Beeindruckende Aufholjagd gegen Kielce

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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Das war Werbung für den Handballsport. Nach einer furiosen Aufholjagd rettete die SG Flensburg-Handewitt ein 32:32 (17:21) gegen PGE Vive Kielce und stockte ihre Bilanz in der Staffel B der VELUX EHF Champions League auf 15:7 Punkte auf. „Ich ärgere mich, dass wir praktisch mit dem

Schlusspfiff ein Tor kriegen, das uns den Sieg kostete“, sagte Maik Machulla. „Aber wenn man das ganze Spiel betrachtet, sollten wir mit dem Remis zufrieden sein.“

Der SG Coach musste sich etwas für den Mittelblock einfallen lassen: Kapitän Tobias Karlsson war bei seiner Frau, erwartete sein zweites Kind. Magnus Röd und Henrik Toft Hansen hatten die Aufgabe, die Räume von Kielce-Kreisläufer Julen Aguinagalde eng zu machen. Hampus Wanne setzte seinen Lauf aus der Erlangen-Partie fort. Würfe aus dem Lauf und ein Dreher glückten ihm. Und ein ganz „besonderer“ Siebenmeter: Der Schwede setzte den Ball an den Pfosten, der flog dann zum Glück an die Hacke von Torwart Slawomir Szmal und von dort ins Tor. Die „Hölle Nord“ bejubelte das 5:6.

Insgesamt kam Kielce besser aus den Startlöchern und schloss zunächst fast alle Angriffe erfolgreich ab. Zudem registrierte der Gast ein Plus bei den Abprallern. Ein Ausrufezeichen war gewiss der von Lasse Svan quer durch den Kreis aufgelegten Kempa-Trick, den Rasmus Lauge zum 7:8 abschloss. Die nächsten Angriffe liefen allerdings nicht so bilderbuchhaft. Die SG fiel auf 8:13 zurück.
Maik Machulla trommelte seine Jungs zusammen. Die nächste Phase wollte er es mit einem sieben Feldspielern versuchen. Er bot Simon Jeppsson und stellte Anders Zachariassen an den Kreis und in den Mittelblock. Als sich die SG gleich im ersten Versuch einen Distanzwurf fing, herrschte fast schon Schockstarre. Ein Sechs-Tore-Rückstand war schon ein ziemlicher Batzen.
Dann funktionierte das neue taktische Mittel besser. Als Lasse Svan einen Konter zum 12:15 abschloss, war die SG auf Tuchfühlung. Die dänische Achse mit Rasmus Lauge und Anders Zachariassen produzierte Erfolgserlebnisse. Allerdings bekam die Deckung Shooter Michal Jurecki nicht in den Griff. So marschierte die SG mit einem 17:21 in die Kabine.

Kevin Möller (s. Foto) hütete nun das SG Gehäuse und parierte nach zwei Minuten seinen ersten Wurf. Einige Missgeschicke verhinderten allerdings vorerst eine Aufholjagd. Als sich dann Henrik Toft Hansen und Magnus Röd binnen Kürze zwei Zeitstrafen kassierten, mussten sich die Gastgeber in doppelter Unterzahl bewähren. Das klappte gut, trotzdem war das 21:26 eine kräftige Aufgabe. Als ein weiterer Konter zum 23:29 stach, sprachen einige schon von einer Vorentscheidung. Aber es waren ja noch 16 Minuten zu spielen – und die Partien gegen Kielce haben ihre eigenen Gesetze.
Zwei eiskalt verwandelte Siebenmeter von Kentin Mahé nährten die Hoffnung. Als Magnus Röd zwei Mal die Lücke in der Kielce-Abwehr erkannte und durchbrach, hieß es nur noch 27:30. Zwei unglückliche Entscheidungen der Schiedsrichter heizten die Stimmung in der „Hölle Nord“ an. Zwei Team-Timeouts nahm Maik Machulla. Dann ging die Aufholjagd weiter. Anders Zachariassen traf zum 29:31. Keinen hielt es mehr auf den Sitzen. Rasmus Lauge übernahm nun viel Verantwortung. Ein sattes Geschoss unter die Latte, dann ab durch die Lücke – plötzlich hieß es 31:31. Rasmus Lauge genoss seine Emotionen mit der Nordtribüne.

Kevin Möller hielt, hatte aber Pech, dass seine Vorderleute nicht aufpassten. Dann parierte der Keeper tollkühn auch den nächsten Wurf – und die SG hatte den Ball. Mit voller Dynamik marschierte Rasmus Lauge über das Spielfeld und erzielte tatsächlich das 32:31. Die „Hölle Nord“ jubelte sich in Ekstase. Kielce hatte allerdings noch einen Angriff. Unmittelbar vor Schluss brach Blaz Janc über den rechten Flügel durch und traf aus spitzem Winkel. Tor und Entschieden! Es war ein großer Handball-Abend.

SG Flensburg-Handewitt – PGE Vive Kielce 32:32 (17:21)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (5 Paraden), Møller (9 Paraden, ab 31.) – Glandorf (), Mogensen (), Svan (), Wanne (), Jeppsson (), Zachariassen (), Toft Hansen (), Gottfridsson (), Lauge (), Mahé (), Rød ()

PGE Vive Kielce: Szmal (14 Paraden), Ivic (bei einem 7m) – Jurecki (), Bis, Dujshebaev (), Kus, Aguinagalde, Bielecki (), Jachlewski (), Strlek (), Janc (), Lijewski (), Jurkiewicz, Zorman (), Mamic (), Djukic ()

Schiedsrichter: Cacador/Nicolau (Portugal)

Zuschauer: 5300
Spielverlauf: 2:1 (2.), 3:2 (4.), 3:5 (6.), 5:6 (7.), 5:8 (10.), 7:8 (12.), 8:10 (15.), 8:14 (19.), 9:15 (21.), 12:15 (23.), 13:16 (26.), 14:17 (26.), 14:19 (27.), 15:20 (29.), 16:21 (30.) – 17:22 (32.), 19:22 (35.), 19:24 (37.), 21:25 (40.), 22:27 (42.), 23:29 (44.), 25:29 (46.), 27:30 (48.), 27:31 (50.), 29:31 (55.), 32:31 (60.)

 

 

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21.04.2018 18:30
EHF Champions League, Viertelfinale Hinspiele
  
KS Vive Tauron Kielce - Paris Sain-German Handball 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 20.04.2018 02:57:12
Legende: ungespielt laufend gespielt