Löwen wollen in Zagreb bestehen

Foto: Jürgen Pfliegensdorfer

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Die Europa-Tournee der Rhein-Neckar Löwen geht in die nächste Runde: Am Mittwochabend um 19 Uhr steht der Deutsche Meister beim kroatischen Champion HC PPD Zagreb auf der Platte. Eine Aufgabe, die es in sich hat.

„Das wird ein richtig hartes Spiel in einer sicherlich sehr unangenehmen Atmosphäre“, sagt Oliver Roggisch. Der Sportliche Leiter der Löwen weiß genau, was ihn und die Mannschaft im Hexenkessel der Arena Zagreb erwartet. Die kroatischen Handball-Fans befinden sich bereits im Warm-up-Modus für die im Januar steigende Heim-EM. Da kommt ein Vergleich zwischen ihrem heimischen Top-Club und dem Deutschen Meister gerade recht. Obendrein geht es für die Kroaten mit Blick auf die Tabelle schon um sehr viel: Wollen sie Kristianstad von Platz sechs und damit dem letzten Rang, der noch für die Achtelfinal-Teilnahme berechtigt, verdrängen, sollte gegen die Löwen schon ein Heimsieg her.

Die Schweden haben momentan sechs, die Kroaten gerade einmal zwei Punkte. „Wir wissen, dass das von der Kulisse und von der Konstellation her ein besonderes Spiel für Zagreb ist, dass sie da noch einmal fünf Prozent extra mobilisieren werden“, weiß Oli Roggisch, worauf sich die Löwen einzustellen haben. Am Dienstagabend startet der Flieger Richtung Balkan, rund 24 Stunden später geht es dann zur Sache. Es ist der zehnte Spieltag von Gruppe A in der VELUX EHF Champions League. Wollen die Löwen Rang zwei und damit die derzeitig bestmögliche Ausgangsposition hinter dem enteilten Spitzenreiter Vardar Skopje anpeilen, ist ein Sieg in Zagreb Pflicht. „Wir wollen mit breiter Brust auftreten, mit einer guten Körpersprache, und den Kampf annehmen“, gibt „The Rogg“ die Richtung vor.

Mit Zagreb haben die Löwen so ihre Erfahrungen gemacht. In der CL-Saison 2015/16 warfen die Kroaten den Deutschen Meister überraschend aus dem Wettbewerb. Insgesamt gestaltet sich der direkte Vergleich aber positiv. In elf Begegnungen gingen die Gelben sechsmal als Sieger vom Platz, bei zwei Niederlagen und drei Unentschieden. Das jüngste Duell am 12. Oktober dieses Jahres in der SAP Arena gewannen die Löwen mit 31:24.

Personell erwartet Oli Roggisch nicht die allergrößte Rotation. „Wir werden schon versuchen, viel zu wechseln, sind dazu aber nicht so sehr gezwungen wie zuletzt“, verweist der Sportliche Leiter auf die wieder länger gewordenen Pausen zwischen den Spielen. Dabei wolle man auf jeden Fall den Schwung aus dem gelungenen Duell mit Skopje am Sonntag beim Fan-Tag in der SAP Arena mitnehmen. Das 21:21 sei für alle Anlass gewesen, sich über die starke Leistung zu freuen – wenngleich es am Ende mit etwas mehr Glück auch ein Sieg hätte sein können. Apropos Sieg: Den vorerst letzten Punkte-Doppelpack holten die Löwen am 11. November beim 29:23 in Leipzig. Danach gab es zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Deshalb sagt Roggisch auch ganz klar: „Egal, wie es in der Gruppe aussieht: Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Das ist auch einfach wichtig für die Stimmung – und macht vieles leichter.“

Leicht war die Einstellung der Mannschaft auf Zagreb nicht gerade. Im Gegenteil: Für Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen lief die Vorbereitung unter erschwerten Bedingungen. „Die haben gerade den Trainer gewechselt“, verweist der dänische Meistercoach auf die Personal-Rochade auf dem Chefsessel der Kroaten, die aus Sicht des Deutschen Meisters zu keinem schlechteren Zeitpunkt hätte kommen können. So gibt es genau eine Partie, in der man den Gegner unter der neuen Regie beobachten kann: Das 24:32 gegen den FC Barcelona am vergangenen Donnerstag.

Die Premiere für den Neu-Coach ging dabei gründlich daneben. Seit gerade einmal sieben Tagen ist Zlatko Saracevic verantwortlich für die Mannschaft. Was ihm hilft: Der 56-Jährige kennt Verein und Spieler bestens. 2010 kam er zum HC PPD, stieg zunächst als Jugend-Trainer ein. 2013 wechselte er als Co-Trainer zur ersten Mannschaft. „Ich bin mir bewusst, was vor mir liegt“, sagt Saracevic zu seiner durchaus heiklen Mission. „Ich akzeptiere diese Herausforderung, auch wenn wir oftmals unrealistisch in unseren Erwartungen sind. Mit Ausnahme von Tin Lucina und Josip Eres habe ich alle Spieler bereits im Laufe ihrer Karriere einmal trainiert und ich kann sagen, dass wir ein sehr gutes Team haben“, wird der in Bosnien-Herzegowina geborene Kroate zitiert.

Dass es dennoch zum Rausschmiss seines Vorgängers Kasim Kamenica kam, liegt insbesondere am aktuellen Abschneiden: In der SEHA League befinden sich die Kroaten mit Platz fünf deutlich hinter den eigenen Ansprüchen, in der Champions League gab es in neun Partien noch keinen einzigen Sieg. Dabei ist der Kader durchaus ordentlich bestückt, laufen unter anderem mit Igor Vori, Zarko Markovic und Zlatko Horvat Spieler von absoluter Spitzenklasse auf.

Eine deutliche Schwächung dieses im Grunde hoch solide aufgestellten Teams bedeutet allerdings der Abgang von Stipe Mandalinic. Das Rückraum-Ass hat den bereits für die Winterpause fixierten Wechsel von Zagreb nach Berlin vorgezogen und kann ab sofort für die Füchse auflaufen. Für Oli Roggisch ist das aber kein Vorwand, den Gegner weniger ernst zu nehmen: „Wir haben ja auch schon selbst gezeigt, dass man solche Verluste als Mannschaft kompensieren kann und dass andere Spieler, die dann mehr Einsatzzeit bekommen, in die Bresche springen.“

Apropos in die Bresche springen: Für den nach wie vor grippeerkrankten Momir Rnic fliegt Maximilian Trost für die Löwen mit nach Zagreb. Kristian Bliznac, der gerade Vater geworden ist, bekommt keinen Ersatz. Die Partie wird live auf Sky Sport 1 gezeigt, die Übertragung beginnt um 18.45 Uhr.

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