Melsungen verliert auch Rückspiel und ist damit raus

Bild: Hartung Fotos

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Mit der ersten Heimniederlage ihrer Europacupgeschichte hat sich die MT Melsungen aus dem EHF-Cup verabschiedet. Gegen Saint Raphael Var Handball setzte es nach dem 26:30 an der Mittelmeerküste auch im Rückspiel eine 23:31 (15:15)-Niederlage. Verdient, weil im Angriff überhaupt nichts zusammenlief bei den Bartenwetzern und die Abwehr nicht annähernd an ihre Leistung der vergangenen Spiele heranreichte.

Verlief die erste Hälfte wegen der ebenfalls nicht sattelfesten Hintermannschaft der Franzosen noch ausgeglichen, ging die zweite Halbzeit völlig daneben. Bester MT-Schütze war Michael Müller (siehe Foto), der alle seine fünf Treffer in den ersten 20 Minuten erzielte. Für die Franzosen war Raphael Caucheteux zehnmal erfolgreich (Foto: A. Käsler).

Beide Mannschaften gestatteten sich einen sehr nervösen Beginn. Hektik überwog in der Angriffsvorbereitung, dabei präsentierten sich auch die Abwehrreihen nicht wirklich sattelfest. So war die Partie trotz einiger verpasster Gelegenheiten dennoch torreich, allerdings nicht im Sinne der Gastgeber. Bei denen entwickelte nämlich allein Michael Müller den nötigen Druck und erzielte drei der vier ersten Treffer seiner Mannschaft. Anders die Franzosen, die das Spiel konsequent in die Breite zogen und von allen Positionen erfolgreich waren. So war es nicht überraschend, dass der Gast, begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Timm Schneider, nach zwölf Minuten mit 7:4 vorn lag.

Dann aber berappelten sich die Melsunger. Patrik Fahlgren, Johannes Sellin und wieder Michael Müller glichen innerhalb drei Minuten aus. Weil aber die Deckung weiter ungewohnte Schwächen offenbarte, blieb erst einmal nur, die jeweiligen Führungen St. Raphaels wieder auszugleichen. Daran änderte auch die Hereinnahme von René Villadsen nichts, der den bis dahin glücklosen Johan Sjöstrand zwischen den Pfosten ablöste (10:11, 20.).

Eine Zeitstrafe gegen Alexander Lynggaard blieb ungenutzt, die Chance zur Führung für die MT vergab kurz darauf Johannes Sellin vom Siebenmeterstrich. Ebenfalls Sellin setzte eine Minute später einen weiten Pass von Villadsen nur gegen den Pfosten. Es wollte nichts gelingen bei den Nordhessen. Anders die Männer vom Mittelmeer. Sie nutzten die Gunst des Augenblicks und gingen durch Raphael Caucheteux und Adrien Dipanda erstmals wieder mit zwei in Führung. Was Felix Danner und Michael Allendorf dank einer weiteren Strafe gegen Wissem Hmam bis zum Pausenpfiff korrigieren konnten.

Mit dem Vorteil des Anwurfs zur zweiten Hälfte sollte eigentlich die Führung wieder rot-weiß eingefärbt werden. Weil aber Patrik Fahlgrens Wurf für Mihai Popescu keine Prüfung darstellte und Michael Müller wie auch zweimal Johannes Sellin am starken französischen Schlussmann scheiterten, dauerte es selbst bis zum Ausgleich von Timm Schneider als Antwort auf Artsem Karaleks 16:15 glatte vier Minuten. Und da sich die Probleme im Angriff fortsetzten, lagen die Gäste plötzlich wieder mit zwei vorn (16:18, 37.).

Die erste Parade des in den Kasten zurückgekehrten Johan Sjöstrand im zweiten Durchgang gegen Miroslav Jurka im Gegenstoß hatte allemal das Format eines Weckrufs. Erst recht, da Michael Roth direkt im Anschluss zur Auszeit bat. Aber alles verpuffte wirkungslos. Technischer Fehler im Angriff, noch einmal Riesenparade von Sjöstrand gegen Wissem Hmam und dann doch das 16:19 – die MT war völlig von der Rolle (42.).

Es war nicht so, dass sie es nicht versucht hätten. Sowohl bei Sellin (Latte) als auch kurz darauf bei Arjan Haenen (Pfosten) war eine Menge Pech dabei. Als dann aber noch die Unzufriedenheit hinzukam und aus zwei Minuten Strafe gegen Michael Müller wegen Meckerns vier wurden, verstanden das die Gäste als Aufforderung, den Sack zuzumachen. Vier Tore am Stück von Linksaußen Caucheteux zum 18:23 (47.) sorgten für die Vorentscheidung.

