Leipzig erreicht Pokal-Viertelfinale

(Foto: Rainer Justen)

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Es gibt leichtere Aufgaben in einem Achtelfinale, als mitten in der Woche in einer Messehalle in Kassel gegen die kantige MT Melsungen zu spielen.

Immerhin können die Gastgeber auf eine Vielzahl deutscher, niederländischer und skandinavischer Nationalspieler zurückgreifen, sie gehören zu den heißen Anwärtern auf einen Europapokalplatz und haben die letzten drei Begegnungen in der Bundesliga sicher gewonnen. Klar, dass die meisten Handballfans gegen die grün-weißen Sachsen, die in den letzten Punktspielen nichts mehr gerissen hatten, auf einen Heimsieg setzten.

Die Hessen schienen der Favoritenrolle zu entsprechen. Sie hatten ein anfängliches 0:3, die Sachsen waren durch sehenswerte Rückraumtreffer von Andreas Rojewski und Niclas Pieczkowski in Führung gegangen, wieder in die einheimische Richtung gedreht. 5:4, 8:6, 10:7. In der Mitte der ersten Halbzeit konnten die schnellen Deener Janimaa und Tobias Reichmann sowie der physisch sehr starke Julius Kühn überzeugen. Sie nahmen die gegnerische Verteidigung mehrere Male auseinander. Außerdem ließen die kantigen Kollegen in der Deckung nichts anbrennen. Finn Lemke 115 Kilogramm, Marino Maric 113, Timm Schneider 110, Philipp Müller 104, Johannes Golla 102. Die müssen von den gegnerischen Angreifern erst mal überwunden werden.

Doch die körperkulturellen Sachsen konnten die kleinen Fehler, die in dieser Phase passiert waren, minimieren. Zusätzlich wurde das Tempo erhöht. Lukas Binder und Lucas Krzikalla (s. Foto) konterten die Melsunger gleich mehrere Male hintereinander aus. Dann fanden die Rückraumspieler der Leipziger immer wieder einen Weg, die massive Verteidigung der Gastgeber in Bewegung zu bringen und auftretende Lücken zu nutzen. „Wir präsentierten uns geschlossen, haben gute Entscheidungen getroffen und eine passende Antwort auf die vergangenen Leistungen gegeben“, sagte Trainer André Haber dazu. Seine Männer gewannen die letzten zwölf Minuten vor der Pause mit 2:8 Toren (aus Melsunger Sicht). Das führte zu einem schon überraschenden 12:15 zum Halbzeitpfiff.

Es sollte der entscheidende Abschnitt in dem Achtelfinale gewesen sein! Denn die Leipziger kontrollierten die Auseinandersetzung nach dem Seitenwechsel mal mehr, mal weniger klar. Die Defensive ließ keine größeren Lücken zu, Hexer Milos Putera entschärfte etliche Chancen, dem Torwart wurden schließlich 16 Paraden gutgeschrieben. In der Offensive trafen Maximilian Janke, Franz Semper oder Philipp Weber in den gegnerischen Kasten, immer im richtigen Augenblick, wenn Melsungen aus einer einzelnen Aktion neuen Mut gesammelt hatte. So lagen die eigentlich favorisierten Hessen ständig zwischen drei und sieben Treffern zurück. 14:19, 17:20, 18:24, 19:26.

In der zweiten Halbzeit waren in der großen Messehalle vor allem die schätzungsweise 100 sächsischen Schlachtenbummler zu hören. Sie durften schließlich ein souveränes 22:27 feiern. Außerdem werden die grün-weißen Handballfans auf ein Heimspiel im Viertelfinale hoffen, um weiterhin ganz gute Chancen zu haben, das Final Four in Hamburg buchen zu können.

Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig): „Ich bin sehr froh, dass wir hier eine Runde weiter gekommen sind. Uns war klar, dass es eine schwierige Aufgabe wird. Nach den letzten drei Bundesligaspielen haben wir viel aufgearbeitet und davon heut heute vieles gegriffen. Wir hatten eine sehr gute Torhüterleistung und davor eine Abwehr, die viel geackert hat. Auch in den Phasen, wo das Spiel hätte kippen können, hat meine Mannschaft einfach weiter ihren Plan verfolgt. Im Angriff waren wir von allen Positionen gefährlich, das war sicher einer der Schlüssel zum Erfolg.“

Trainer Michael Roth MT Melsungen: „Herzlichen Glückwunsch an die Leipziger zum verdienten Sieg. Ein Knackpunkt war, dass Leipzig ab der 20. Minute, als wir gerade Zugriff aufs Spiel bekommen hatten, ihren Rückstand schnell wieder aufholen konnte. Wir haben zu viele unnötige technische Fehler gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war das Spiel eigentlich schon weg. Leipzig war in der Handlungsfähigkeit einfach schneller und wir sind nicht in die zweite oder dritte Welle gekommen. Wir hatten wie in Nettelstedt Probleme mit dem Angriff, das war einfach zu schwach und ohne richtiges Konzept. Jetzt müssen wir unser Ausscheiden abhaken und uns schnell auf Sonntag konzentrieren.“

Statistik:

MT Melsungen gegen SC DHfK Leipzig 22:27 (12:15)

MT Melsungen: Sjönstrand, Simic – Maric 2, Kühn 5, Lemke, Golla, Reichmann 8/4, Mikkelsen 1, Danner 1, Müller, Boomhouwer, Schneider, Allendorf, Jaanimaa 4, Haenen 1

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera – Semper 3, Rojewski 2, Jurdzs, Krzikalla 3, Binder 4, Janke 4, Pieczkowski 4, Kunkel, Roscheck, Weber 4, Rivesjö, Strosack, Meschke 2, Milosevic 1

Zeitstrafen: Melsungen 2 Min, Leipzig 6 Min

Siebenmeter: Melsungen 4/4, Leipzig 1/2

Zuschauer: 3236 Handballfans in der Rothenbach-Halle Kassel

Erstellt von Spielbericht: Leutzscher Welle

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