Großer Kampf gegen Paris nicht belohnt

Foto: Foto-Laechler

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Der THW Kiel hat das Auftakt-Match in der VELUX EHF Champions League verloren: Gegen den großen Titelfavoriten Paris Saint-Germain lieferten die Kieler eine beeindruckende Defensiv-Leistung ab, machten im Angriff aber zu viele Fehler,

um den abgezockten Gästen noch einmal die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Letztlich liefen die "Zebras" immer einem Rückstand hinterher, am Ende stand es 25:22 (12:10) für den mit nahezu allen Top-Stars angetretenen französischen Meister. Bester Torschütze auf Kieler Seite war Marko Vujin (5/1), für PSG traf Neuzugang Sander Sagosen sechs Mal. Stark auf beiden Seiten waren die Torhüter: Niklas Landin (s. Foto) und Rodrigo Corrales hielten jeweils 14 Bälle.

Wer von den 9.500 Fans in der Sparkassen-Arena bei diesem besonderen Aufeinandertreffen zweier starker Mannschaften ein Offensiv-Spektakel erwartet hatte, musste diese Hoffnung bereits in der Anfangsphase begraben. Diese zeigte, dass die Königsklasse vor allem eines bietet: Harte, ehrliche Arbeit in den Abwehrreihen. Diese boten sowohl die Gäste von der Seine als auch der THW Kiel: Satte 4:30 Minuten dauerte es, bis Mikkel Hansen mit einem Siebenmeter unter die Latte den ersten Treffer der Partie erzielte, drei Minuten später steuerte der überragende Sander Sagosen das 2:0 für die Gäste bei. Der THW ackerte sich offensiv am PSG-Innenblock ab, nach etwas mehr als zehn Minuten durften aber auch die Zebras ihr erstes Erfolgserlebnis feiern: Marko Vujin traf zum Anschluss. Wie hart umkämpft die Partie war, zeigte eine Szene in der 13. Minute: Beim Nachsetzen nach einem Abpraller traf Uwe Gensheimer Niclas Ekberg mit voller Wucht im Gesicht, mit blutender Nase und einem ordentlich brummenden Schädel musste der Schwede auf die Bank, während Gensheimer für diese Aktion eine von nur zwei Gäste-Zeitstrafen aufgebrummt bekam.

Allerdings konnten die Zebras aus dieser Überzahl nur wenig Kapital schlagen, auch wenn Alfred Gislason bereits früh rotieren ließ: So fügte sich Nilsson mit einem 101-km/h-Wurf zum 3:3 ein, allerdings sorgten mehrere technische Fehler im Angriff für den 3:5-Rückstand. Da war bereits eine Viertelstunde gespielt - und es wurde weiter verbissen um jeden Ball gefightet. Vujin hielt die Kieler dabei genauso im Rennen wie Niklas Landin, doch nach dem 5:6 musste der THW ein wenig abreißen lassen. Auch, weil Corrales, der den Vorzug vor dem lautstark begrüßten Thierry Omeyer erhielt, sich nun gleich mehrfach auszeichnen konnte. Sagosens vierter Treffer bedeutete das 8:5 für die Gäste, die ihren Vorsprung kurz darauf durch einen Konter von Kounkoud auf 10:6 ausbauten, ehe Gensheimer nach einem weiteren technischen Fehler des THW vier Minuten vor dem Pausenpfiff gar zum 12:7 treffen konnte. Aber die Kieler steckten nicht auf: Nilsson hämerte den Ball zum 8:12 in die Maschen, Patrick Wiencek narrte im Kleingruppenspiel mit Nikola Bilyk die PSG-Defensive zum 9:12, und als Vujin mit der Schluss-Sirene einen Siebenmeter verwandelte, war der THW Kiel wieder in Reichweite gekommen. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die lautstarken Heim-Fans ihre Mannschaft in die Kabine.

