszeit im zweiten Durchgang. Mit der Unterstützung der 1.644 Zuschauer in der Solinger Klingenhalle kämpften sich die Löwen verdient wieder auf 20:22 (45.) heran, durften sich aber in der Schlussviertelstunde keine großen Unzulänglichkeiten mehr leisten, um sich am Ende das Viertelfinalticket im DHB-Pokal zu sichern. Doch die Mittelhessen selbst agierten jetzt clever und abgebrüht und brachten vier Tore zwischen sich und den BHC, sodass der BHC-Coach beim Stande von 23:27 (53.) sein Team noch einmal für die Crunch-Time einnordete. Und das wirkte – wenige Sekunden vor dem Abpfiff hatten die Bergischen Löwen tatsächlich noch die Chance auf den Ausgleich. Doch Fabian Gutbrod, mit sieben Toren erfolgreichster Werfer, verzog und die HSG Wetzlar zog mit einem hauchdünnen 27:28 (14:16) in das Viertelfinale des DHB-Pokals ein.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Kai Wandschneider: „Das Spiel hatte für mich Bundesliganiveau, auch wenn es ein Pokalspiel war. Das war ein hervorragendes Spiel mit Tempo und guten Aktionen. Das war heute das beste Saisonspiel von Jannick Kohlbacher, Nationaltrainer Prokop wird sich freuen. Auch die acht von acht Siebenmeter von Holst waren toll. Dass der BHC hier bis zum Schluss guten Handball spielt, war klar, da haben wir am Ende ein paar Sachen liegen lassen. Über 60 Minuten waren wir besser, deshalb geht das Ergebnis in Ordnung. Ich hoffe, dass wir jetzt stabiler werden, da liegt bei uns der Hase im Pfeffer.“

Sebastian Hinze: „Kai hat ganz viel richtig gesagt. Das war ein sehr gutes Handballspiel. Wir hatten leider Phasen, wo wir nicht stabil genug waren. Trotzdem haben wir eine tolle Moral gezeigt und es geschafft, Wetzlar zu stressen. Insgesamt war Wetzlar heute die bessere Mannschaft. Wir hätten noch irgendein Plus gebraucht, dann hätten wir gewonnen. Das Spiel macht mir aber sehr viel Mut für die kommenden Aufgaben.“

Viktor Szilagyi: „Insgesamt war das ein sehr interessantes und kampfbetontes Spiel. Wetzlar war dieses eine Tor insgesamt noch besser. Wir hatten zweimal in der zweiten Halbzeit die Möglichkeit, das Spiel zu drehen. Das haben wir nicht geschafft. Wir hatten hinterher die Abwehr stabilisiert, aber haben schon extreme Probleme mit Kohlbacher gahbat. Er war für uns nicht zu halten.“

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann – Kotrc, J.Artmann, Gutbrod (7), Bettin (2), Dell, Arnesson (6), Babak (2), Darj (1), Petrovsky, Nippes (2), Majdzinski (2), Gunnarsson (5/2). Trainer: Sebastian Hinze

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber - Hermann (3), Kneer, Bjornsen (4), Pöter, Ferraz, Mirkulovski (3), Volentics, Holst (9/8), Schefvert (1), Kvist, Lindskog, Cavor, Kohlbacher (8). Trainer: Kai Wandschneider

Schiedsrichter: Philipp Dinges und Daniel Kirsch

Siebenmeter: 1/1 – 8/8

Zeitstrafen: 2 - 2 (Majdzinski (2) – Pöter, Ferraz)

Spielverlauf: 2:2 (5.), 4:4 (10.), 5:6 (15.), 9:9 (20.), 11:14 (25.), 14:16 (30.), 17:17 (35.), 17:21 (40.), 20:22 (45.), 22:25 (50.), 25:27 (55.), 27:28 (60.)

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