Hungrige Szegediner überrumpeln Löwen-Abwehr

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

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Zweites Pflichtspiel im Jahr 2018, erster Dämpfer: Nach dem Rekordspiel gegen Lemgo in der Bundesliga haben die Rhein-Neckar Löwen am Sonntagabend in der VELUX EHF Champions League die starke Form nicht bestätigen können. Gegen die Ungarn von MOL-Pick Szeged gab es eine 35:37 (17:15)-Niederlage.

Dabei sahen 2500 Handballfans im ausverkauften Harres in St. Leon-Rot ein echtes Offensivspektakel, bei dem den Löwen am Ende ein wenig die Luft ausging. Bester Werfer des Deutschen Meisters war Mads Mensah mit neun Toren. Bei Szeged traf Ivan Srsen siebenmal.

Durch die Niederlage sind die besten Plätze in der Gruppenphase nicht mehr zu erreichen. Immerhin stehen die Löwen nach wie vor auf Platz vier, den sie auch weiterhin verteidigen wollen. „Wir wollen Szeged hinter uns lassen“, gab Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen die Parole für die letzten noch anstehenden Gruppenspiele aus. Mit der Leistung seiner Mannschaft konnte er derweil nicht zufrieden sein. „Es haben die letzten zehn Prozent gefehlt“, sagte der dänische Meistertrainer. „Vor allem Banhidi am Kreis hat uns richtig Probleme gemacht. Überhaupt haben wir in der Abwehr uns nicht die Hilfe gegeben, wie wir das sonst machen.“ MOL-Pick Szeged traf so fast nach Belieben, führte in der zweiten Halbzeit nach kurzer Anlaufphase fast durchgängig und ließ sich auch durch zahlreiche taktische Umstellungen der Löwen nicht aus der Ruhe bringen.

Das erste Ausrufezeichen im Spiel allerdings setzt Mikael Appelgren, der Mario Sostarics freien Wurf mit der rechten Löwen-Tatze wegfischt. Auf der Gegenseite bringt Gudjon Valur Sigurdsson mit einem feinen Dreher das 1:0 auf die Anzeigetafel. Danach entwickelt sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Patrick Groetzki zaubert einen eigentlich zu langen Ball von Appelgren an Szegeds Schlussmann Jose Manuel Sierra vorbei, kein paar Sekunden später schlägt Ivan Srsen zu, wieder nur einen Wimpernschlag danach sitzt die Keule von Mads Mensah zum 3:3. Hendrik Pekelers Treffer bedeutet das achte Tor in sechs Minuten: Die Partie steht direkt unter Volldampf.

Das gilt insbesondere für Mikael Appelgren, der nach acht Minuten vier Paraden bei fünf Gegentoren stehen hat. Weil seine Vorderleute im Angriff zu hektisch agieren, zahlreiche Würfe verziehen, legt Coach Jacobsen dennoch früh die grüne Karte (4:6, 10.). Mads Mensah bringt die Gastgeber prompt auf 5:6 ran. Appelgren hält, Mensah legt nach: Nach zwölf Minuten steht es 6:6. Pekeler setzt noch einen drauf und bringt die Löwen nach dem 1:0 erstmals wieder in Front. Als Alex Petersson das 8:6 erzielt, der Löwen-Lauf auf 3:0 anwächst, nehmen auch die Szegediner ihre erste Auszeit.

Mensah stört das nicht groß, er läuft jetzt richtig heiß, erzielt die Treffer vier und fünf zum 9:6 und 10:6. Nicht minder „on fire“ zeigt sich Meister Appelgren im Tor, hält in Minute 16 bereits seinen siebten Wurf. Gegen Stas Skube hat er dann aber das Nachsehen, die Ungarn stoppen die gelbe Welle nach fünf Treffern am Stück. Mensah packt den nächsten Hammer aus: 11:7. Szeged bleibt dran, will sich nicht weiter abschütteln lassen – und profitiert von weiteren Ungenauigkeiten im Löwen-Angriff. Verlass ist auf Appelgren, der beim 13:10 seine neunte Parade anbringt, und das bei einem Siebenmeter. Kollege Harald Reinkind münzt das ins 14:10 um. Bence Banhidi und Jonas Källman verkürzen auf 14:12, ehe Rafael Baena mit dem 15:12 gegenhält. Trotz Einsatzes des siebten Feldspielers können sich die Löwen nicht weiter absetzen, in die Pause geht es mit 17:15.

