Löwen beißen sich ins Achtelfinale

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Das Achtelfinale ist gebucht. Am 12. Spieltag von Gruppe A in der VELUX EHF Champions League setzten sich die Rhein-Neckar Löwen mit 32:29 (16:14) gegen IFK Kristianstad durch und sind nun fix in der Runde der letzten 16. Lange war die Partie relativ offen, konnte sich der Deutsche Meister nicht mehr als auf zwei bis vier Tore absetzen.

Umgekehrt schafften es die Schweden über die gesamte Spielzeit nie, in Führung zu gehen. Letztlich war es unter anderem die Einwechslung von Andreas Palicka im Löwen-Tor, die mit die Entscheidung brachte. Beste Werfer bei den Mannheimern waren Mads Mensah und Bogdan Radivojevic mit je fünf Toren. Bei Kristianstad traf Olafur Gudmundsson neunmal.

IFK-Trainer Ola Lindgren zeigte sich mit seiner Mannschaft zufrieden, sprach von einem „großen Fight“. Die Niederlage machte er vor allem an zu vielen einfachen Treffern fest, die man unter anderem auch von Löwen-Kreisläufer Rafael Baena in der ersten Halbzeit einstecken musste. Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen kritisierte die erneut zu hohe Fehlerzahl in den eigenen Reihen. „Solche Fehler werden in der Champions League bestraft.“ Über den Einzug ins Achtelfinale freute sich der Däne, wobei er insbesondere in Durchgang zwei noch einigen Verbesserungsbedarf erkannte. Am Ende habe aber die Einstellung gestimmt, die Spieler hätten sich gegenseitig geholfen. „So haben wir das Spiel dann auch gewonnen.“ Bogdan Radivojevic, einer der Besten im Löwen-Dress, relativierte die eigene Leistung und hob vor allem den Teamgeist hervor. Zum knappen Spielverlauf sagte er: „In der Champions League haben alle Mannschaften Qualität, da kann es immer eng werden.“

Die Löwen mussten dabei auf die langzeitverletzten Momir Rnic (Fußbruch) und Max Trost (Kreuzbandriss) sowie Kristian Bliznac (Muskelfaserriss in der Wade) und Gudjon Valur Sigurdsson (private Gründe) verzichten. In der Startformation standen Jerry Tollbring, Harald Reinkind und Rafael Baena. Letzterer macht auch gleich die erste Bude mit dem ersten Angriff. Für Kristianstad trifft Albin Lagergren, einer von Schwedens auffälligsten EM-Helden, zum 1:1. Nach knapp drei Minuten stellt Patrick Groetzki auf 3:2 – die Partie läuft früh auf hohem Tempo. Das gilt insbesondere für Lagergren, der beim 3:3 sein zweites Tor erzielt. In der sechsten Minute ist Pekeler mit dem 5:4 für den neunten Treffer zuständig. Beide Teams geben Vollgas, versuchen es fast ausschließlich über die erste und zweite Welle. Vor allem die Schweden zeigen kein Interesse daran, sich auf ein Duell mit einer gut formierten Löwen-Abwehr einzulassen. Hinzu kommt eine zunächst makellose Treffsicherheit. Beim 6:5 bekommen beide Torhüter ihre ersten Bälle zu fangen. Danach aber geht das muntere Torewerfen weiter.

Erst als Mikael Appelgren seine dritte Parade per Fuß anbringt, hat Andy Schmid vom Siebenmeterstrich die Chance auf eine Zwei-Tore-Führung – und nutzt sie auch (8:6). Tollbring erhöht im Gegenstoß auf 9:6, schafft das erste kleine Löwen-Polster in dem rasanten Match. Rafael Baena beschäftigt die Schweden-Defensive, Reinkind nutzt den Raum zu seinem dritten Tor (10:7), Appelgren ist zum vierten Mal zur Stelle. Die Gäste reagieren mit der ersten Auszeit. Fortan spielt Viktor Hallen vorgezogen, soll die Kreise von Andy Schmid stören. Dass der dennoch Gedeon Guardiola bedient und das 11:8 auflegt, zeigt die ganze Klasse des Löwen-Spielmachers. Der legt gleich noch einen nach, legt Mads Mensah „hinterrücks“ das 12:9 auf. Das Spiel wird jetzt zerfahrener, beide Teams leisten sich Unkonzentriertheiten. Einzig Rafa Baena am Kreis und der sich weiter steigernde Appelgren sind die Konstanten. Baena macht seine vierte Bude (13:10), Appelgren hält seinen siebten Wurf, zugleich den ersten Siebenmeter, und Groetzki markiert die erste Vier-Tore-Führung.

In Überzahl und mit starker Abwehrarbeit schuften sich die Schweden zurück, erzielen schnell drei Tore (14:13), auch weil Mensah zweimal den Ball verliert. Der Däne aber macht seine Fehler gleich wieder gut, zieht die zweite Zwei-Minuten-Strafe gegen Philip Henningsson. Nutzen können die Löwen die Überzahl aber nicht, bis Mensah den Hammer auspackt und die 16:14-Pausenführung herstellt. Die zweite Halbzeit eröffnet das Traum-Duo Schmid/Pekeler mit einer Klasse-Co-Produktion zum 17:14. Als es zwei Minuten gegen Arnar Arnarsson gibt und Tollbring gegen die alten Kameraden das 18:15 erzielt, bietet sich den Löwen die Chance, ein bisschen Luft zwischen sich und die bissigen Skandinavier zu bringen. Die aber bleiben cool, finden in Unterzahl Mario Lipovac am Kreis (18:16). Dann macht es Tollbring richtig schnell, serviert einen Traumpass in Groetzkis Lauf, der mit Tor Nummer vier auf 20:16 schaltet. Als Appelgren zwei freie Würfe direkt nacheinander wegnimmt, setzen die Löwen zum vorentscheidenden Sprung an – doch Schmid verzieht. Obendrein kassiert Pekeler die dritte Zwei-Minuten-Strafe, muss mit Rot von der Platte.

