THW Kiel trifft auf RK Celje

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Nach zuletzt zwei Auswärtsspielen kehrt der THW Kiel am Sonntag endlich zurück in sein "Wohnzimmer": Um 17 Uhr empfangen die "Zebras" in der "VELUX EHF Champions League" den slowenischen Rekordmeister RK Celje Pivovarna Lasko.

Dabei gibt es ein Wiedersehen mit einem ehemaligen Kieler: Kreisläufer Igor Anic ist mit mittlerweile 30 Jahren in der Mannschaft der Super-Talente der erfahrenste Spieler. Für das Heimspiel gegen RK Celje, bei dem die "Zebras" einmal mehr auf die Unterstützung der "weißen Wand" bauen, gibt es online, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und am Sonntag ab 15 Uhr an der Tageskasse noch Tickets.

Drei Jahre lang spielte Miha Zarabec für den slowenischen Abonnement-Meister und gewann mit ihm einige Titel. 21 Mal wurde der Verein aus der 48.000-Einwohnerstadt nationaler Meister - bei drei Meisterschaftsgewinnen stand Zarabec mit ganz oben auf dem Treppchen. So ist es mehr als verständlich, dass am Sonntag eine nicht ganz alltägliche Partie in der VELUX EHF Champions League auf den wieselflinken THW-Mittelmann wartet: "Ich freue mich auf das Spiel, für mich ist es sehr emotional", gibt der 26-Jährige etwas von seiner Gefühlswelt preis, schließt aber direkt im Anschluss selbstbewusst hintenan: "Ich weiß, dass wir die bessere Mannschaft sind, das müssen wir Sonntag vor unseren Fans und im Rückspiel in Celje zeigen." Zarabec weiß aber auch, dass die Kieler vor einer nicht ganz einfachen Aufgabe stehen: "Es ist immer schwer, gegen Celje zu spielen. Das ist eine richtig gute Mannschaft, die einen schnellen Handball spielt."

Tatsächlich ist der Rokometni Klub (Handball Klub) Celje Pivovarna Lasko eine der größten Talentschmieden Europas - mit einer großen Vergangenheit: 2004 setzte sich der Klub im Finale der Champions League in zwei Partien gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 34:28 und 28:30 durch. Auf Ewigkeit gehören Siarhei Rutenka, Uros Zorman, Renato Vugrinec, Dejan Peric & Co. zu den Helden einer handballverrückten Stadt, noch heute künden Bilder im Eingangsbereich der stimmungsvollen Zlatorog-Arena von den Großtaten dieser Mannschaft, an die der Verein nur zu gerne wieder anknüpfen möchte. "Es gibt allerdings nicht genug Geld für den Handball", beschreibt Zarabec eines der größten Probleme des Sports in Slowenien. "Celje hat ein Top-Team, und in den Jugendmannschaften gibt es viele Talente. Wenn diese aber mit ihrem Talent Geld verdienten wollen, dann müssen sie in andere Länder gehen, den Klub verlassen." Die Folge: Celje Pivovarna Lasko steckt eigentlich immer im Umbruch.