In die zweite Halbzeit ging es mit Verspätung: Erst gab es Probleme mit der Hallen-Uhr, dann mit dem Licht. Niklas Landin behielt trotzdem den Durchblick, schnappte sich einen freien Wurf von Luka Karabatic - weil auf der anderen Seite aber auch Corrales gegen Bilyk die Oberhand behielt, konnte Remili auf 13:10 erhöhen. Doch nun war es ein offenes Rennen: Ole Rahmel, für den angeschlagenen Ekberg gekommen, netzte bei seiner Königsklassen-Premiere aus ganz spitzem Winkel zum 12:14 ein. Doch die Aufholjagd wurde einmal mehr jäh ausgebremst: Nilsson fand seinen Meister in Corrales, und Uwe Gensheimer bedankte sich für zwei weitere Fehler der Zebras mit einem Gegenstoß-Dreierpack zum 17:12, dem Sagosen nach einem Zeitz-Fehlwurf das 18:12 folgen ließ (38.). Doch auch von diesem Sechs-Tore-Rückstand ließen sich die Kieler nicht schocken: Mit 105 km/h gab Zeitz das Signal zur Attacke, dem Wiencek per Heber das 14:19 folgen ließ. Sechs Minuten lang kassierte die THW-Abwehr kein Gegentor aus dem Feld, ackerte, bewegte sich schnell und machte im Zusammenspiel mit Landin die Räume eng: Dahmke sicherte sich im Tiefflug den spektakulärsten Steal der Partie, Rahmel verwandelte die Vorlage zum 15:19. Und als Zeitz Wiencek bediente, war der THW erneut dran.

Jetzt war es ein Auf und Ab - doch nach Emil Frend Öfors' erstem Königsklassen-Tor zum 18:21 war es erneut die fehlende Abgezocktheit der jungen THW-Mannschaft, die eine weitere Aufholjagd verhinderte: Erst schloss Nilsson zu unplatziert ab, dann scheiterte Frend Öfors an Corrales, im Gegenzug kassierte Toft Hansen eine Zeitstrafe. Landin parierte zwar den folgenden Hansen-Strafwurf, dann rutschte Nilsson weg, wovon Kounkoud profitierte: Dem 22:18 ließ Luka Karabatic vom Kreis das 23:18, und nach einer weiteren Corrales-Glanztat machte Gensheimer mit dem Tor zum 24:19 (55.) alles klar. Noch einmal kam der THW heran - unter anderem mit einem Treffer von Niklas Landin - doch die Zeit reichte nicht mehr aus, um PSG noch ernsthaft zu gefährden. Am Ende gab es für den couragierten Auftritt der Zebras gegen den absoluten Königsklassen-Top-Favoriten zwar viel Applaus von den Rängen, die Punkte nahmen aber die Gäste mit in den Charterflieger zurück nach Paris.

Weiter geht's für die "Zebras" am Donnerstag in der DKB Handball-Bundesliga: Die Kieler reisen zur HSG Wetzlar und kämpfen in der ausverkauften Rittal-Arena um zwei wichtige Punkte. Anwurf ist um 19 Uhr, Sky Sport überträgt live. Am Sonntag darauf richtet sich der Blick wieder auf die VELUX EHF Champions League - erstmals muss der THW auch in der Königsklasse auswärts ran: Beim polnischen Meister KS Kielce, Champions-League-Sieger 2016, wartet um 18:30 Uhr (live auf Sky) eine echte Mammut-Aufgabe auf die "Zebras". Diese empfangen dann am Mittwoch, 27. September, den dänischen Meister Aalborg Handbold in der Sparkassen-Arena. Für die Partie gegen die Dänen, die am ersten Spieltag der SG Flensburg-Handewitt lange Zeit Paroli boten, am Ende aber knapp mit 27:30 unterlagen, gibt es noch Karten in allen Kategorien. Erhältlich sind diese an allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter der Hotline 01806 30 02 34 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem deutschen Mobilfunknetz) und im Online-Ticket-Shop des THW Kiel. Auf geht's, Kiel!