Die Fans im Harres reagieren mit wutentbrannter Entschlossenheit, treiben ihre Stars nach vorne. Ummünzen können das die Löwen zunächst nicht. Stattdessen stellt Lagergren mit seinem fünften Treffer auf 20:18. Immer wenn der Deutsche Meister drauf und dran ist, sich abzusetzen, bringt er sich selbst aus dem Tritt. Die Schweden wiederum nutzen jeden Fehler, lauern auf ihre Chancen. Gegen Baena aber finden sie weiterhin kein Mittel, müssen in Minute 41 bereits die sechste Zeitstrafe hinnehmen. Den 20:19-Anschlusstreffer schafft Kristianstad trotzdem, Schmid aber kontert blitzschnell mit dem 21:19. Die Partie steht jetzt auf der Kippe. Filip Taleski verteidigt für Pekeler im Innenblock, Bogdan Radivojevic darf für den zuletzt glücklosen Groetzki rein, Tollbring wird auf Lagergren angesetzt. Doch nun trumpft Olafur Gudmundsson auf. Der Isländer trifft zum 22:21, hält den Außenseiter voll im Spiel. Beim 23:22 ist Gudmundsson zum siebten Mal erfolgreich. Bedenklich einfach kommt der Rückraumschütze zu seinen Toren, gerne mit Volldampf durch die Mitte. Nikolaj Jacobsen legt etwas mehr als zwölf Minuten vor Schluss beim 24:23 die Grüne Karte.

Nach der Löwen-Auszeit ist Radivojevic mit dem 25:23 zur Stelle. Andreas Palicka darf es jetzt im Tor für Mikael Appelgren versuchen. Schmid per Siebenmeter hält die knappe Zwei-Tore-Führung (50.). Palicka setzt im zweiten Versuch seine erste Parade, Guardiola versenkt den Konter zum 27:24. Wieder Palicka rettet für die geschlagene Abwehr in Überzahl, doch Schmid trifft mit einem Heber nur die Latte des leeren Tores. Nun nimmt Ex-Löwe Ola Lindgren die Auszeit, schwört seine Jungs auf das Finale ein, in dem sich die Schweden noch einmal mächtig strecken müssen. Wie zu erwarten nimmt sich Lagergren der Aufgabe an, steigt unwiderstehlich bei neun Metern hoch und wuchtet zum 27:25 ein. Variabler agieren nun die Löwen: Tollbring trifft von links außen, der anschließende Kempa-Versuch geht aber in die Hose. Dafür ist Palicka voll da, legt das Spiel seinen Vorderleuten in die Hände – und Radivojevic macht das 29:25. Wieder sieht Lindgren Redebedarf, es ist seine letzte Auszeit. Viereinhalb Minuten vor Schluss liegen die Schweden vier Tore hinten. Und jetzt lassen sich die in den blauen Auswärtstrikots spielenden „Gelbhemden“ nicht mehr aufhalten. Radivojevic fliegt zum 30:26 (57.), die Fans feiern es im Stehen. Kristianstad, das den siebten Feldspieler bringt, kassiert nach Fehlpass das 31:26 – es ist Radivojevics fünfter Treffer. Der Serbe schwingt sich in Durchgang zwei zum mitentscheidenden Faktor auf, leistet sich keinen einzigen Fehlwurf und darf mit den begeisterten Fans das erst am Ende ungefährdete 32:29 feiern.

Rhein-Neckar Löwen – IFK Kristianstad 32:29 (16:14)

Löwen: Appelgren, Palicka (ab 49.); Schmid (4/2), Radivojevic (5), Baena (4), Tollbring (3), Mensah (5), Pekeler (2), Groetzki (4), Reinkind (3), Taleski, Guardiola (2), Petersson, Keller

Kristianstad: Kappelin, L. Larsson; Lipovac (2), Arnarsson (1), Henningsson (3), Sörensen (3/1), Nilsen (1), Lagergren (7), J. Larsson, Gudmundsson (9), Hallen (2), Persson, Chrintz (1), Jonsson, Eriksen

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Ola Lindgren

Schiedsrichter: Kursad Erdogan / Ibrahim Özdeniz

Zuschauer: 2500 (ausverkauft)

Zeitstrafen: 3 – 7

Strafminuten: Pekeler (6) – Lipovac (4), Henningsson (2), Gudmundsson (4), Gudmundsson (4)

Siebenmeter: 2/2 – 1/2

Kristianstad: Sörensen scheitert an Appelgren

Spielfilm: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 6:6, 7:6, 9:6, 9:7, 10:7, 10:8, 11:9, 12:10, 14:10, 14:11, 14:13, 16:14 (HZ), 17:14, 17:15, 19:16, 20:16, 20:17, 20:19, 21:19, 21:20, 22:20, 23:22, 25:23, 27:24, 28:25, 29:26, 31:27, 32:27, 32:28, 32:29 (EN)

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