Auch vor dieser Spielzeit verließen wieder drei Leistungsträger die Blau-Gelben: Neben Zarabec zog es auch Kreisläufer Vid Poteko (Meshkov Brest, Weißrussland) und Rechtsaußen Blaz Janc (KS PGE Vive Kielce) ins Ausland. "In unserer Gruppe werden wir zwölf ehemaligen Celje-Spielern gegenüberstehen", hat Mannschaftskapitän David Razgor ausgerechnet. Größter Nutznießer der bisherigen Aufbauarbeit in Slowenien ist Telekom Veszprem, das gleich sieben ehemalige Celje-Akteure unter Vertrag hat. Deshalb musste Trainer Brank Tamse die vielleicht größte Talentschmiede Europas erneut neu aufstellen - und das mit Erfolg: Jüngst heizte die Truppe mit viel jugendlichem Elan sowie den beiden Youngstern Branko Vujovic (19) und Gal Marguc (20) - das Duo erzielte 17 Tore - der SG Flensburg-Handewitt kräftig ein, am Ende gewannen die Norddeutschen die Partie durch eine starke Schlussphase noch mit 33:28. Zuvor hatte Celje den Champions-League-Sieger 2016, KS Kielce aus Polen, mit 31:29 bezwungen und Brest ein Remis abgerungen. Beispiele für eine starke Mannschaf, die einen unglaublich schnellen Handball spielt. "Wir haben zu Hause gegen Kielce gewonnen, in Paris und zuletzt auch in Flensburg Stress gemacht und in Veszprem 50 Minuten lang super gespielt, ehe uns am Ende die Kräfte ausgingen", berichtet Ex-Zebra Igor Anic, der mit seinen 30 Jahren der Senior des Teams ist. Denn mit einem Durchschnittsalter von nur 23,3 Jahren verfügt Celje über den jüngsten Kader in der europäischen Königsklasse.

"Wir machen manchmal auch ein paar dumme Sachen, weil wir insgesamt ein bisschen unerfahren sind", so Anic, der mit voller Begeisterung auf den Sonntag blickt: "Ich freue mich riesig, wieder in der Sparkassen-Arena zu spielen, die Jungs wiederzusehen, das Publikum, die Halle, die Stadt." Gastgeschenke werde es für den THW Kiel aber nicht geben, unterstreicht der Kreisläufer: "Wir erwarten einen unheimlich harten Kampf. Wir werden versuchen, mit viel Kraft und schnellem Spiel nach vorne alles herauszuholen, was möglich ist." Dazu sollen auch die weiteren Rohdiamanten im Celjer Kader sorgen: Matic Groselj (20), Jaka Malus (21) sowie der spanische U21-Weltmeister Daniel Dujshebaev (20). Letzterer ist vom polnischen Verein KS PGE Vive Kielce, wo auch Bruder Alex seit dieser Serie spielt, lediglich ausgeliehen. Irgendwann möchte Vater Talant, Trainer Kielces, seine Söhne in einer Mannschaft zusammenspielen sehen.

Zuvor möchte aber auch Daniel Dusjshebaev dafür sorgen, dass der Verein mit der meisten Teilnahmen an der Königsklasse, in 25 Jahren VELUX EHF Champions League fehlte Celje nur zweimal, zum 13. Mal die K.o.-Runde erreicht. Aktuell steht der slowenische Rekordmeister auf Rang sieben - mit nur einem Punkt Rückstand auf Kielce. Bester Torschütze der Blau-Gelben ist der 27-jährige Rückraum-Linkshänder Mlakar Ziga (36) vor Rechtsaußen Marguc (32) und Mittelmann Malus (20). Am Sonntag trifft der THW Kiel zum neunten Mal auf RK Celje Pivovarna Lasko (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv), fünf "Zebra"-Siegen stehen zwei Niederlagen und ein Remis gegenüber. Das 23:23 in Celje im November 2015 war die bisher letzte Begegnung beider Teams.

Die Sparkassen-Arena öffnet am Sonntag um 15 Uhr die Türen, zeitgleich öffnet auch die Tageskasse für diejenigen, die kurzfristig noch Teil der "weißen Wand" in der Königsklasse werden wollen. Zuvor hat man an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in Kiel zum Beispiel im Ticketcenter der Arena, bei CITTI und famila, die Möglichkeit, sich noch Karten (ab 14,50 Euro) zu sichern. Bis zum Anpfiff geht das auch ohne Schlangestehen online (mit der Print@Home-Variante zum Selbstausdrucken) im THW-Ticketshop. Angepfiffen wird die Partie um 17 Uhr vom ungarischen Unparteiischen-Gespann Péter Horváth/Balázs Marton, als EHF-Delegierter wird der Tscheche Ivan Dolejs das Spiel begleiten, das Sky live überträgt. Auf geht's in die Arena, Kiel!

 

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