VELUX EHF Champions League, 1. Spieltag: THW Kiel - Paris Saint-Germain: 22:25 (10:12)

THW Kiel: Landin (1.-60., 14/1 Paraden, 1 Tor)), Wolff (n.e.); Firnhaber, Toft Hansen, Weinhold, Dissinger, Wiencek (3), Ekberg (1/1), Zeitz (2), Frend Öfors (1), Rahmel (4), Dahmke, Zarabec, Vujin (5/1), Bilyk (1), Nilsson (4); Trainer: Gislason

Paris Saint-Germain: Corrales (1.-60., 14/1 Paraden), Omeyer (3 Siebenmeter, 0 Paraden); Gensheimer (5), Möllgaard, Stepancic, Sagosen (6), Kounkoud (3), Damjanovic, Remili (4), Abalo, L. Karabatic (2), Hansen (5/2), Narcisse, N. Karabatic, Nahi; Trainer: Serdarusic

Schiedsrichter: Matija Gubica / Boris Milosevic (Kroatien)
Strafzeiten: THW: 3 (Dissinger (9.), Firnhaber (43.), Toft Hansen (52.))/ PSG: 2 (Gensheimer (13.), Remili (55.))
Siebenmeter: THW: 4/2 (Corrales hält Ekberg (19.), Vujin an die Latte (53.)) / PSG: 3/2 (Landin hält Hansen (52.))

Spielfilm: 0:1 (5.), 0:2 (8.), 1:2 (11.), 2:2, 3:3 (13.), 3:5 (15.), 5:6 (16.), 5:8 (22.), 6:10 (25.), 7:12 (26.), 10:12.; 10:13, 11:13 (33.), 12:14, 12:18 (38.), 14:19 (43.), 16:19 (45.), 17:20, 18:21 (49.), 18:24 (55.), 21:24 (59.), 22:25.

Zuschauer: 9.500 (Sparkassen-Arena, Kiel)

THW-Trainer Alfred Gislason: Wir haben heute sehr nervös gespielt, Niklas Landin hat stark gehalten und uns vor einem noch höheren Rückstand bewahrt. Meine Mannschaft hat gekämpft, aber insgesamt haben wir uns zu viele Fehler erlaubt, sodass PSG sogar noch höher hätte gewinnen können. Wir sind an einer starken Defensive unseres Gegners und auch ein bisschen an uns selbst gescheitert. Trotz allem können wir für die Bundesliga auf dieser Leistung aufbauen. Glückwunsch an Paris zu einem verdienten Sieg.

PSG-Coach Noka Serdarusic: Ich bin froh, dass wir das erste Königsklassen-Spiel gewonnen haben. Beide Mannschaften haben heute in der Offensive noch viel Luft nach oben gehabt, dafür standen beide Teams exzellent in der Abwehr. Wir waren dort in den ersten 20 Minuten noch ein bisschen stärker als der THW, das hat den Unterschied ausgemacht und uns letztlich den Sieg beschert.

PSG-Torhüter Rodrigo Corrales: In der ersten Halbzeit haben wir unglaublich gut in der Abwehr gestanden. Das hat es uns ermöglicht, ein wenig wegzuziehen. Und dieses Glück hatten wir immer dann, wenn der THW wieder näher gekommen ist. Das waren zwei wichtige Punkte. Diese zu gewinnen, war unser Ziel.

THW-Rechtsaußen Ole Rahmel: Wir haben heute einen großen Kampf abgeliefert, aber einfach zu viele Fehler gemacht. Gegen eine Mannschaft wie Paris wird das bestraft. Meine Champions-League-Premiere hätte ich natürlich gerne gewonnen.

 

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17.10.2017 19:00
DHB-Pokal, Achtelfinale
  
Bergischer HC - HSG Wetzlar 0 : 0
17.10.2017 20:00
DHB-Pokal, Achtelfinale
  
HC Erlangen - FA Göppingen 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 17.10.2017 02:06:09
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