Rhein-Neckar Löwen am Sonntag in Polen

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

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Die Ausgangslage ist klar: Im vorletzten Vorrundenspiel der VELUX EHF Champions League 2017/18 geht es für die Rhein-Neckar Löwen darum, mindestens Rang vier in Gruppe A zu verteidigen. Das Achtelfinale ist seit vergangenem Sonntag (32:29 gegen Kristianstad) gebucht.

Gastgeber Orlen Wisla Plock hingegen will alles mobilisieren, um den Sprung in die Runde der letzten 16 noch zu schaffen.

An Brisanz mangelt es der Partie am Sonntag um 19 Uhr (live auf Sky Sport 1) auf keinen Fall. Zumal die Löwen in der Königsklasse derzeit so etwas wie eine Wundertüte sind – und auf internationalem Parkett endlich wieder Konstanz in die eigene Leistung bringen wollen. „Wenn wir nicht in Zagreb und zuhause gegen Szeged unnötig Punkte liegengelassen hätten, wäre vielleicht sogar Platz zwei möglich gewesen“, sagt Patrick Groetzki zur durchwachsenen Löwen-Bilanz in der Gruppenphase. „Jetzt hoffen wir, dass wir doch noch aus einer guten Position heraus in die K.o.-Spiele gehen und dann einen Schritt weiter machen als in den vergangenen Jahren.“

Gut und alles andere als gerne erinnert sich der Rechtsaußen des Deutschen Meisters an die Achtelfinal-Pleiten der jüngeren Vergangenheit in der Champions League. Dieses Mal soll es mindestens das Viertelfinale sein. Vorher aber Plock. In einer der ältesten Städte Polens, ziemlich genau in der Mitte des Landes gelegen, erwartet die Reisegruppe um Trainer Nikolaj Jacobsen ein nicht zu unterschätzender Gegner. „Die haben eine richtig junge Mannschaft und eigentlich keinen Druck. Im Hinspiel im Harres haben sie gezeigt, dass sie ein unglaubliches Tempo gehen können, und das über 60 Minuten“, sagt Groetzki und geht davon aus, dass die Polen auch am Sonntag ihre durchaus bewährte Hochgeschwindigkeitsstrategie beibehalten werden.

In der Orlen Arena erwartet das Löwen-Urgestein neben einem mutigen Gegner auch eine spezielle Atmosphäre. „Die Halle ist ziemlich cool und die Stimmung immer heiß. Das wird die Plock-Jungs zusätzlich anstacheln.“ An der eigenen Zielvorgabe ändere das aber nichts: „Wir wollen das Spiel gewinnen, auch um weiter die Möglichkeit zu haben, eventuell sogar noch auf Rang drei zu klettern.“ Dafür müsste erst einmal Nantes am Wochenende gegen Spitzenreiter Vardar Skopje zuhause verlieren, genauso wie dann am letzten Spieltag im ausverkauften Harres (Samstag, 3. März, 17.30 Uhr) bei den Löwen.

Umgekehrt wird Plock alles daransetzen, die eigenen Aussichten auf das Achtelfinale zu verbessern. Aktuell liegen die Polen auf Rang sechs. Das würde reichen. Um aber die punktgleichen Teams aus Kristianstad und Zagreb hinter sich zu lassen, braucht die Truppe von Trainer Piotr Przybecki noch mindestens einen Zähler. Realistisch kann dieser eigentlich nur am Sonntag herausspringen, da man am letzten Spieltag nach Skopje muss. Für Patrick Groetzki und Co. bedeutet das, sich auf eine angriffslustige Plocker Mannschaft einzustellen und wieder nah an den eigenen Leistungshorizont heranzurücken.

Zuletzt tat sich die ganze Löwen-Truppe immer wieder schwer und auch Groetzki selbst musste ein bisschen mit sich hadern. Beim Heimsieg gegen Kristianstad nahm ihn Coach Jacobsen Mitte der zweiten Hälfte von der Platte, nachdem das sonst so zuverlässige Sprungwunder vier Würfe liegengelassen hatte. „So etwas passiert mir zum Glück nicht so oft“, sagt der 28-Jährige und ergänzt: „Ich fühle mich eigentlich gut. Spiele wie das gegen die Schweden gibt es einfach mal. Das verarbeite ich und schaue, welche Lehren ich daraus ziehen kann. Hängen bleibt da nichts.“ Zumal ihm Kollege Bogdan Radivojevic mit fünf Toren aus fünf Versuchen quasi aus der Patsche half und an dem insgesamt durchaus knappen Erfolg entscheidend mitwirkte.

„Das hat mir geholfen, klar. Dafür sind wir beide auf der Position, dafür trainieren wir beide jeden Tag. Bogdan macht das schon die ganze Saison gut – und gegen Kristianstad hat er das noch einmal bestätigt“, erklärt Groetzki das Teamwork auf Rechtsaußen. Teamwork wird auch in Plock großgeschrieben. Die äußerst homogen zusammengestellte Truppe definiert sich vor allem über Zusammenhalt und Physis. In der heimischen Liga hat man seit Oktober 2017 nicht mehr verloren, steht in seiner Gruppe klar auf Rang eins – wobei das Überteam aus Kielce in der anderen Gruppe noch fünf Zähler mehr auf dem Konto angehäuft hat. In der Champions League bot man zuletzt dem FC Barcelona in dessen Handballtempel einen großen Kampf, unterlag am Ende denkbar ärgerlich mit 27:28 und muss jetzt also gegen die Löwen liefern.

Der Deutsche Meister reist ohne die langzeitverletzten Gedeón Guardiola, Momir Rnic und Max Trost nach Polen. Außerdem fehlt Harald Reinkind krank, Kristian Bliznac ist angeschlagen. Gudjon Valur Sigurdsson kehrt nach einer kurzen Auszeit wieder in den Kader zurück. Das Hinspiel im September ging mit 31:27 an die Löwen. Zur Halbzeit hatte es 13:13 gestanden.

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