Nach der Pause erhöhen die Ungarn ihren Lauf auf 3:0, Bence Banhidi macht am Kreis sein viertes Tor. Die richtige Antwort hat Harald Reinkind parat, trifft per Kempa zum 18:16. Srsen und Goncalves bringen Szeged den ersten Ausgleich seit dem 6:6 – die Partie ist wieder völlig offen. Im Sieben-gegen-sechs schlägt nun Rafael Baenas Stunde, zweimal trifft der Spanier für die Löwen. Der dritte Anlauf scheitert an Sierra, Goncalves befördert die Kugel ins leere Tor zum 20:21. Der Spieler/Torwart-Wechsel funktioniert in dieser Phase gar nicht, Szeged zieht auf 23:25 weg – Zeit für Redebedarf mit Niko Jacobsen.

Nach der zweiten Löwen-Auszeit besorgt Reinkind den 24:25-Anschlusstreffer, Schmid packt den Ausgleich obendrauf. Die rasante Partie liefert Tore am Fließband, beste Unterhaltung für die 2500 Fans im ausverkauften Harres. Jetzt ist auch Mikael Appelgren wieder da, nimmt zwei freie Würfe der Gäste weg. Nach wie vor zeigen beide Teams Tempo-Handball mit hoher Fehlerquote. Sigurdsson scheitert zweimal in Folge, Szeged kann sich wieder auf zwei Tore absetzen. Pekeler mit feinem Händchen hält den Anschluss (26:27, 44.).

Beim 27:29 muss Reinkind mit zwei Minuten runter. Jetzt heißt es beißen. Das tun die Löwen, Pekeler bringt das 28:29 in Unterzahl. Auf der Gegenseite hilft die Latte – und schon ist der Deutsche Meister wieder voll im Spiel. Zumal Appelgren gegen Goncalves einen „Freien“ wegnimmt, die Halle tobt. Die Fans wollen der Mannschaft jetzt den Extra-Kick verschaffen, erheben sich von den Plätzen. Gedeón Guardiola im Nachfassen erzielt dann auch tatsächlich das 30:30. Das Torfestival erreicht eine neue Dimension.

In den letzten acht Minuten bringt Jacobsen Andreas Palicka für Appelgren im Löwen-Tor. Der Meister braucht einen frischen Impuls, liegt 31:32 hinten und findet in der Abwehr nach wie vor keinen Zugriff auf die Ungarn, die in erster Linie über den Kreis und die Halben kommen. Palicka ist zweimal beim Siebenmeter nah dran, kann aber das 31:33 durch Ex-Löwe Sigurmannsson nicht verhindern. Beim 32:35 zieht Jacobsen den letzten Joker, versucht, per Auszeit noch einmal gegenzusteuern.

Die Löwen lösen die Abwehr auf, doch Szeged bleibt cool. Skube kontert das Tor von Petersson, Sierra hält gegen Schmid. Als Guardiola per Ballgewinn und Mensah mit dem 34:36 zur Aufholjagd blasen, nimmt Szegeds Trainerfuchs Juan Carlos Pastor die Auszeit. Auf den Rängen sitzt derweil niemand mehr. Umso schmerzhafter kommt das 34:37 durch Zhitnikov (59.). Szeged erweist sich in dieser Phase als abgebrüht und entschlossen genug, um die Überraschung in der „kleinen Löwen-Höhle“ klarzumachen. Nach 60 Minuten steht es 35:37 aus Löwen-Sicht. Ein Rückschlag in der VELUX EHF Champions League.

Rhein-Neckar Löwen – MOL-Pick Szeged 35:37 (17:15)

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (5), Bliznac, Sigurdsson (2), Radivojevic, Baena (3), Tollbring, Mensah (9), Pekeler (5), Groetzki (4), Reinkind (3), Taleski, Guardiola (1), Petersson (3)

MOL-Pick Szeged: Nagy, Sego; Källman (6), Bodo (2), Sigurmannsson (4/4), Goncalves (4), Fekete, Skube (3), Blazevic, Sostaric (3), Banhidi (4), Zhitnikov (3), Hegedüs, Rodriguez Alvarez (1), Srsen (7)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Juan Carlos Pastor

Schiedsrichter: Duarte Santos / Ricardo Fonseca (POR)

Zuschauer: 2500 (ausverkauft)

Zeitstrafen: 2 – 1

Strafminuten: Taleski (2), Reinkind (2) – Zhitnikov (2)

Siebenmeter: 1/1 – 4/5

MOL-Pick Szeged: Sigurmannsson scheitert an Appelgren

Spielfilm: 1:0, 1:1, 1:2, 2:3, 3:4, 4:5, 5:6, 7:6, 10:6, 11:7, 12:9, 13:10, 14:11, 14:12, 15:12, 16:13, 17:14, 17:15 (HZ), 17:16, 18:17, 19:18, 20:19, 20:21, 22:22, 23:23, 23:25, 25:25, 25:27, 26:28, 28:29, 29:30, 30:31, 31:32, 32:33, 32:35, 33:36, 34:36, 34:37, 35:37 (EN)

 

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