Die verbleibende Spielzeit war auch nicht dazu angetan, die Stimmung in der Halle zu bessern. Melsungen steckte auf angesichts der Unmöglichkeit der Aufgabe, noch einen fünf-Tore-Vorsprung herauszuspielen, Saint Raphael spielte locker und ohne Druck nahezu fehlerfrei. So war das Anwachsen des Rückstandes eine logische Folge und am Ende auch nicht mehr wirklich wichtig. Zumal sich Pfosten und Latte weiter als verbissene Gegner der nordhessischen Angreifer gaben und ein Übriges zum am Ende überdeutlichen Ergebnis beitrugen.

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Châpeau! Wir hätten uns heute einen schlechteren Gegner gewünscht. Über das Spiel brauchen wir nicht viel zu diskutieren, wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren. Wir haben es nicht geschafft, unseren Gegner nervös zu machen. Saint Raphael ist spielerisch stark und wir haben es nicht hingebracht, einmal in Führung zu gehen. Zur Halbzeit war noch alles möglich, aber insgesamt hatten wir heute eine zu schwache Wurfquote. Natürlich ist das deutliche Ergebnis unbefriedigend. Aber man muss sehen, dass die Spieler irgendwann wussten, dass wir nicht mehr weiterkommen können. Wir sind heute einfach an einer stärkeren Mannschaft gescheitert.

Joel Da Silva: Glückwunsch erst einmal auch nach Melsungen für die hervorragende Organisation und die tolle Stimmung in der Halle. Wichtig für uns war der Auftakt. Wir haben uns speziell auf die erste Viertelstunde vorbereitet. Als wir dranblieben, fing Melsungen an, am Erfolg zu zweifeln. Das war unser Ziel, und das haben wir erreicht.

Michael Müller: Wir sind sehr enttäuscht, aber auch verdient rausgeflogen. Wir haben vor einem wieder einmal sensationellen Publikum sehr schwer ins Spiel gefunden und viele freie Bälle liegenlassen. Das ist auf diesem Niveau einfach zu wenig. Es hat uns der Funke gefehlt, die Mannschaft zum Explodieren zu bringen. Deshalb war das ein verdienter Erfolg für Saint Raphael über zwei Spiele und wir wünschen ihnen viel Erfolg für das Final Four.

Raphael Caucheteux: Ich denke, wir sind sehr konzentriert ins Spiel gekommen. Wir konnten den Ball gut laufen lassen, haben gut gedeckt und wussten, dass Melsungen durch sein Ligaspiel am vergangenen Mittwoch Kraft gelassen hat. Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Ich weiß aber auch, dass es nun sehr schwer werden wird, das Final Four in Deutschland gegen deutsche Mannschaften zu gewinnen.

Statistik

MT Melsungen: Sjöstrand (7 Paraden / 27 Gegentore), Villadsen (2 P. / 4 G.), Verkic (n. e.); Maric 1, Sellin 3, Golla, Fahlgren 4, Danner 2, P. Müller 1, Boomhouwer, Rnic 2/1, Schneider, Allendorf, Jaanimaa, M. Müller, Haenen.

St. Raphael: Djukanovic (2 P. / 2 G.), Popescu (14 P. / 21 G.); Krantz, Simicu 4, Abily 2, Sarmiento 4, Lynggaard 1, Jurka 2, Caucheteux 10/1, Garain, Stehlik 1, Vigneron, Krakowski, Dipanda 5, Karalek 2, Hmam.

Schiedsrichter: Csaba Kekes / Pal Kekes (Ungarn); EHF-Delegierter: Janko Pozeznik (Slowenien)

Zeitstrafen: 4 – 6 Minuten (Schneider 11:43, M. Müller 44:01 – Lynggaard 23:08, Hmam 27:45, Dipanda 37:07)

Strafwürfe: 3/2 – 1/1 (Sellin scheitert an Popescu 25:28)

Zuschauer: 3.814 in der Rothenbach-Halle, Kassel
Die nächsten Spiele:
Mi., 10.05.17, 20:15, Frisch Auf Göppingen - MT Melsungen, EWS Arena Göppingen
So., 14.05.17, 17:15 Uhr: MT Melsungen – HC Erlangen, Rothenbach-Halle Kassel

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