Löwen in Skopje gefordert

Foto: Jürgen Pfliegensdorfer

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Sollte die Niederlage von Melsungen einigen Löwen-Spielern Alpträume oder eine schlaflose Nacht beschert haben, war es zumindest schnell vorbei damit. Um 5.30 Uhr am Freitagmorgen klingelten die Wecker auf den Zimmern des Hotels am Frankfurter Flughafen.

Aufstehen, anziehen und zum Bus, rein in den Frankfurter Flughafen und ab Richtung Mazedonien. Das Marathon-Programm des Deutschen Handball-Meisters kennt in diesen Tagen keine Gnade und beschert den Löwen die zweite „Monsterwoche“ der Saison, die am frühen Samstagabend um 17.30 Uhr im Gastspiel beim amtierenden Champions-League-Sieger Vardar Skopje gipfelt.

Während Anfang Oktober in einer ähnlich turbulenten Woche mit vier Spielen in sieben Tagen zumindest drei Partien zuhause in der SAP Arena dabei waren, sammeln die Löwen derzeit Flug- und Autobahnkilometer wie eine hochmotivierte japanische Reisegruppe. Nach Leipzig und Barcelona am vergangenen Wochenende ging es am Mittwoch nach Melsungen und in aller Herrgottsfrühe am Freitag über Wien nach Skopje. Alles in allem kommen da mehr als 5000 Kilometer zusammen – und das in knapp acht Tagen. „Wir werden jetzt nicht jammern und ein Alibi suchen, weil wir so viel unterwegs sind“, sagte Löwen-Kapitän Andy Schmid nach dem 26:29 bei der MT Melsungen am Donnerstagabend. Und Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter des Löwen-Trosses, schob in der Pressekonferenz nach der Niederlage in Nordhessen nach: „Wir werden ganz bestimmt keine Ausreden dafür suchen, warum wir nicht unsere Leistung aufs Parkett gebracht haben.“

Skopje ist für die Löwen ein besonderer Gegner. In sechs Partien gab es gegen den vom mazedonischen Millionär Sergey Samsonenko geführten Klub nur zwei Siege – bei vier teils deftigen Pleiten. Die jüngste davon setzte es in der Gruppenphase der VELUX EHF Champions League-Saison 2016/17, damals gingen die Löwen im Heimspiel mit 27:33 baden. Auswärts allerdings rehabilitierten sich die Löwen und gewannen mit 29:26, was zugleich den bisher einzigen Erfolg in Mazedoniens Hauptstadt markiert. Dem einen weiteren folgen zu lassen, ist das Ziel des Deutschen Meisters – egal, wie sehr sich die Reisestrapazen in den Beinen und Köpfen niederschlagen. Mit einem Sieg, so die Löwen-Rechnung, könnte man Vardar tatsächlich den Triumph in Gruppe A streitig machen und am Ende direkt ins Viertelfinale einziehen.

Großen Respekt vor der Aufgabe hat Andy Schmid, der in Skopje eine Atmosphäre erwartet, die er so intensiv aus kaum einer anderen Sporthalle Europas kennt. Über den Gegner selbst sagt er: „Die Mannschaft ist einfach Weltklasse. Wir stehen vor einem der schwierigsten Auswärtsspiele, die der Wettbewerb zu bieten hat.“ Bei aller Anerkennung für Skopje sieht Schmid die Löwen in der Lage, sich an einem guten Tag „einen oder zwei Punkte zu krallen“. Dass das alles andere als einfach ist, wird jedem bewusst, der nur einen flüchtigen Blick auf den Kader des Titelverteidigers wirft: Da steht mit Arpad Sterbik eine lebende Handball-Legende im Tor, mit Luka Cindric eines der größten Spielmacher-Talente auf Rückraum Mitte, mit Joan Canellas ein Ausnahmekönner im linken Rückraum. Und auf Rechtsaußen gibt es ein weiteres Wiedersehen mit dem ehemaligen Löwen Ivan Cupic, der von 2010 bis 2012 in Gelb und Blau auflief.

In Sachen Ergebnisse kann sich die Saison von Vardar ebenfalls sehen lassen. Während die Löwen nach Flensburg Anfang September nun die erste Niederlage nach 17 Spielen ohne Pleite hinnehmen mussten, hat sich Skopje noch komplett schadlos gehalten und kann auf 14 Partien mit 13 Siegen und einem Unentschieden verweisen. Zuhause sind die Mazedonier noch gänzlich ohne Punktverlust. Aus Löwen-Sicht wird es also höchste Zeit, das zu ändern. Zumal man sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in knapp einer Woche verschaffen möchte, wenn man beim Löwen Fan-Tag nach neun Auswärtsspielen in Folge die Rückkehr in die SAP Arena feiert. Verbunden ist das mit der nächsten Höchstleistung, die da heißt: zweimal in acht Tagen gegen eine von Europas besten Mannschaften anzutreten.

Einen besonderen Beigeschmack hat die Partie für Filip Taleski. Der Mann mit der Nummer 28 spielte bis zu seinem Wechsel zu den Löwen insgesamt acht Jahre in Skopje – allerdings nicht für Vardar, sondern für den Stadtrivalen Metalurg.

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