Auswärts in Veszprem

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 Dem THW Kiel steht eine der schwersten Auswärtsaufgaben in der VELUX EHF Champions League bevor: Die Kieler reisen direkt aus Nürnberg, wo die Zebras am Donnerstagabend beim HC Erlangen klar mit 31:20 gewannen, weiter nach Ungarn.

Am Sonntag werden sie von 5.019 frenetischen Fans in Rot empfangen - und vom bisher ungeschlagenen Tabellenführer der Gruppe B, dem ungarischen Top-Team von Telekom Veszprem. Anpfiff in der ausverkauften Veszprem-Arena ist um 17 Uhr, Sky zeigt das "Match of the week" der Königsklasse live.

Es ist so etwas wie der Klassiker der vergangenen Königsklassen-Jahre: Das Duell zwischen dem deutschen Rekordmeister und seinem ungarischen Pendant. Satte elf Mal kreuzten beide Teams seit Oktober 2012 die Klingen in der VELUX EHF Champions League, allein sechs Mal davon in den letzten drei Jahren. Diese sechs Partien sorgten dafür, dass in der Gesamtstatistik zuletzt das Pendel klar in Richtung der Ungarn ausschlug. Denn fünf dieser zumeist hitzigen Begegnungen entschied die Mannschaft aus der Stadt der ungarischen Königinnen für sich (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Nicht nur deshalb reisen die "Zebras" nicht unbedingt als Favorit an den Balaton: Zuletzt verlor Telekom Veszprem im Februar dieses Jahres ein Heimspiel, mit der perfekten Bilanz von 6:0 Punkten aus drei Spielen stehen Momir Ilic, Laszlo Nagy & Co. ungeschlagen an der Spitze der Gruppe B, während die Kieler mit einem Sieg aus drei Spielen derzeit das Tabellenende "zieren".

Der ungarische Meister verzichtet in dieser Saison auf die Teilnahme an der multinationalen Seha-League, um sich ganz auf sein großes Ziel zu konzentrieren: Der Dauergast beim "VELUX EHF Final4" will endlich den Titel in der Königsklasse gewinnen. Dafür griffen die Ungarn auch zu unpopulären Maßnahmen, verabschiedeten die Clublegenden Peter Gulyas und Gergö Ivancsik in die Nachwuchsarbeit, Mittelmann Chema Rodriguez wurde in Richtung Frankreich zu Igor Anics Ex-Club Saran geschickt und Marko Kopljar nach Berlin transferiert. Außerdem wurde der Vertrag mit dem lange Zeit erkrankten Ivan Sliskovic aufgelöst. Im Gegenzug griff Telekom Veszprem einmal mehr tief in die gut gefüllten Taschen und holte sich mit Flensburgs Ljubomir Vranjes einen erfahrenen Coach, der weiß, wie man die Königsklasse gewinnt. Denn nicht weniger als der Titel ist das Ziel des Clubs, der in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert.

Und natürlich wurde einmal mehr auch in den Kader investiert, in dem mit dem außergewöhnlichen Torwart-Duo Mirko Alilovic/Roland Mikler, den Außen Cristian Ugalde, Gasper Marcuc und Dragan Gajic, den Kreisläufern Andreas Nilsson und Blaz Blagotinsek, den Abwehrstrategen Timuszin Schuch, Mirzad Terzic und Renato Sulic sowie den Rückraumspielern Ilic, Nagy, Mate Lekai oder Gabor Ancsin bereits vor der Saison Final4-Recken mit der Erfahrung aus vielen hundert Länderspielen standen. Verstärkt wurde das Team mindestens ebenso namhaft: Von Paris Saint-Germain wechselte der französischen Olympiasieger und jeweils zweifache Welt- und Europameister William Accambray an den Balaton. Von den Füchsen Berlin kam mit dem Norweger Kent Robin Tönnesen einer der besten Linkshänder der vergangenen Handball-Bundesliga-Saison und mit Dejan Manaskov ein trickreicher Linksaußen vom deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen. Zudem kann Vranjes im Rückraum auf die Wurfgewalt von Rückkehrer Iman Jamali vertrauen.

Allerdings fehlt in dem ungarischen Star-Ensemble ein Name: Aron Palmarsson. Der ehemalige Kieler, bereits mit einem Vertrag beim FC Barcelona für die kommende Spielzeit ausgestattet, beendete mit einer SMS an den Trainer, dass er nicht mehr für Veszprem spielen würde, seine Karriere bei den Roten. Vranjes warf Palmarsson daraufhin aus dem Team. Beide Clubs konnten sich bisher nicht auf eine Ablöse einigen, der Isländer hält sich nun in seiner Heimat mit individuellem Training fit. Weil eine vorzeitige Verpflichtung von Kentin Mahé, der aus Flensburg 2018 nach Veszprem wechseln wird, nicht möglich war, setzt Vranjes nun weiterhin auf Lekai auf der Mittelposition. Und das mit Erfolg: Alle drei bisherigen Königsklassen-Partien entschied Veszprem für sich. Zum Auftakt gab es ein 39:31-Torfestival in Celje, zu dem Lekai neun Treffer beisteuerte, die SG Flensburg-Handewitt wurde in einer dramatischen Partie mit 28:27 niedergerungen. Wieder traf Lekai neunmal. Zuletzt gewannen die Ungarn beim heimstarken weißrussischen Meister Meshkov Brest mit 29:26. Bester Torschütze? Natürlich Lekai (8 Tore).

Für den THW Kiel ging es nach der erfolgreichen Bundesliga-Partie in Erlangen nicht nach Hause: Die "Zebras" kehrten nicht zurück nach Kiel, sondern übernachteten im Trainingslager-Hotel in Herzogenaurach und trainierten am Freitag in der Halle, in der sie auch in der Vorbereitung viele Stunden absolvierten. Samstag früh geht es für sie dann mit dem Flugzeug aus Franken via München nach Wien. Dort schließt sich eine gut zweieinhalbstündige Busfahrt in die gut 200 Kilometer entfernte "Stadt der Königinnen" an, ehe das Abschluss-Training in einer kleinen Halle in Veszprem stattfinden wird. Am Sonntag wartet dann das "Match of the week": Schiedsrichter der Begegnung sind Evgeny Zotin und Nikolay Volodkov aus Russland, als EHF-Delegierter trägt der Tscheche Jiri Konecny die Verantwortung.

Sky wird - wie gewohnt - die Partie aus Veszprem, von der EHF als "Match of the week" klassifiziert, live übertragen. Die schwere Auswärtsaufgabe in Veszprem wird die Zebras fordern: Auf geht's, Kiel!

 

Ergebnisdienst Pokal

04.03.2018 15:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
HSG Wetzlar - TVB 1898 Stuttgart 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 15.12.2017 11:30:29
Legende: ungespielt laufend gespielt